Das Krypto-Blutbad – Eine Einschätzung zum aktuellen Kurssturz

Quelle: Cryptomaps

Das Krypto-Blutbad – Eine Einschätzung zum aktuellen Kurssturz

Die letzten 24 Stunden waren von einem Krypto-Blutbad im Bereich der Kryptowährungen geprägt, Bitcoin selbst musste einen Kurssturz von 24 % an einem Tag hinnehmen und steht damit im Vergleich noch gut da. Was können Gründe dafür sein und ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen? 

Wie schon in anderen Artikeln gestern erläutert, musste der Markt der Kryptowährungen gestern bluten. Auch wenn das Bild heute auf Coinmarketcap nicht mehr so dramatisch aussieht, scheint die einzige Farbe dort das Rot zu sein. Bitcoin selbst musste fast ein Viertel seines Wertes in 24 Stunden einbüßen, bei einem Großteil der anderen Kryptowährungen ist die Situation noch schlimmer. Wehe jenen, die Geld in BitConnect gesteckt haben, diese Währung kann einen Wertverlust von 94 % hinnehmen:

BitConnect Coin ist jedoch in der Dramatik als Einzelfall zu sehen; war es bezüglich verschiedener rechtlicher Vorwürfe ohnehin in Verruf geraten und hat nun seine Lending Platform geschlossen.

Über einige Gründe wurde in einem gestrigen Artikel kurz gesprochen: Chinas Bestrebungen bezüglich eines Verbots des größeren Handels von Kryptowährungen über zentralisierte Börsen wird viele Anleger in China zu einem Ausstieg bewegt haben.

Zusätzlich haben Short Positions, wie sie auf den Chicagoer Börsen CME und CBoE im Bereich der Bitcoin-Futures eingestellt wurden, sicherlich ihren Anteil am Fall des Bitcoins, schließlich war das Verkaufsvolumen gestern deutlich höher als an einem anderen Tag:

Da Bitcoin eine gewisse Standardfunktion im Bereich der Kryptowährungen besitzt und viele andere Altcoins im Vergleich mit Bitcoin bemessen werden, hat dies zu einem generellen Kurssturz geführt.

Mögliche saisonale Gründe

Zu genannten Gründen wurden in der Community ein paar saisonale Gründe angesprochen. Zum Teil wurde das chinesische Neujahrsfest genannt; ähnlich wie im Vorweihnachts-Kurssturz würde dies bedeuten, dass viele Anleger in China vor dem Neujahrsfest ihre Anlagen liquidieren bzw. Gewinnmitnahmen tätigen. Gepaart mit den Sorgen bezüglich der Regulierung in China, könnte dies, obschon das Neujahrsfest 2018 erst Mitte Februar ist, ein Grund sein.

Lies auch:  Volatilität von Bitcoin Futures auf historischem Tiefstand

Dramatische Dips im Januar kamen praktisch jedes Jahr vor:

Im Jahr 2017 konnte eine gewisse Regelmäßigkeit bezüglich Dips im Bitcoin beobachtet werden. Ungefähr alle 60 Tage (natürlich plus/minus eine Woche) konnte ein großer Kurssturz betrachtet werden:

Sollte dieser Zyklus begründet sein, ist zum einen mit einer Erholung zu rechnen, zum anderen sollte man seinen Urlaub dann auf Mitte März legen.

Fundamentaler Wert von Kryptowährungen nicht angegriffen

Ob nun restriktive Regulierungen in China, die Börsen von Chicago oder einfach Regelmäßigkeiten im Verkaufsverhalten den Kurs zum Einsturz brachten: Festzuhalten ist, dass nichts davon Bitcoin oder andere Kryptowährungen selbst angegriffen hat. Weder wurde ein Algorithmus entdeckt, mit dem aus einem Public Key auf den Private Key geschlossen werden kann, noch sind die Hash Rates der bekannten Währungen eingebrochen. Die dezentralen Netzwerke funktionieren weiter – abgesehen von BitConnect Coin, dessen Wert durch das Aussetzen der Lending Platform grundsätzlich in Frage gestellt wurde (und über dessen Wert auch zuvor diskutiert werden konnte).

Entsprechend ist der fundamentale Wert von Kryptowährungen nicht angegriffen worden. In anderen Artikeln wurde darauf hingewiesen, dass im Fall von Kursstürzen die Ruhe zu bewahren wichtig ist. Derartige Zeiten sind zwar frustrierend, können aber auch genutzt werden, um sich wieder auf das “Warum” hinter Kryptowährungen zu besinnen, über die Sinnhaftigkeit der Technik nachzudenken und zu überlegen, ob diese durch die Kursbewegungen beeinflusst wurde.

Lies auch:  Bitcoin, XRP und Ethereum – Kursanalyse KW49 – Spannung baut sich auf

Geben wir mit leichtem Augenzwinkern Jorden Belford, bekannt durch den Film The Wolf of Wall Street, das (vor)letzte Wort:

So you listen to me and you listen well.
Are you down because of bitcoins price-fall?
Good! Pick up the fiat and start buying!
Have you bought at Ripples all time high?
Good! Pick up the fiat and start buying!
Does DASH make you feel like a fuckin worth loser?
Good! Pick up the fiat and start buying!
I want you to deal with your portfolio by becoming crypto-rich!

Der Markt ist im Augenblick in den Händen von jenen, die mit Bitcoin-Futures den Markt negativ beeinflussen und von nervösen Leuten, die vor einem Verbot in China oder anderen regulatorischen Maßnahmen Angst haben. Stop Losses und Trading Bots, die den Handel weiter automatisieren, tragen zudem dazu bei, dass sich schnell eine negative Eigendynamik entwickeln kann. Gerade wenn wichtige Unterstützungslinien gerissen werden, kann schnell eine Kettenreaktion an Verkaufsordern ausgeführt werden, die wiederum zu übertriebenen Kursstürzen führen. Außerdem ist das chinesische Neujahrsfest oder allgemein gesagt eine große Verkaufsbewegung zu Neujahr zu bedenken – neben dem angesprochenen 60-Tage-Zyklus. So frustrierend der Kursverlust auch ist, kann bezüglich keines dieser Angriffe gesagt werden, dass der fundamentale Wert von Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, IOTA oder anderen in Frage gestellt wird.

In dem Sinne ist Besonnenheit das Gebot der Stunde: Verfolgen wir die Kurse weiter, um bei einer Kurswende wieder zuschlagen zu können.

BTC-ECHO

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