Geldwäsche-Skandal Coinbase will Cryptsy-Opfer entschädigen

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

Teilen

Quelle: Shutterstock

BTC10,707.63 $ 0.70%

Im Fall des Cryptsy-Raubes gab es nach fast drei Jahren eine Einigung. Die Krypto-Börse Coinbase entschädigt die Opfer des Krypto-Betrugs mit fast einer Million US-Dollar. Offenbar fürchtet der Krypto-Gigant einen Jury-Prozess. Es ist nicht der erste Versuch des Unternehmens gewesen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

Medienberichten zufolge einigte sich Coinbase mit den Geschädigten im Fall Cryptsy auf einen Vergleich. Wie aus Gerichtsdokumenten vom 27. November und 10. Dezember 2019 hervorgeht, erklärte sich die Bitcoin-Börse zu der Zahlung einer Vergleichssumme von einer knappen Million US-Dollar bereit.

Die Summe beträgt 962.500 US-Dollar, die an einen Treuhänder ausgezahlt werden. Dieser regelt dann die Verteilung des Geldes. Eine Anhörung am 17. April dieses Jahres klärt abschließend, ob die Einigung weiterer Korrekturen bedarf. In einem vorherigen Gerichtsprozess erstritten die Opfer-Anwälte bereits über 11.000 BTC.

Die Klagenden im Fall Cryptsy sind derweil ausgesprochen gut organisiert. Beispielsweise riefen sie eine Webseite für potentielle Opfer ins Leben, auf der diese Forderungen melden konnten. Als Vertreter der Klägerseite gilt Brandon Leidel, welcher für seine Bemühungen 2.500 US-Dollar erhält. Er war es, der die Sammelklage im Jahr 2016 auf den Weg brachte.

Der Cryptsy-Raub: User vs. Coinbase


Die Causa Cryptsy geht auf die Insolvenz der Bitcoin-Börse im Januar 2016 zurück. Diese geschah als Folge eines angeblichen Hacks, in dessen Zuge 13.000 BTC und 300.000 Litecoin unrechtmäßig den Besitzer wechselten. Kunden der Plattform bezichtigten CEO Paul Vernon des Betrugs und der Unterschlagung ihrer Anlagen. Die Betroffenen waren sich sicher: Vernon selbst hatte den Hack vorgetäuscht und die Coins gestohlen. Gewaschen haben soll er seine Beute unterdessen mithilfe von Coinbase. Über die Plattform übermittelte Vernon seiner Ehefrau mutmaßlich 2,2 Millionen US-Dollar. Deshalb stand die Bitcoin-Börse im Dezember 2016 vor einer Klage wegen der Beihilfe zum Diebstahl von etwa 8,2 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen.

Lange war umstritten, ob Coinbase selbst den Opfern Schadensersatz schuldet (BTC-ECHO berichtete). Der Bitcoin-Gigant wehrte sich mit allen Mitteln – ohne Erfolg. Der US-Bezirksrichter Kenneth Marra schmetterte die Anträge auf Abweisung der Klage und die Anrufung eines Schiedsgerichts ab. Nachdem auch der Einspruch von Coinbase gegen Marras Entscheidung abgewiesen wurde, sah es so aus, als entscheide die Jury über den Fall.

Aktuell bleibt abzuwarten, ob das Entgegenkommen von Coinbase belohnt wird und der Fall beendet ist. Die Kläger signalisierten durch ihre Anwälte Erleichterung. Sie seien froh über den Schritt von Coinbase, den Cryptsy-Fall zu lösen.


Teilen

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise
BTC-ACADEMY

Kryptowährungen einfach kaufen und verkaufen

Ein Bankkonto, Krypto-Wallets und Trading vereint

  • Einfach, sicher und zuverlässig
  • Kontoeröffnung in nur 5 Minuten
  • Nur 1% Handelsgebühr
  • Made in Germany