Coinbase, Coinbase Card: Was wurde aus Peer-to-Peer?
Coinbase, Coinbase Card: Was wurde aus Peer-to-Peer?

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Coinbase Card: Was wurde aus Peer-to-Peer?

Coinbase überrascht ihre Kundschaft im Vereinigten Königreich mit einem neuen Schmankerl. In Zusammenarbeit mit Visa können Nutzer der Bitcoin-Börse ab sofort „an Millionen von Stellen“ Bitcoin & Co. ausgeben. Doch das Produkt offenbart ein zweifelhaftes Verständnis vom Wertverprechen der Kryptowährung Nr. 1.

Endlich können Coinbase-Kunden ihre Bitcoin für die berühmte Tasse Kaffee ausgeben. Sogar Bargeld soll man abheben können.

In Zusammenarbeit mit Visa und PaySafe, einem im Vereinigten Königreich ansässigen Zahlungsdienstleister, lanciert Coinbase die Coinbase Card. Nutzer können, so heißt es auf der Website, von nun an endlich ihre Bitcoin, Litecoin, Ether und XRP ausgeben. Eine App trackt alle Ausgaben und fertig ist das Rundumpaket für Krypto-Freunde.

Wir freuen uns, die Coinbase Card ankündigen zu können, eine Visa-Debitkarte, mit der britische Kunden Krypto genauso mühelos ausgeben können wie das Geld in ihrer Bank. Verfügbar heute im Vereinigten Königreich und in der EU in den kommenden Monaten. Wir werden noch in diesem Jahr die internationale Expansion anstreben.

Die Szene frohlockt: Endlich Mainstream, endlich Moon. Oder?

Coinbase Card: Schlechter Deal für Hodler


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Doch was für Enthusiasmus in der Szene sorgt, hat bei genauer Betrachtung mit der Bitcoin Value Proposition nichts zu tun. Wieso?

Die Grundidee, die Satoshi Nakamoto in seinem White Paper publiziert hat, war die vom elektronischen Bargeld. Was damit gemeint ist, ist die Irreversibilität von ausgegebenem Wert. Wenn Bob Alice einen BTC überweist, dann ist die Übertragung des Besitzverhältnisses in Stein gemeißelt. Proof-of-Work ist deshalb so wichtig, da es einen enormen Aufwand kosten würde, sie wieder rückgängig zu machen.

Eine weitere Stärke von Bitcoin ist seine Zensurresistenz. Das Netzwerk funktioniert dezentral, also ohne die Zuhilfenahme von Intermediären wie Banken.

Mehr Intermediäre als bei Fiatgeld

Drittens ist Bitcoin deflationär. Die 21-Millionen-Cap macht BTC nicht nur zur härtesten Währung, sondern womöglich zum seltensten Asset, das die Menschheit je gesehen hat (mit einer Wertsteigerung von 700 Millionen Prozent ist BTC bereits jetzt das am besten performende Asset der Menschheitsgeschichte).

Nachvollziehbar, dass es derzeit noch nicht allzu viele Möglichkeiten gibt, seine „Tasse Kaffee“ mit Bitcoin zu bezahlen. Doch diesen „Mangel“ nehmen Zweifler bereitwillig als Kritikpunkt auf. Was bringt ein Geld, das man nirgendwo ausgeben kann?

Da liegt es nahe, dass immer mehr Firmen Zahlungslösungen mit Krypto-Integration anbieten. Jetzt also auch Coinbase.

Doch Bitcoins Wertversprechen ist nicht die „Tasse Kaffee“. Wie Crypto Researcher Hasu im Interview mit BTC-ECHO treffend erklärt, sind wir im Bereich der Bezahlmethoden bereits „viel näher am Optimum“. Es wäre „eine tragische Verschwendung von Potenzial“ wenn die Gemeinde auf den Commerce-Bereich optimieren würde und nicht auf die Schaffung einer zensurresistenten und möglichst dezentralen Währung.

Bitcoin ist ein Peer-to-Peer-Netzwerk, das ohne Intermediäre auskommt, genau wie Bargeld. Mit der Kooperation von Coinbase, Visa und PaySafe sind mindestens drei Mittelsmänner zwischen Käufer und Verkäufer geschaltet, von Peer-to-Peer keine Spur.

Zudem wandelt das System die ausgegebenen Kryptos sofort in Fiatgeld um. Am Ende hält also keine der beiden Parteien Bitcoin & Co. Wieso man dann nicht einfach gleich Euro, US-Dollar oder eben Pfund ausgibt, erschließt sich nicht. Zumal sich Coinbase bei all der Zwischenhändler eine ordentliche Portion Gebühren abzwackt.

Gebühren von 2,49 %! …. zu hoch! Macht das niedriger für die Massenadoption.

Es gibt Alternativen

Apropos Massenadaption: Die Akzeptanz von Bitcoin als digitales Gold steigt stetig – ohne dass man an jeder Ecke mit BTC bezahlen kann.

Logisch: In der mittelfristigen Zukunft werden Bezahllösungen nötig sein. Schließlich wird reines Hodln Bitcoin auf lange Sicht auch nicht zum Mond schicken. Aber dafür gibt es dezentrale, günstige und vor allem zensurresistente Lösungen. Das Lightning Network wäre dafür ein Beispiel.

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