CipherTrace und Shyft lancieren Lösung für FATF-Richtlinien

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CipherTrace und Shyft lancieren Lösung für FATF-Richtlinien

Die Krypto-Unternehmen CipherTrace und Shyft arbeiten an einem neuartigen Identitätsprotokoll. Dieses soll auf die neuen Richtlinien der FATF antworten. Die Kooperationspartner versprechen einen annehmbaren Kompromiss zwischen den Transparenzforderungen der Regulierer und Bedürfnissen nach Anonymität aus der Community.

Die von der Financial Action Task Force (FATF) verabschiedeten Regulierungsrichtlinien stießen in der Krypto-Community nur auf wenig Gegenliebe. Derartige Reaktionen sind freilich kaum verwunderlich. Schließlich verlangt die FATF, dass Bitcoin-Börsen Daten über ihre Kunden sammeln und miteinander austauschen. Nach dem Willen der internationalen Task Force soll dies bei jeder Zahlung an eine andere Börse erfolgen, die das Volumen von 1.000 US-Dollar übersteigt. Die Befürchtung: Von Anonymität bliebe in einem solchen Fall nicht mehr viel übrig.

Statt den Teufel an die Wand zu malen, arbeitet das Blockchain-Unternehmen CipherTrace zusammen mit der Zertifizierungsplattform Shyft indessen lieber an einer annehmbaren Lösung. Erklärtes Ziel ist die Entwicklung eines anonymisierten Identitätsprotokolls. CipherTrace und Shyft suchen somit nach einem Mittelweg zwischen den Forderungen der Regulierungsbehörden und den Bedürfnissen der Krypto-Community. Das Bitcoin Magazine berichtete über die Kooperation.

CipherTrace-CEO verspricht, Privatsphäre zu wahren

Die Kooperationspartner entwickeln ein Identitätsnachweisprotokoll, das keine Benutzerinformationen preisgibt. In der Praxis handelt es sich hierbei um einen sogenannten Zero-Knowledge-Proof. Dabei weist die eine Seite nach, dass sie über eine bestimmte Information verfügt. Die Information selber muss sie hierfür allerdings nicht offenlegen. CipherTrace möchte den Mechanismus über eine Smart-Contract-Plattform verwirklichen. Zu dieser hätten dann Bitcoin-Börsen sowie weitere relevante Unternehmen Zugang. Dave Jevans, CEO von CipherTrace, präsentierte das Modell gegenüber dem Bitcoin Magazine als eine für alle Seiten akzeptable Lösung:

Eine Blockchain wird als Identitätsdatenbank verwendet, in der alle Inhalte verschlüsselt sind, und ein Key-Management ermöglicht nur bei Bedarf den Zugriff auf empfangende oder sendende Parteien. Durch die Verwendung von Verschlüsselung zum Schutz der Privatsphäre können wir die Anforderungen der Verifizierung erfüllen, wonach Sender- und Empfängerinformationen erfasst und mit VASPs [Virtual Asset Service Provider wie etwa Bitcoin-Börsen] verknüpft werden, die Privatsphäre der Beteiligten bleibt aber erhalten.

Die Kundendaten wären somit prinzipiell für Behörden und Bitcoin-Börsen abrufbar. Zugang gäbe es aber nur bei hinreichendem Grund. Behörden bräuchten folglich eine gerichtliche Genehmigung und somit einen angemessenen Verdacht.

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