Blockchain-Reisen China setzt bei Grenzkontrollen auf Blockchain-Technologie

Alexander Leyde

von Alexander Leyde

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Alexander Leyde

Alexander absolvierte seinen Bachelor in Geschichte, Politik und Soziologie in Würzburg, bevor er in Heidelberg mit dem Geschichts-Masterstudium beginnen wird. Bei BTC-ECHO möchte er sich mit den gesellschaftlichen Implikationen der Blockchain-Technologie auseinandersetzen.

Flugzeug im Hintergrund, Macao-Schild im Vordergrund

Quelle: Shutterstock

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China hat bekanntgegeben, dass Reisen zwischen Macao und seinem Festland wieder möglich sind. Unterstützend wirkt dabei die Blockchain-Technologie, die für die Verifizierung von Gesundheitsdaten Verwendung findet.

FISCO BCOS und WeIdentity arbeiten in China zusammen, um über eine Blockchain-Lösung den Tourismusverkehr zwischen zwei Regionen zu vereinfachen. Einen Monat nach Implementierung am 23. September haben bereits 17 Millionen Menschen die Adaption genutzt, wie aus der entsprechenden Pressemeldung hervorgeht. Zwischen Festlandchina und der Sonderverwaltungszone Macao dient die Anwendung dazu, Gesundheitsdaten bei Grenzkontrollen auszutauschen, um während der Corona-Pandemie lange Wartezeiten zu verhindern.


Aufgrund der aktuellen Pandemie hatte China keine Visa mehr für Macao ausgestellt. Seit Ende September ist es jedoch wieder möglich, eines zu erhalten. Dazu beigetragen hat die Kooperation von zwei chinesischen Blockchain-Firmen: FISCO BCOS liefert die Plattform, während WeIdentity die Gesundheitsdatensicherheit der Reisenden gewährleisten will. So sei eine deutlich schnellere Abwicklung bei der Grenzkontrolle möglich.

Vertrauen in Blockchain-Technologie wächst weltweit

Die Unternehmen geben an, dass bei dem erstmaligen Grenzübertritt mit der Lösung nur eine Bearbeitungszeit von etwa 100 Sekunden benötigt wird. Bei jeder nächsten Kontrolle reduziert diese sich auf durchschnittlich drei Sekunden. Auch wenn die beiden Firmen für sich beanspruchen, die erste Blockchain-basierte Technologie im Kampf gegen Corona entwickelt zu haben, sprechen die Fakten eine andere Sprache.

Beispielsweise hat Taiwan über die Blockchain schon im Februar Masken an seine Bevölkerung verteilt. Das spanische Vottun und PricewaterhouseCoopers haben bereits im April an einer ähnlichen Lösung wie China gearbeitet: Ihre Anwendung sollte unter anderem die Rückverfolgbarkeit nach einer Corona-Erkrankung erleichtern. Andere Entwickler hatten Krankenhäuser im Fokus. Etwa hat Arxum daran gearbeitet, dass Patientendaten zwischen Kliniken leicht ausgetauscht werden. Dadurch wollte das Unternehmen Krankheitsverläufe unter anderem in Bezug auf Alter und Geschlecht besser untersuchen können. So wollte das Unternehmen mögliche Muster im Krankheitsverlauf feststellen.

China: Mehr Lockerungen, bessere Kontrolle

Seit Januar hatte man keine Visa mehr für Macao erhalten. Die Lösung zwischen der Sonderverwaltungszone und der Provinz Guangdong soll nun die „Effizienz und Richtigkeit“ der geteilten Daten bewerkstelligen. Dabei mussten die Unternehmen auch bestehende regulatorische Vorschriften beachten. Daher verschlüsseln die zuständigen Behörden Personen- und Gesundheitsdaten, die sie dann auf einer Blockchain speichern. Reisende leiten ihre Daten bei der Einreise weiter, damit die Grenzbehörden sie dann mit den dezentral gespeicherten abgleichen können.

Dieses Projekt der chinesischen Behörden ist einer von zahlreichen Anwendungsfällen auf Blockchain-Basis. Erst am 13. Oktober hat die chinesische Provinz Hainan ein geplantes Projekt vorgestellt, um der dort im Zuge der COVID19-Pandemie angeschlagenen Tourismusbranche auf die Beine zu helfen. Durch eine einzige App sollen dort Kultur- und weitere Angebote wahrgenommen werden können, was etwa auch der Unterhaltungsindustrie eine größere Reichweite verspricht.

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