BRICS bilden Allianz gegen SWIFT-Monopol – und planen eigene Kryptowährung

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Als Gegengewicht westlicher Dominanz will die gemeinsame Organisation der Schwellenländer BRICS ein eigenes Zahlungssystem entwickeln. Bei der Abwicklung von Transaktionen soll dabei künftig auch eine hauseigene Kryptowährung zum Einsatz kommen. Entsprechende Pläne fassten die Länder beim gemeinsamen Gipfeltreffen in dieser Woche. Umsetzungsdetails stehen jedoch noch aus.

Egal ob IWF, Weltbank oder SWIFT – die tragenden Säulen des weltweiten Finanzwesens befinden sich fest in westlicher Hand. Im Bereich von Blockchain-Zahlungen jedoch sind die Machtverhältnisse alles andere als geklärt. Während diese Frage lange Zeit nach einem Wettlauf zwischen Ost und West, zwischen amerikanischen Konzernen und der chinesischen Zentralbank PBoC aussah, betritt mit den BRICS-Staaten nun ein weiterer US-Konkurrent die Rennbahn.

Bereits seit 2015 diskutiert die Organisation der fünf größten Schwellenländer die Einführung eines gemeinsamen Gegengewichts zum westlich dominierten SWIFT-System. Wie nun bekannt wurde, soll dabei künftig auch eine eigene Kryptowährung zum Einsatz kommen.

Entsprechende Pläne, die vonseiten Russlands in dieser Woche auf dem alljährlich stattfindenden BRICS-Gipfel in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia eingebracht wurden, fanden Unterstützung bei den übrigen Mitgliedern. Dies berichten die russische Wirtschaftsnachrichten RBC am Donnerstag, dem 14. November.

Unabhängigkeit dank eigener Kryptowährung – Details stehen noch aus


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Mit einem eigenen Zahlungssystem wollen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika die gemeinsamen Finanzströme unabhängig „von äußeren Einflüssen“ und damit der Dominanz des US-Dollars gestalten.

Ein effizient funktionierendes BRICS-Zahlungssystem kann die Abwicklung in Landeswährungen stimulieren und deren Stabilität sowie Investitionen zwischen unseren Ländern absichern,

unterstrich Kirill Dmitriev, Chef des russischen Staatsfonds RDIF, die Bedeutung einer Zahlungslösung für die BRICS-Staaten. Zusammen vereinen die fünf Länder rund 40 Prozent der Weltbevölkerung und knapp ein Drittel der Weltwirtschaft.

Geht es nach den Plänen von Dmitriev, sollten dabei von allen Mitgliedern zunächst nationale Abwicklungslösungen wie das russische SPFS oder das chinesische CIPS entwickelt werden. In einem zweiten Schritt gelte es dann, diese miteinander zu verbinden.

Eine solche Kooperation sei ein „wichtiger Faktor für wirtschaftliche Partnerschaft zwischen den BRICS-Ländern angesichts steigender nicht marktbedingter Risiken für die globale Bezahlinfrastruktur“, deutet er auf mögliche politische Erschütterungen der Finanzwirtschaft.

Zuvor hatten sich Russland, Indien und China bereits im Oktober darauf verständigt, ihre Finanzdienste miteinander integrieren zu wollen.

Welche Rolle die eigene Kryptowährung bei einer kommenden staatenübergreifenden Abwicklung spielen soll, ließ Dmitriev offen. Beobachter gehen allerdings bereits davon aus, dass diese nicht als Geldersatz, sondern zur Übertragung von Transaktionsrechten zwischen den beteiligten Banken eingesetzt werden könnte.

SWIFT und die Dominanz des Westens – BRICS wollen Karten neu mischen

Die jüngsten Pläne der BRICS-Staaten sind dabei Ausdruck eines seit Jahren schwelenden Konflikts. Denn schon lange ist die westliche Dominanz im Wirtschaftssystem den Schwellenländern ein Dorn im Auge. Als Gegengewicht zur IWF und Weltbank gründeten sie deshalb bereits 2014 eine gemeinsame Entwicklungsbank, die New Development Bank. China wiederum betreibt seit 2015 unter eigener Regie eine internationale Infrastrukturbank, die AIIB.

Abseits der alten Bretton-Woods-Institutionen ist es dieser Tage jedoch besonders das Monopol des Zahlungsnetzwerks SWIFT, welches immer wieder in der Kritik steht. Besonders denjenigen Ländern, denen die USA wenig wohlgesonnen sind, beklagen dessen politische Abhängigkeit. Wie die westliche Dominanz der USA dabei Gestalt annehmen kann, musste zuletzt der Iran erfahren. Im Zuge der andauernden Verwerfungen mit den USA über ihr Nuklearprogramm wurde der Golfstaat einfach vom Zahlungsverkehr abgekapselt.

Eine gemeinsame Lösung der BRICS-Staaten wäre für vergleichbare Fälle in Zukunft von gewichtiger Relevanz. Sie würde die Karten im geopolitischen Kräftemessen neu mischen. Denn mit einem unabhängigen SWIFT-Pendant könnten Staaten US-Sanktionen leichter aus dem Weg gehen.

Während mit Ripple, Libra und dem digitalen Yuan immer mehr Konkurrenz auf den Markt drängt, scheint dieser Tage eine Zukunftsaussicht sicher: Ewig wird SWIFT seine Monopolstellung nicht halten können.

Wo liegt die Zukunft von SWIFT und welche Rolle spielt die Blockchain für den internationalen Zahlungsverkehr? Diese Fragen hat sich BTC-ECHO Chefredakteur Sven Wagenknecht im Kommentar gestellt.


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