Blockchain-Tech soll Whisky-Fälschern das Handwerk legen

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Der schottische Whisky-Hersteller Ailsa Bay will Fälschern mithilfe von Blockchain-Software das Handwerk legen. Dies kündigte die zum Getränkekonzern William Grant & Sons gehörende Marke in dieser Woche an. Mit dem Schritt will die Brennerei nicht nur ihre Lieferketten absichern, sondern zudem ihre Absatzmärkte erforschen. So will man Erkenntnisse darüber erlangen, wo der Whisky am stärksten nachgefragt wird.

Etikettenschwindel ist eines der wohl schwerwiegendsten Probleme der Getränkebranche. Im Vereinigten Königreich allein sollen der Wirtschaft aufgrund illegal kopierter Fälscherware jährlich knapp 220 Millionen Pfund (256 Millionen Euro) durch die Hände gehen.

Diesem Problem sagt der schottische Whisky-Hersteller Ailsa Bay nun den Kampf an. Mithilfe von Blockchain-Technologie will die zum Getränkekonzern William Grant & Sons gehörende Brennerei Fälschern das Handwerk legen. Wie der Branchendienst The Drinks Business  am Dienstag, dem 26. März, berichtete, ist der Spirituosenhersteller hierfür eine Partnerschaft mit dem Technologie-Dienstleister arc-net eingegangen. Zusammen will man die Produktions- und Lieferketten von Ailsa Bay von der „Quelle bis zum Ladenregal“ für Kunden nachvollziehbar machen.

QR-Code soll Fälschungen enttarnen

Die Lagerung im Fass, Reifegrad, Abfüllung, Auslieferung und der Verkauf – all diese Daten sollen künftig auf einer Open-Ledger-Blockchain gespeichert werden und somit für Händler, Käufer und die Brennerei selbst jederzeit abrufbar sein. Mithilfe eines QR-Codes sollen Kunden künftig so einerseits schon vor dem Kauf prüfen können, ob sich Fälscherware den Weg in die Getränkemärkte gebahnt hat. Andererseits will der Getränkekonzern William Grant & Sons, einer der größten Produzenten von Scotch-Whisky weltweit, mit der Initiative seine Absatzmärkte erforschen. Denn mithilfe von mobilen Ortungsdiensten soll das Blockchain-Etikett auch darüber ein Bild ergeben, wo der Whisky der schottischen Marke am stärksten nachgefragt wird.


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Dominic Parfitt, Chef des Internethandels beim schottischen Konzern, hofft, dass Ailsa Bays Vorbild einen Wandel in der gesamten Getränkebranche einläutet:

Wir tun jetzt etwas, von dem wir hoffen, dass es einen Meilenstein für die Zukunft von Spirituosen setzt. Wir freuen uns darauf, zu sehen, wie sich andere Marken anpassen.

Sichere Herkunft dank Blockchain-Lieferkette

Ailsa Bay ist eine der jüngsten Malt-Whisky-Brennereien Schottlands. Anders als viele ihrer alteingesessenen Konkurrenten setzt die Marke auf ein jugendliches, zukunftsgerichtetes Image. Im Internet etwa wirbt der Hersteller mit dem Slogan „Whisky hacked. Distilled with craft. Refined by code.“ – eine Anspielung auf seine computer-gestützten Brennprozesse.

Die Idee der Blockchain-Etiketten ist jedoch alles andere als neu. Das Beratungsunternehmen EY etwa betreibt bereits seit 2017 ein digitales Blockchain-Verzeichnis speziell für italienische Weine. Auch hier garantiert ein QR-Code auf dem Etikett Kunden Qualität und den geographischen Ursprung des gekauften Weins. Ein weiteres Beispiel ist der ugandische Kaffeeproduzent Carico Café Connoisseur. Dieser prüft derzeit, wie Blockchain-Software eingesetzt werden kann, um die sichere Herkunft seines Kaffees festzustellen. Über den Herkunftsnachweis will der Plantagenbetreiber höhere Preise rechtfertigen und faire Einkommen für seine Kaffeebauern erwirtschaften.



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