Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf

Quelle: Shutterstock

Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf

Bitkom fordert die Bundesregierung zu einem konkreten Umsetzungsplan für die Blockchain-Strategie auf. Damit das Bitcoin-Ökosystem am Standort Deutschland gedeihen kann, benötigt es eine stabile Grundlage.

Das Bitcoin-Ökosystem steht in Deutschland noch nicht auf stabilen Beinen. Betrachtet man etwa die schwierige rechtliche Lage um Bitcoin-Automaten in der Bundesrepublik, wird klar: Es ist vor allem eine Frage der Zuständigkeiten. Zwar hat die Bundesregierung im September eine Blockchain-Strategie veröffentlicht. Sehr viel konkreter wurde es bisher seitdem jedoch nicht. Die Bitkom, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, fordert die Bundesregierung nun zur Aktion auf.

Blockchain-Strategie ohne Umsetzung

Bitkom-Präsident Achim Berg fordert in einer Mitteilung, die BTC-ECHO vorliegt:

Deutschland hat mit der Blockchain die Chance, eine weltweite Führungsrolle bei einer neuen Technologie einzunehmen. Die Blockchain-Strategie mit ihren ambitionierten Zielen ist ein Aufbruchsignal […]. Damit die Blockchain-Strategie ein Erfolg wird, brauchen wir vor allem aber noch eine zeitliche Roadmap für die Umsetzung und eine Taskforce zur Koordinierung der notwendigen Maßnahmen.

Bitkom fordert die Bundesregierung dahingehend zu einem „massiven Ausbau der Blockchain-Expertise im Hochschulbereich“ auf. Neue Lehrstühle sowie Kurse an der Schnittstelle von Informatik und Wirtschaft seien dahingehend nötig, um dem Technologie-Standort Deutschland zu fördern. Ferner fordert Bitkom dazu auf, im Rahmen der de:hub-Initiative des Wirtschaftsministeriums einen Blockchain-Hub zu schaffen. Dieser, so heißt es vonseiten des Verbandes weiter, solle den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verbessern.


Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Die für das kommende Jahr erwartete Rechtssicherheit in Sachen Kryptoverwahrung begrüßt Bitkom indes als positiv. Um die Chancen der Blockchain-Technologie nutzen zu können, benötige es schließlich Rechtssicherheit. Von einem generellen Verbot von Stable Coins sei jedoch abzuraten, eine Klarstellung zur Einordnung durch die Bundesregierung sei dennoch notwendig. Auch im Bereich der digitalen Identitäten identifiziert Bitkom einen vielversprechenden Bereich, den es zu erschließen gilt:

Digitale Identitäten auf Blockchain-Basis können insbesondere für das Internet of Things neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Zusammen mit den angekündigten Blockchain-Leuchtturmprojekten in der öffentlichen Verwaltung können sie der Technologie nachfrageseitig den notwendigen Schub geben,

so Berg weiter.

Bitcoin-Regulierung: Deutschland will sich an Europa orientieren

Die Bundesregierung steht für eine etwaige Regulierung von Krypto-Assets bereits im Austausch mit anderen EU-Ländern. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Frank Schäfflers vom 14. Oktober hervorgeht, seien Ergebnisse dieser Zusammenarbeit bereits in die Blockchain-Strategie der Bundesregierung eingeflossen. Eine Regulierung müsse demnach auf europäischer Ebene stattfinden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf zur Einführung elektronischer Wertpapiere sei derzeit in Arbeit. Bezüglich des Positionspapiers vom März 2019 habe es bisher jedoch keine Änderungen gegeben:

Hinsichtlich des gemeinsamen Eckpunktepapiers des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) […] gibt es bislang keine Änderungen.

Man wolle jedoch an den bisherigen Plänen festhalten. Dementsprechend sieht die Bundesregierung die Verantwortlichkeit hier eher auf EU-Ebene:

Wie im gemeinsamen Eckpunktepapier des BMJV und des BMF ausgeführt, wäre eine nationale Regulierung des öffentlichen Angebots bestimmter Krypto-Token nur eine Brückenlösung bis zu einer vorzugsweise europäischen Regulierung.

In Bezug auf die von Bitkom angesprochenen Stable Coins hat die Bundesregierung auf den Facebook Coin Libra verwiesen und betont, dass es hier bisher noch an Daten fehle. Eine mögliche Lösung zur Erforschung der rechtlichen Grundlagen zur Krypto-Regulierungen wären hier „Regulatory Sandboxes“, also Testumgebungen für etwaige Gesetzgebungen. Auf eine weitere Kleine Anfrage der FDP vom 28. Oktober verneinte die Bundesregierung jedoch Pläne, solche selbst einzurichten:

Die Bundesregierung plant zurzeit keine Einführung einer Regulatory Sandbox für FinTechs.

Dazu Frank Schäffler gegenüber BTC-ECHO:

Die Bundesregierung erlaubt Regulatory Sandboxes in allen anderen Wirtschaftsbereichen, nur im Finanzmarkt lehnt sie diese ab. Dabei liegen gerade bei der Blockchain-Technologie ein Großteil der Anwendungen im Finanzmarkt, weshalb auch regulatorische Erleichterungen dort am sinnvollsten wären […].

Blockchain-Standort Deutschland: Aufholbedarf auf internationaler Ebene

Während sich die Bundesrepublik in Sachen Krypto-Regulierung schwertut, haben andere Länder das Potential der Technologie bereits besser erkannt. Gerade die Blockchain-Bemühungen Chinas mit Einfluss auf das gesamte Krypto-Ökosystems sprechen hier Bände. Auch die Vereinigten Staaten und andere Länder erwägen die Herausgabe digitaler Staatswährungen. Beim digitalen Wettrüsten auf internationaler Ebene gibt es demnach Aufholbedarf.

Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain bei Bitkom, sieht hier deutlichen Handlungsbedarf. So teilte er gegenüber BTC-ECHO mit:

Deutschland hat eine gute Ausgangsposition und sendet mit einer eigenen Blockchain-Strategie die richtigen Aufbruchsignale. Nun muss das aber auch konsequent umgesetzt und Geld in die Hand genommen werden, um Blockchain-Projekte zu fördern und eigene staatliche Projekte zu starten. China hat angekündigt, bis 2023 zwei Milliarden in die Blockchain Technologie zu investieren und launcht demnächst sein eigenes digitales Zentralbankgeld. Wenn wir nicht ähnlich ambitioniert vorangehen, drohen wir auch hier bald hinterherzulaufen. Dabei unterscheidet sich unser Verständnis von Dezentralität fundamental, darüber sollten wir unsere Deutungshoheit bewahren.

Auch im europäischen Umland bilden Nachbarstaaten ein krypto-freundliches Klima. Der Inselstaat Malta mausert sich etwa bereits seit geraumer Zeit zur „Krypto-Insel“, auch die Schweiz lockt mit einer krypto-freundlichen Regulierung.

Die gesamte Stellungnahme der Bitkom zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung findet man hier.

Mehr zum Thema:

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
Finanzaufsicht ändert Richtlinien der BitLicence
Regulierung

Die Geschäftslizenz für Kryptowährungen – die BitLicence – wurde seit der Einführung 2015 nicht mehr von der New Yorker Finanzaufsicht überarbeitet. Das soll sich nun ändern. Insbesondere die Richtlinien für Listings werden aktualisiert.

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
Blockchain-Netzwerk IIN soll Japan im Kampf gegen Geldwäsche helfen
Regulierung

Japan hat ein Geldwäsche-Problem. Abhilfe könnte JPMorgans Interbank Information Network schaffen, das Banken weltweit vernetzt und die Verfolgung von Geldwäscheaktivitäten sowie die Zusammenarbeit mit Behörden erleichtert. Das Blockchain-Netzwerk soll daher ab kommendem Jahr von japanischen Banken genutzt werden.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
Green Bonds kommen auf die Blockchain
Invest

Am 12. Dezember lancierte ein schwedisches FinTech-Unternehmen mit deutscher Unterstützung die „Green Assets Wallet“. Die Plattform sammelt Daten, die für ökologisch nachhaltige Investitionen genutzt werden.

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
Fiat Chrysler tritt IBM geführtem Blockchain-Rohstoff-Netzwerk bei
Unternehmen

Der Nutzen der Blockchain endet nicht mit Bitcoin. Diese Binsenweisheit ist zumindest an der Industrie nicht vorbeigegangen, die schon seit Jahren an Nutzungsmöglichkeiten forscht. Hervorzuheben sind hierbei jene Verwendungsweisen, die neben der üblichen Effizienzsteigerung auch mit dem Versprechen von Gemeinnützigkeit aufwarten. So nutzen insbesondere Automobilhersteller vermehrt die Vorteile der Blockchain für die Nachverfolgung von Rohstofflieferketten. Damit wollen sie auch menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen entgegenwirken.

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
Bitcoin-Kurs gefangen im Abwärtstrend
Kursanalyse

Das Adam-und-Eva-Pattern konnte sich nicht wie erhofft auflösen, sodass die Einschätzung beim Bitcoin-Kurs ins Bearishe zurückfiel. Dennoch sind die Long-Positionen beim Wertepaar BTC/USD auf einem Allzeithoch. Immerhin ist das steigende Interesse der institutionellen Investoren ein Hoffnungsschimmer.

Blockchain-Strategie, Blockchain-Strategie: Bitkom fordert Bundesregierung zur Aktion auf
65 Prozent der Hash Rate steht in China – kein Grund zur Panik
Bitcoin

CoinShares verortet 65 Prozent der Bitcoin Hash Rate in China – davon 54 Prozent alleine in der Provinz Sichuan. Wieso das kein Grund zur Sorge ist.

Angesagt

Warum der Zusammenschluss der deutschen Blockchain-Szene zur richtigen Zeit kommt
Kommentar

Teamplay ist nicht nur im Sport wichtig, sondern auch innerhalb eines Wirtschaftszweiges beziehungsweise einer Branche. Die Fähigkeit, sinnvolle Kooperationen mit anderen Unternehmen einzugehen, kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Wie es die Blockchain-Branche in Deutschland mit Kooperationen hält und warum uns die Verbandsarbeit in Deutschland einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA und China sichern kann. Ein Kommentar.

„govdigital“ will den öffentlichen Sektor auf Blockchain stellen
Unternehmen

Über die neu gegründete Genossenschaft govdigital wollen IT-Dienstleister gemeinsam mit Vertretern aus der Politik die Blockchain-Technologie nutzen, um öffentliche IT-Infrastrukturen für Behörden zu entwickeln. Das Netzwerk könnte der Umsetzung blockchainbasierter Anwendungen im öffentlichen Sektor neue Impulse verleihen.

White Paper zu David Chaums Projekt veröffentlicht
Altcoins

Krypto-Koryphäe David Chaum will mit dem xx Coin und dem Praxxis-Netzwerk eine quantensichere Kryptowährung schaffen. Nun sind Details zum geplanten Token Sale bekannt.

Finanzaufsicht ändert Richtlinien der BitLicence
Regulierung

Die Geschäftslizenz für Kryptowährungen – die BitLicence – wurde seit der Einführung 2015 nicht mehr von der New Yorker Finanzaufsicht überarbeitet. Das soll sich nun ändern. Insbesondere die Richtlinien für Listings werden aktualisiert.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: