Blockchain ID Innovation Night – ein Blockchain-Auftakt zur EIC2018

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Am 14. Mai fand die Blockchain ID Innovation Night statt. Bei diesem vor der European Identity Conference 2018 stattfindenden Event präsentierten verschiedene Unternehmensvertreter ID-Projekte mit Blockchainbezug. Eine Jury, an der auch BTC-ECHO beteiligt war, wählte unter diesen einen Gewinner aus.

Identität ist nicht einfach ein kulturell überladenes Wort, sondern der Beginn von Freiheit, Selbstverantwortung und Eigentum. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist eine der rudimentärsten Eigenschaften einer Kryptowährung, dass einzelne ohne einen Mittelsmann über ihr Eigentum verfügen können. Dazu müssen sie nachweisen, dass sie ein Anrecht dazu besitzen.

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Identität ist ein Begriff, der mit Rechten und Pflichten einzelner verbunden ist. Bei Datenbankzugriffen, Transaktionen, im Kontext von Know-Your-Customer-Regulationen oder jüngst bezüglich der DGSVO spielt dieser Begriff eine Rolle.

Der Gedanke, ohne einen zentralen Mittelsmann Rechte und Pflichten von digitalen Identitäten zu organisieren, reizt nicht nur Anarchisten, sondern auch Unternehmen. In diesem Kontext stellten Vertreter von zehn verschiedenen Unternehmen ihre Ideen, Produkte und Visionen im Themenkomplex „Blockchain und ID“ vor. Die Veranstaltung war ein Auftakt zu der am nächsten Tag beginnenden „European Identity Conference“, die von KuppingerCole veranstaltet wurde. KuppingerCole ist ein seit 2004 bestehendes Unternehmen mit Fokus auf Identitätsmanagement und Digitale Identität.

In entspannter Atmosphäre mit Wein, Bier und leckerem Abendessen traten diese Speaker nicht einfach aus Spaß an: Es gab neben einer Möglichkeit für einen Keynote-Vortrag satte 150 ETH zu gewinnen. Die Mischung aus lockerer Atmosphäre und Wettbewerb erinnerte an Science-Slams, sodass man hier von einem Blockchain-Slam reden kann.

Ein Abend mit Bier, Blockchain und einem Preis in Ether

Die thematische Spannweite war breit: Von dezentralen, auf einer Blockchain gespeicherten Workflows über dezentrale Identifier bis hin zu automatisierten, blockchain-basierten KYC-Prozessen wurden viele verschiedene Aspekte berührt, die den Themenkomplex Digitale Identität berühren.

Da es sich entsprechend um einen Wettbewerb handelte, wurde seitens Dr. George Beridze von KuppingerCole streng auf das Zeitlimit von 10 Minuten geachtet. Manche Referenten kamen entsprechend nicht zu der eigentlichen Take-Home-Message.

Nach den Vorträgen mussten sich die Referenten den Fragen einer Jury stellen, zu der neben Martin Kuppinger, einem der Gründer von KuppingerCole, auch Vertreter von PwC Europe, Meeco, AXA IT, CA Technologies und BTC-ECHO gehörten.

In erster Linie wählte das Publikum selbst den Gewinner des Abends, was mithilfe einer App von KuppingerCole möglich war. Aus den ersten zwei Plätzen bestimmte schließlich die Jury den endgültigen Gewinner.

Als Finalisten wurden Dr. Torsten Lodderstedt, der CTO von YES.com AG und Balázs Némethi, der Co-Founder von Taqanu gewählt. Torsten Lodderstedt sprach ausführlich über verschiedene Formen von Zentralisierung im Zusammenhang mit Identitätsmanagement. Leider konnte er den Vortrag nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit beenden.

And the winner is…

Balázs Némethi! Dieser konnte seine Vision eines skalierbaren, hashgraph-basierten Identity-Management-Systems innerhalb der Zeit vorstellen. Sein Unternehmen Taqanu möchte Flüchtlingen mithilfe eines neuen Identitätssystems den Zugang zum westlichen Finanzsystem ermöglichen. Passend zur ursprünglichen Motivation der Blockchain-Technologie bank the unbanked soll so Flüchtlingen zu mehr Selbstbestimmung und letztlich zur Inklusion verhelfen.

Die Veranstaltung war ein Appetitanreger für die kommenden Tage, sind doch manche Referenten auch bei späteren Sessions eingeplant. Insgesamt zeigte der Abend, dass Blockchain-Anwendungen jenseits von Finanzen weder langweilig noch ohne idealistische Visionen sein müssen.

BTC-ECHO

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