Krypto und traditionelle Märkte Bitcoin und klassische Märkte nach dem Crash

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Bitcoin: kein Wertspeicher mehr?

Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs konnte sich dem Sog des klassischen Markts nicht entziehen und fiel mit ihnen in die Tiefe. Entsprechend ist die Volatilität extrem hochgeschossen und die Performance in den Keller gefallen. Ebenso lässt sich auf Basis der Korrelation zu den klassischen Märkten über Bitcoin als unkorreliertes digitales Asset diskutieren.

Wie vor gut einem Monat angekündigt haben wir die Reihe „Krypto und traditionelle Märkte“ auf ein monatliches Erscheinen reduziert. Das Timing könnte, extrem zynisch gesprochen, kaum besser sein: Im Zuge der Corona-Pandemie reagierten die Weltmärkte – und mit ihnen Bitcoin. Eigentlich alles wurde gemeinsam in die Tiefe gerissen, sodass sich die Frage stellt, was für ein Safe Haven Bitcoin nun sein soll. Die Einlagen der Anleger hat das digitale Gold jedenfalls nicht gesichert und nach einem unkorrelierten digitalen Asset sieht es auch nicht aus, wenn der Kurs im Gleichschritt mit allen klassischen Märkten abwärts strebt.

In derartigen Zeiten lohnt sich ein Blick auf die Zahlen und auf die längerfristige Entwicklung. Wie stark hat die jüngste Entwicklung an der Korrelation zwischen Bitcoin und den übrigen Assets gerüttelt? Was sagt der jüngste Kurssturz nicht nur über die Performance, sondern auch über die Volatilität? Und wie haben sich klassische, als sicher geltende Anlageklassen verhalten? Darauf möchten wir nun einen Blick werfen.

Wie immer werden wir auf die Korrelationen verschiedener Assets und Vergleichswerte, auf die Volatilitäten und auf die Performances schauen. Sie werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage berechnet. Als Vergleichswerte aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und DAX sowie die Kurse von Öl und Gold.

Bitcoin und klassische Märkte im Gleichschritt in den Untergang

Korrelation zwischen Bitcoin und den übrigen Assets


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Na, das ist doch mal was Neues: Alle Vergleichswerte der traditionellen Märkte sind positiv zum Bitcoin-Kurs gekoppelt. Das gilt insbesondere für die Indizes DAX und S&P 500. Gold und der Nikkei-Index weisen eine deutlich schwächere Kopplung auf, während sich die Korrelation zwischen Öl und Bitcoin dazwischen bewegt.

Schaut man auf die Welt jenseits von Bitcoin fällt auf, dass Gold seinem Ruf als Wertspeicher immer noch gerecht wird: Die Korrelation zu allen anderen Assets ist vergleichsweise gering. Darüber hinaus bewegen sich aktuell der S&P 500 und Öl gegenläufig zu Gold. Entsprechend ist Bitcoin nicht mehr das unabhängigste Asset in unserem Marktvergleich:

Korrelationen von Bitcoin mit Vergleichsassets

Die absolute mittlere Korrelation mit den übrigen Märkten liegt bei unglaublich hohen 33 Prozent. Positiv formuliert ist Bitcoin damit immer noch das zweitunabhängigste Asset in unserem Marktvergleich. Doch eine derartige Formulierung würde ausklammern, dass Gold mit einer absoluten mittleren Korrelation von 15 Prozent deutlich unter Bitcoin und den übrigen Assets liegt.

Das Bild ist unter Berücksichtigung etwaiger Kompensationseffekte letztlich dasselbe oder sogar noch dramatischer: Hier ist die mittlere Korrelation von Gold mit 5 Prozent sogar noch geringer, während sich auch hier Bitcoins mittlere Korrelation zum Gesamtmarkt mit den anderen Assets vergleichen lässt.

Schaut man sich die zeitliche Entwicklung an, sieht man, dass diese Explosion der Korrelationen mit dem Kurssturz aller Märkte einherging. Außer Öl verhielt sich alles im Gleichschritt mit Bitcoin. Der Nikkei–Index und Gold konnten sich jedoch schnell wieder von diesem Gleichschritt lösen:

Laufende Korrelationen zwischen Bitcoin und den Vergleichsassets

Volatilität von DAXS und S&P 500 erreicht von Bitcoin bekannte Höhen

Die Volatilität Bitcoins ist innerhalb eines Tages auf ein neues Hoch gestiegen

Das Tumult an den klassischen Märkten und am Krypto-Ökosystem führte natürlich zu einem Ansteigen der Volatilität. Die Volatilität Bitcoins stieg auf Höhen, die der Bitcoin-Kurs seit Anfang 2015 nicht mehr sah. Für die Vergleichsassets gilt ebenso, dass derartig hohe Volatilitäten seit Jahren nicht mehr gesehen wurden. Bis auf Gold und den Nikkei–Index stiegen die Volatilitäten der Vergleichsassets in den letzten Tagen in Höhen, die man ansonsten vom Bitcoin-Kurs kennt.

Großteil der Assets seit Anfang März im Sinkkurs

Bis auf Gold sind alle Performances im Keller

Nach derartigen Aussagen über Korrelation und Volatilität kann man sich schon denken, was bezüglich der Performance zu sagen ist: Sie fiel für fast alles in den Keller. Lediglich Gold konnte sich bezüglich der mittleren Performance über Null halten. Alle anderen Assets, auch Bitcoin, brachen dramatisch ein und fielen auf durchschnittliche tägliche Performances zurück, die man seit Jahren nicht gesehen hat. Bitcoin traf es besonders dramatisch: Der Kurssturz ließ die mittlere Performance auf -2 Prozent fallen.

Auch bei der kurz- und mittelfristigen Entwicklung der Börsenkurse hinterlässt das natürlich seine Spuren. Außer Gold mussten alle betrachteten Assets im Marktvergleich empfindliche Einbußen ertragen:

Wie haben sich die Assets kurz- mittel- und langfristig entwickelt?

In Zeiten der Krise: Langfristig und von den Fundamentals her denken

Ist das nun das Ende der Geschichte um Bitcoin? Zugegeben: Wirklich krisensicher wirkt das angebliche digitale Gold gerade nicht. Das unkorrelierte digitale Asset wurde in Zeiten der Krise zu einem korrelierten Verkaufsobjekt und Anleger verkauften alles, was nicht niet- und nagelfest war.

Dennoch ist das nur ein Teil des Bildes um Bitcoin. Schaut man sich die langfristige Entwicklung seit Anfang Januar 2019 an, ist Bitcoin immer noch das am besten performende Asset. Es konnte sogar fast doppelt so gut wie Gold performen:

Immerhin: Bitcoin-Investoren, die 2019 investierten, sind immer noch im Plus

Ebenso haben sich die Fundamentals um Bitcoin nicht geändert. Bitcoin ist immer noch absolut limitiert, wie auch das bald stattfindende Halving beweist. Wir befinden uns nun knapp 60 Tage vor dem nächsten Halving. Zwar ist die Statistik zu gering, um wirkliche Aussagen treffen zu können, Hoffnung kann dieser Blick in die Vergangenheit jedoch geben. Die Zeit vor dem Halving war auch in den beiden vorhergehenden Halvings noch kein Bullenmarkt:

Bitcoin Halvings im BlickTageschart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt

Bitcoin-Anleger sollten diese eigentliche Begründung für einen Safe Haven nie vergessen: Bitcoin ist absolut limitiert. Zeiten wie diese sind eine Einladung, das Motto „I am in it for the technology“ wieder ernst zu nehmen.

Daten am 14. März 2020 von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet. Candlestick-Chart wurde mithilfe von TradingView erstellt. 


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