Bitcoin und traditionelle Märkte Bitcoin spielt wieder mit den Großen

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Ob der Bitcoin-Kurs sich im nächsten Jahr wieder so verhält?

Quelle: Shutterstock

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Die Korrelation Bitcoins mit den klassischen Märkten ist wieder minimal. Mit drei Prozent ist die Volatilität ebenfalls überschaubar. Schließlich ist, nach Wochen endlich mal wieder, die Performance Bitcoins positiv.

Seit fast einem Jahr verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017. Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten:

  • die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den traditionellen Märkten
  • die Volatilität
  • die Performance des Bitcoin-Kurses

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf diese drei Größen. Sie werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage berechnet. Als Vergleichswerte aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und DAX sowie die Kurse von Öl und Gold.

Entkopplung zwischen Bitcoin und Gold abgeschlossen

Eine Bemerkung vorneweg: Über die Feiertage tut sich bei verschiedenen klassischen Vergleichswerten wie beispielsweise dem DAX nichts. Für die Analyse haben wir deshalb entsprechend eine konstante Kursentwicklung angenommen. Wie oben beschrieben betrachten wir jedoch ohnehin immer die Werte der letzten 30 Tage, so dass die durch die Feiertage zustande kommende Unsicherheit gering ist.


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Was sofort ins Auge sticht: Die Korrelationen des Bitcoin-Kurses zu den Vergleichswerten ist minimal. Sicher, auch hier extistieren Unterschiede: Während der S&P 500 und der DAX geringe positive Kopplungen vorweisen können bewegen sich die Kurse vom Nikkei-Index, Öl und Gold zum Bitcoin-Kurs leicht gegenläufig. Wirklich große (Anti-)Korrelationen kann man nur jenseits vom Bitcoin-Kurs betrachten. So besteht eine hohe positive Kopplung zwischen Öl und dem S&P 500 sowie zwischen dem DAX und Gold. Im Kontrast dazu sind der Nikkei-Index und Gold negativ gekoppelt:

 

Korrelationen zu Bitcoin sind auf ein Minimum gesunken

Insgesamt bewegen sich die Korrelationen der verschiedenen Assets und Vergleichswerte mit dem Bitcoin-Kurs weiter auf die Null zu. Zwischen plus und minus 10 Prozent bewegen sich die Kopplungen mit allen Assets und Vergleichswerten:

Die Unterschiede zwischen den Korrelationen zu Bitcoin werden kleiner.

Insgesamt ist die absolute mittlere Korrelation mit den übrigen Märkten auf 8 Prozent gestiegen. Sie ist damit wie in den letzten Wochen die niedrigste in unserem Marktvergleich. Öl und der Nikkei-Index folgen weit abgeschlagen mit einer absoluten mittleren Korrelation von 18 bis 19 Prozent. Die übrigen Assets und Vergleichswerte haben absolute mittlere Korrelationen von über 20 Prozent.

Berücksichtigt man etwaige Kompensationseffekte ist die Situation letztlich dieselbe: Mit minus 2 Prozent ist die Kryptowährung zu den übrigen Märkten ebenfalls geringer mit dem übrigen Markt gekoppelt als die betrachteten Assets und Vergleichswerte. Lediglich Gold kann mit einer positiven Gesamtkorrelation eine ähnliche Unabhängigkeit vorweisen.

Volatilität Bitcoins weiter bei drei Prozent

Der Kursrutsch unter 7.000 US-Dollar vor zehn Tagen ließ die Volatilität wieder steigen. Sie stieg damit auf über drei Prozent. Dem Krebsgang des Bitcoin-Kurses entsprechend bewegte sich die Volatilität seitdem seitwärts:

Volatilität von Bitcoin und anderen Assets.

Bitcoins Performance wieder positiv

Endlich trat wieder ein, was man seit Wochen nicht mehr sah: Die Performance Bitcoins ist wieder positiv. Sie konnte sogar immerhin über die monatliche Performance vom DAX steigen. Zwar sind wir immer noch weit von den Kursrallyes im Sommer entfernt und die Performance vom Gros der betrachteten Assets und Vergleichswerte liegt über der vom Bitcoin-Kurs, aber es ist ein Anfang: Bitcoin mischt wieder bei den traditionellen Märkten mit:

Die Performance Bitcoins kann es nun wieder mit der der traditionellen Assets aufnehmen.

Ebenfalls etwas schon lange nicht mehr gesehenes: Wer vor einem Monat in Bitcoin investiert hätte, hätte immerhin einen Prozent Gewinn verbuchen können – mehr als ein Investment im DAX. Natürlich gilt weiterhin: Wer vor einem Quartal investiert hätte, wäre vom Abwärtstrend seit der Sommerrallye mitgerissen worden. Dass die Betrachtung über ein Jahr und seit Jahresbeginn aktuell sehr nahe beieinander liegen ist klar. Beides spricht ohnehin dieselbe Sprache: Langfristige Investoren wären im Fall von Bitcoin mit vollen Taschen ins nächste Jahr gegangen. Doch auch die Assets und Vergleichswerte der traditionellen Märkte hätten immerhin 15-30 Prozent Gewinne erzielt:

Vergleich der betrachteten Assets bezüglich der Performance.

 

So langsam könnte Bitcoin also wieder attraktiv für insitutionelle Investoren sein. Wir haben das Jahr über gesehen, dass Bitcoin seinem Ruf als unkorreliertes Asset weiterhin gerecht wurde. Die Volatilität, obschon sie zwischenzeitlich auf sieben Prozent anstieg, erwies sich über weite Teile des Jahres als überschaubar. Nun scheint sich der Abwärtskurs von Bitcoin auch noch zu beruhigen, so dass Performance-technisch Bitcoin wieder mit den Assets vom klassischen Markt vergleichbar ist. Nimmt man noch alle Hoffnungen um das Halving im nächsten Jahr hinzu kommt man nicht umhin, dass Bitcoin wieder als Langzeit-Investment attraktiv wird.

Ein Jahr mit Bitcoin – eine Retrospektive

Zum Jahresabschluss mal ein Bild von der Gesamtperformance.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Betrachten wir deshalb kurz, wie sich die Assets über das letzte Jahr entwickelt haben. Der Bitcoin-Kurs bildet letztlich die vier Jahreszeiten gut ab:

  • im ersten Quartal schwächelte der Kurs. Der Depotwert eines Einmalinvestments in Bitcoin fiel sogar ins negative. Ein Krypto-Winter par excellence.
  • Das zweite Quartal begann mit einer Kursexplosion, an die sich ein Bullenmarkt par excellence anschloss. Der Depotwert wurde in der Zeit verdoppelt. Wir hatten einen wunderbaren Krypto-Frühling, an den sich ein Sommermärchen anschloss.
  • Das dritte Quartal war von Kämpfen geprägt. Die Marktstimmung war noch heiß, was sich in einem Kampf um neue Kurshöhen und dem Weg durch ein großes Triangle-Pattern zeigte.
  • Das Triangle-Pattern wurde am Ende des dritten Quartals durchbrochen und wich einem dramatischen Abwärtstrend, welches zum Ende des vierten Quartals zu einer Seitwärtsphase wurde.

Die Assets am klasssichen Markt weisen, zumindest nicht stark sichtbar, nicht diese saisonale Abhängigkeit auf. Ob sich dieses Verhalten wiederholt? Wie so häufig gilt am Krypto-Markt „mal sehen“. Wie im Krypto-Komplass 01/2020 betrachtet existiert zweifellos eine Saisonalität am Bitcoin-Markt, ob diese sich jedoch exakt wie in diesem Jahr zeigt bleibt abzusehen.

Daten am 27. Dezember von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.


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