Bitcoin-Kurs Das Zünglein an der Waage
Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs kämpft mit seinem Unterstützungsbereich. Zeitgleich dringen chinesische Unkenrufe ans Krypto-Ufer, während YouTube den Zensurhammer schwingt. Vorboten des Winters?

Der Bitcoin-Kurs strauchelt gegen Jahresende. Mit aktuell 7.123 US-Dollar konnte es die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung bisher schaffen, ihren Unterstützungsbereich zu halten. Knapp. Derweil dringen Warnsignale aus China an die Krypto-Szene.

Bitcoin-Kurs und Warnungen aus China

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In der Vergangenheit reagierte der Bitcoin-Kurs mitunter empfindlich auf Nachrichten aus dem Reich der Mitte. Es sei hier an die 40-Prozent-Rallye Ende Oktober erinnert, befeuert durch eine Aussage von Präsident Xi Jinping. Diese wurde zwar durch eine Korrektur der Äußerung kurze Zeit wieder stark eingedämmt – verdeutlichte jedoch umso mehr Korrelationen zwischen News aus China und dem Bitcoin-Kurs.

Umso mehr dürfte es verwundern, dass aktuelle Warnungen chinesischer Behörden bisher keinen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs genommen haben. Wie das chinesische Medium Shanghai Securities News am 27. Dezember berichtet, hat die chinesische Finanzaufsicht jüngst eine Erinnerung herausgegeben, in der sie erneut vor dem Handel mit Bitcoin & Co. warnt. Darin heißt es:

Es gibt Anzeichen für eine Wiederbelebung der Aktivitäten im Bereich des virtuellen Währungshandels im Land. Einige Plattformen für den virtuellen Währungshandel bieten inländischen Einwohnern [dementsprechende] Dienstleistungen an. Die Ankündigung zur Verhinderung der Finanzierungsrisiken bei der Ausgabe von Token hat den Verdacht [auf] illegale Finanztätigkeiten, [die] die Wirtschafts- und Finanzordnung stören.

Dahingehend würden die Behörden weiterhin ermitteln und gegen ICO-Plattformen und Bitcoin-Börsen vorgehen:

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In der Risikoerinnerung heißt es, dass die Abteilungen für Finanzmanagement, Verwaltung der Netzwerktelekommunikation und öffentliche Sicherheit weiterhin hohen Druck auf Transaktionen mit virtuellen Währungen, ICOs und verschleierte ICOs ausüben. Außerdem wenden sie Methoden wie Befragungen vor Ort, behördliche Ermittlungen, Website-Schließungen und strafrechtliche Ermittlungen umfassend an.

Ferner werde in der Regierungsmitteilung davor gewarnt, weiterhin Geschäfte mit Kryptowährungen zu betreiben. Dahingehend heißt es:

Gleichzeitig warnt [die Finanzaufsicht] Institute und Mitarbeiter [von Krypto-Unternehmen] in Peking nachdrücklich: Sie dürfen relevante Projekte oder Plattformen für Kryptowährungen nicht veröffentlichen und fördern, sie dürfen keine Geschäftsverkäufe oder -transaktionen in virtuellen Währung tätigen, sie dürfen keine Transaktionen in virtueller Währung oder getarnte Transaktionen mit Anlegern tätigen und sie dürfen nicht [daran] teilnehmen.

Damit setzt die chinesische Regierung ihren restriktiven Bitcoin-Kurs fort. Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass chinesische Behörden 7.000 Mining-Geräte vom Netz nahmen.

Auch du, YouTube? Video-Plattform schließt Krypto-Kanäle

Auch in Social-Media-Angelegenheiten ist die Luft aktuell dünn für die Kryptowährungsszene. So ist YouTube aktuell dabei, zahlreichen Bitcoin-Video-Bloggern das Licht auszuschalten. Die Szene ist indes wenig entzückt. Die Gründe für die großzügigen Schließungen durch das Videoportal sind bisher nicht bekannt, eine entsprechende Anfrage durch BTC-ECHO blieb unbeantwortet.

Südkorea will Bitcoin & Co. unter die Lupe nehmen

Weniger restriktiv geht es unterdessen in Südkorea zu. Wie die Zentralbank des Landes am 27. Dezember mitteilt, ist sie momentan aktiv auf der Suche nach Blockchain-Experten. Diese sollen, so heißt es in der Mitteilung, das Themenfeld Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und digitales Zentralbankengeld im Auftrag des Landes genauer unter die Lupe nehmen.

Bitcoin-Kurs: Die technische Analyse

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kursverlauf an dieser Stelle wie immer von BTC-ECHO Chief Analyst Philipp Giese.

Tageschart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt

Über die Weihnachtsfeiertage konnte der Bitcoin-Kurs seinen Aufwärtstrend nicht aufrechterhalten. Er fiel wieder zurück und testet aktuell das Support-Level bei 7.123,94 US-Dollar. Die Indikatoren sind größtenteils neutral. Sowohl Aroon-Up- als auch Aroon-Down-Indikator sind aktuell hoch und fallen, während der RSI bei 46 und damit schlimmstenfalls im eher bearishen Bereich liegt.

Der MACD ist eindeutig bullish: im positiven Bereich und ungeachtet der aktuell schwachen Kursperformance steigend. Insgesamt kommen wir deshalb auf eine eher bullishe Einschätzung. Ob sich nun eine Long Position anbietet? Wagemutige können sie eröffnen und einen knappen Stop Loss setzen. Etwas Vorsichtigere können warten, bis der Kurs über den gleitenden Mittelwert der letzten 50 Tage bei 7.530,80 US-Dollar gestiegen ist.

Dann können sie eine Long Position mit den beiden angegebenen Resistances bei 8.027,51 US-Dollar und 8.757,43 US-Dollar als Target eröffnen. Als Stop Loss bietet sich der Support bei 7.123,94 US-Dollar an. Fällt der Bitcoin-Kurs unter diesen, kann man über eine Short Position nachdenken, deren erstes Target beim Support des verfolgten Abwärtskanals liegt. Dieser liegt aktuell bei 6.255,07 US-Dollar. Den Stop Loss kann man auf 7.530,80 US-Dollar setzen.

Bitcoin-Kurs: Das Zünglein an der Waage

Bisher (Redaktionsschluss: 27.12., 09:51) hält der aktuelle Support 7.123,94 US-Dollar. Was tun, wenn die Unterstützung reißen sollte? Hier sei an unsere Trading-Tipps erinnert. Das Wichtigste: kühlen Kopf bewahren.

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