Bitcoin-Kurs steigt: Alles zum Kurstreiber China

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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China, Blockchain und der Bitcoin-Kurs: Ein Dreiergespann, das für Aufregung sorgt. Erwacht der rote Drache? Alles zu Blockchain-Bestrebungen aus dem Reich der Mitte.

Der Zusammenhang von Meldungen aus China und Bewegungen beim Bitcoin-Kurs beschäftigt die Krypto-Community nach wie vor. Man erinnere sich hier etwa an den Herbst 2017: China hatte Trading-Plattformen und Initial Coin Offerings (ICO) verboten und sich allgemein gegen die Krypto-Ökonomie ausgesprochen. Anschließend kam es zu einem starken Einbruch im Bitcoin-Kurs. Aktuell scheint es in die andere Richtung zu gehen.

Wie wir berichteten, fiel die Bitcoin-Kurs-Rallye am 25. Oktober mit positiven Äußerungen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping bezüglich der Blockchain-Technologie zusammen. Laut einer Meldung der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua betonte der Generalsekretär der Kommunistischen Partei, dass die Anwendung der Blockchain-Technologie eine wichtige Rolle für die chinesische Industrie spiele. Demnach sei es nun an China, mehr in die Technologie zu investieren. Von Kryptowährungen und dem Bitcoin-Kurs war hier zwar nicht die Rede. Dennoch stieg der Kurs nach Veröffentlichung stark an.

Die Blockchain-Perspektiven Chinas

Xi Jinping betonte, dass man Grundlagenforschung stärken wolle, um China eine Führungsposition in der Blockchain-Technologie zu sichern. So sei es notwendig, eine „Blockchain-Branchenökologie aufzubauen, um die umfassende Integration von Blockhain- […] und Informationstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Big Data und Internet der Dinge zu beschleunigen […].“ Unter anderem sei hier die „Förderung des Datenaustauschs […] und die Optimierung von Geschäftsprozessen […]“ interessant.

Hier sei vor allem auf den Handelskrieg Chinas mit den USA verwiesen, der als möglicher Treiber für den Bitcoin-Kurs gehandelt wird. Nachdem etwa US-Präsident Donald Trump am 1. August einen zehnprozentigen Strafzoll auf chinesische Waren erhoben hatte, war der Bitcoin-Kurs in den folgenden Tagen auf über 11.000 US-Dollar gestiegen. Der Yuan, die chinesische Staatswährung, war zeitgleich so schwach wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Konkurrenz zwischen den Vereinigten Staaten und dem Reich der Mitte spielt sicher auch im aktuellen Blockchain-Vorstoß der chinesischen Regierung eine Rolle. Der Kampf um die Führungsposition im Bereich der (Blockchain-)Technologien steht schließlich bei beiden Staaten ganz oben auf der Wirtschafts-Agenda.

Abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt dürfte die Kommunistische Partei jedoch die Transparenz der Technologie, die Bitcoin am Laufen hält, interessieren. Transaktionen – seien es Zahlungs-, Waren- oder Nachrichtenströme – lassen sich bestens mit ihr überwachen. So plant die Regierung in China unter anderem ein digitales Zentralbankengeld auf Blockchain-Basis. Beim digitalen Yuan wird es sich jedoch nicht wie bei Bitcoin um ein dezentrales Währungssystem ohne verwaltende Institution handeln. Vielmehr verbleibt die Geldpolitik in den Händen der Zentralbank, es wird sich um eine private „Blockchain“ handeln.

Die Verkettung von Überwachung und Technologie

Dennoch fallen jüngste Anstiege im Bitcoin-Kurs mit einem erhöhten Interesse Chinas an der Blockchain-Technologie zusammen. Wie das nationale Cyberspace-Informationsbüro in China am 18. Oktober bekannt gegeben hat, registrierten sich seit März 2019 insgesamt 309 chinesische Unternehmen mit Blockchain-Plänen. Damit verzeichnet die Behörde insgesamt 506 Blockchain-Projekte, zählt man Informationen vom März 2019 hinzu. Die Projekte zählen dabei staatseigene oder -nahe Unternehmen wie etwa die Bejing Financial Assets Exchange oder den Cloud-Solution- und KI-Anbieter AibE. Hinzu kommen Banken wie die Commercial Bank of China, die Ping An Bank und Union Pay, das chinesische Äquivalent zu Visa und MasterCard.

Mit Baidu, Alibaba und Tencent gesellen sich in die Liste chinesischer Blockchain-Unternehmen schließlich wichtige Technologie-Konzerne. Kurzum: Die Industrie in China setzt auf die Blockchain-Technologie. Doch diese enge Verflechtung von Technologie und Regierung in China bereitet Beobachtern nicht erst seit den neusten Blockchain-Patenten und der Bitcoin-Kurs-Rallye Kopfschmerzen. Die Verkettung von Blockchain-Überwachungsmöglichkeiten, dem wachsamen Auge des Staates und einem sich ausbreitenden technologischen Netz könnte Konsequenzen haben, die weit über die chinesischen Staatsgrenzen reichen.

Bitcoin-Kurs und Meldungen aus China

Am 26. Oktober kam es zu einer weiteren Meldung aus China, die mit einem Anstieg des Bitcoin-Kurses zusammenfiel. So berichtete Xinhua an anderer Stelle, dass am 1. Januar 2020 ein Gesetz zur Regulierung von Kryptographie in Kraft treten wird. Dabei geht es zunächst um die Standardisierung von Passwörtern, um „die Netzwerk- und Informationssicherheit zu gewährleisten und das wissenschaftliche, standardisierte und legalisierte Niveau der Passwortverwaltung zu verbessern.“ Kurz nachdem sich Xi Jinping also dafür ausgesprochen hatte, die Blockchain-Technologie im Lande zu stärken, lieferte die Regierung einen Gesetzesentwurf nach, der in eine ähnliche Richtung ging. Und der Bitcoin-Kurs stieg an.

Wie hängen Bitcoin-Kurs, China und Blockchain zusammen?

Dass die Meldung, dass sich die nach Kaufkraftparität gemessene größte Volkswirtschaft der Welt für die Blockchain-Technologie interessiert, hohe Wellen schlägt, liegt nahe. Auch dass es hier Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs gibt, ist schwer von der Hand zu weisen. Zwar sollte man hier nicht davon ausgehen, dass China plötzlich zum Hafen für dezentrale Finanztechnologien ohne institutionelle Verwaltung wird. Dennoch hängen Kryptowährungen wie Bitcoin nach wie vor eng mit der Blockchain-Technologie zusammen.

Aktuell ist das Handeln mit Bitcoin im Reich der Mitte nach wie vor verboten. Falls es hier zu Zugeständnissen der chinesischen Regierung kommen sollte, öffnet sich ein potentiell riesiger Markt und damit weitere Möglichkeiten für den Bitcoin-Kurs. Ob sich die Regierung in China dafür jedoch öffnet, darf man aktuell bezweifeln.

Bitcoin-Kurs aktuell

Zu Redaktionsschluss notiert der Bitcoin-Kurs bei knapp 9.300 US-Dollar. Er verzeichnet ein Kursplus von einem Prozent in den letzten 24 Stunden. Im 7-Tages-Chart freut sich der Kurs der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung über einen Zuwachs von 13 Prozent. Die gesamte Marktkapitalisierung liegt indes bei 168,27 Milliarden US-Dollar bei einem 24-Stunden-Handelvolumen von 45 Milliarden US-Dollar. Zu unseren Kursseiten geht es hier.


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