Corona-Marktupdate Bitcoin (BTC) erstarrt – ZEW-Index auf Tiefstwert

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Die EU sieht sich wegen der Corona-Pandemie zu immer drastischeren Maßnahmen gezwungen. Nachdem die USA bereits ein Einreiseverbot verhängt haben, gilt nun auch ein sofortiger Einreisestopp in die EU. Die aktuellen ZEW-Konjunkturaussichten fallen derweil düster aus, während sich Bitcoin und der Krypto-Markt nur langsam von den schweren Verlusten erholen.

Die jüngsten Entwicklungen der Corona-Krise und die Auswirkungen auf die traditionellen Märkte und das Bitcoin-Ökosystem im täglichen Marktupdate.

Coronavirus und die internationale Lage

Europa igelt sich ein. Immer mehr Länder schotten sich ab und schließen die Grenzen. Gerade jetzt gilt es aber, gemeinsame Lösungen auf europäischer Ebene zu koordinieren, um die Pandemie zu verlangsamen.

Einreiseverbot in die EU


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Das betonte auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel während einer Pressekonferenz am gestrigen Abend, am 17. März. Demnach haben sich die Regierungschefs in einem Videogipfel auf ein sofortiges Einreiseverbot in die EU geeinigt. Die Einreiserestriktion gilt für Bürger nicht-europäischer Länder mit wenigen Ausnahmen und ist zunächst auf 30 Tage beschränkt. Merkel zufolge müssten die Mitgliedstaaten nun eng beim Grenzenmanagement zusammenarbeiten, um den Warenverkehr und damit den Binnenmarkt zu stabilisieren.

RKI stuft Risiko hoch ein

Da die Fallzahlen der Corona-Infizierten bundesweit steigen, hat das Robert Koch Institut in einer aktualisierten Risikobewertung die Gefährdung der Bevölkerung in Deutschland von mäßig auf hoch gestuft. Dem RKI nach handle es sich momentan um eine „sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation“, die sofortige Gegenmaßnahmen erfordert. Schaffe man es nicht, die Ausbreitung zu verzögern, wird das Gesundheitswesen in den risikoreichsten Gebieten auf eine harte Belastungsprobe gestellt. In den besonders betroffenen Regionen könnten die Kapazitäten der medizinischen Versorgung bei Zunahme der Infektionsrate an ihre Grenzen stoßen.

VW und Daimler stellen Produktion ein

Daimler stellt den Großteil der Produktion und Teile der Verwaltung in Europa für die kommenden zwei Wochen ein. Dieser Schritt sei eine „vorsorgliche Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie“, teilt der Konzern schriftlich in einer Pressemitteilung mit. Ob die Unterbrechung über die Dauer hinaus fortgesetzt wird, hänge von der weiteren Entwicklung ab. Die wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen und die Belegschaft lassen sich derzeit nicht abschätzen.

Auch Volkswagen muss vorübergehend seine europäischen Werke schließen. Damit reagiere man auf den „sich abzeichnenden Einbruch der Nachfrage auf den Automobilmärkten“, heißt es von Unternehmensseite. Die Fabriken sollen ebenfalls zunächst für zwei Wochen geschlossen bleiben. Die Regelung gilt für die Standorte in Deutschland ab dem Ende der Spätschicht am Donnerstag, dem 19. März.

ZEW-Konjunkturausblick: Die Signale stehen auf Rot

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat die neusten Konjunkturerwartungen veröffentlicht. Demnach erlebt der ZEW-Index den stärksten Rückgang seit Beginn der Umfrage 1991 und sinkt um 58,2 Punkte auf einen Wert von Minus 49,5 Punkten.

Sowohl die aktuelle Konjunktureinschätzung als auch die Erwartung an die kommende Entwicklung fällt unter den Finanzmarktexperten düster aus und ist in diesem Ausmaß nur mit der Finanzkrise 2008 vergleichbar. 

ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach kommentiert:

Der extrem starke Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen war zu erwarten. Für die Konjunktur stehen die Signale auf Rot. […] Für das Gesamtjahr 2020 erwartet die Mehrheit der Experten/-innen derzeit einen auf die Corona-Pandemie zurückzuführenden Wachstumsrückgang des realen BIP von etwa einem Prozentpunkt.

Eine Rezession scheint unausweichlich und nur eine Frage der Zeit. Die Erwartungen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken ebenso dramatisch wie diejenigen für Deutschland. 

US-Regierung will Helikoptergeld verteilen

Um die Folgen für die Wirtschaft abzumildern, plant die US-Regierung, Schecks an Bürger zu verteilen. Wie das Handelsblatt berichtet, teilte US-Finanzminister Steven Mnuchin dies am Dienstag, dem 17. März, in einer Pressekonferenz mit. Über die Höhe der Schecks ist noch nichts bekannt. Ebenso ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, wer Anspruch auf das Helikoptergeld hat. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Hilfspakets, das eine Billion US-Dollar schwer sein soll und damit das größte in der Geschichte der USA wäre. 

Traditionelle Märkte verschnaufen

Der deutsche Leitindex bewegte sich am gestrigen Dienstag zwischen 8.423 und 9.146 Punkten und konnte sich mit einem Gewinn von 2,25 Prozent auf 8.939,10 Zähler etwas erholen. Damit konnte der Dax seine Verluste seit Ausbruch der Corona-Krise etwas wettmachen. Seit dem 21. Februar belaufen sich die Verluste bis zum Xetra-Handelsende am Dienstag aber immer noch auf 34 Prozent. 

Auch die US-Aktienmärkte konnten seit dem Absturz zu Wochenbeginn leicht zulegen. Der Dow Jones Industrial konnte wieder die Marke von 21.000 Punkten durchbrechen und schloss mit einem Plus von 5,19 Prozent bei 21.237,31 Zählern. S&P 500 konnte ebenfalls leicht zulegen mit einem Plus von 6 Prozent bei 2.529,19 Punkten. Der Gold-Kurs begann den Tag mit demselben Kurs wie gestern, fiel jedoch noch um 3 Prozent und steht aktuell bei 1.476,88 US-Dollar.

Wie Steven Mnuchin am Dienstag in Washington mitteilte, wolle die US-Regierung die Aktienmärkte geöffnet halten. Der US-Finanzminister habe sich dahingehend bereits mit Banken und der New Yorker Börse ausgetauscht. Künftig seien aber verkürzte Handelszeiten ein mögliches Szenario. 

Die drastische Senkung des Leitzins durch US-amerikanische Notenbank hat indes wenig Wirkung auf die Aktienmärkte gehabt. Ben Jones, CEO von Bitwala, begrüßt die Maßnahmen der Fed zwar, sieht den Markt aber weiterhin auf wackligen Beinen stehen:

Die von der Federal Reserve getroffenen Maßnahmen sind ein Pflaster in unbeständigen Zeiten. Viele befürchten jedoch auch, dass die Wiederaufnahme des Gelddrucks durch Zentralbanken und Regierungen als Reaktion auf die Krise unweigerlich zur Erosion des staatlich gestützten Fiatgeldsystems führen wird. Deshalb ziehen die Hodler die Unbestechlichkeit von Bitcoin den kurzlebigen geldpolitischen Auswirkungen vor.

Krypto-Markt: Bitcoin & Co. in Wartestellung

Seitdem die Corona-Panik eine panische Welle von Abverkäufen ausgelöst hat, scheint sich der Krypto-Markt momentan etwas beruhigt zu haben. Bitcoin notiert aktuell bei 5.208 US-Dollar mit einem leichten Kursverlust von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vortag. Damit bewegt sich die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung seit seinem Tiefstwert am 13. März bei 3.860 US-Dollar – mit wenigen Ausreißern nach unten – weiterhin oberhalb der Marke von 5.000 US-Dollar. Der Relative Strength Index (RSI) deutet an, dass sich Bitcoin immer noch im überverkauften Bereich befindet und die Bollinger-Bänder stark überstreckt sind. 

Auch die Altcoins verschnaufen nach den massiven Kurseinbrüchen der vergangenen Tage. Ether notiert bei knapp 115 US-Dollar und bleibt mit einem Minus von 1,8 Prozent zum Vortag nahezu unverändert. Die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung wurde mit voller Wucht von der Corona-Panik erfasst und ist in vier aufeinanderfolgenden roten Kerzenwochen um 45 Prozent gesunken. Auch der XRP-Kurs zeigt sich seit dem 17. März kaum verändert. Die Kryptowährung aus dem Hause Ripple steht aktuell bei 0,145 US-Dollar und ist somit in den letzten 24 Stunden um 1,6 Prozent gefallen.

Technische Analyse des Bitcoin-Kurs

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kurs von Chief Analyst Dr. Philipp Giese

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich aktuell in seinem Triangle-Pattern, sodass die vorgeschlagenen Einschätzungen und Handelsstrategien der letzten Tage weiter gelten. Die Einschätzung ist weiterhin neutral und folgende Handelsstrategien bieten sich an:

  • Short-Position: Entry bei Fall unter 4.776,15 US-Dollar, Target bei 3.850 US-Dollar, Stop Loss bei 5.461,96 US-Dollar.
  • Long-Position: Entry bei 5.990,35 US-Dollar, Target bei 7.956,29 US-Dollar, Stop Loss bei 5.461,96 US-Dollar.

Tages- und Stundenchart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt

Interessant wird es mit Blick auf den Stundenchart. Wie im obigen Bild rechts dargestellt, bewegt sich der Bitcoin-Kurs aktuell in einem leichten Aufwärtskanal und testet dessen Support. Kurzfristig können sich hier durchaus interessante Trades ergeben.

  • Mutige Trader können es sogar mit einer Long-Position mit knapp gesetztem Stop Loss bei 5.165,33 US-Dollar und Targets bei 5.473,20 US-Dollar und 5.693,62 US-Dollar probieren. Vorsichtige warten auf eine leichte Entfernung vom Support des Abwärtskanals und steigen erst beim ersten Target ein. Stop Loss in dem Fall wäre bei 5.283,64 US-Dollar.
  • Ein Sturz unter 5.000 US-Dollar wäre eine Einladung zu einer Short-Position. Erstes Target wäre bei 4.862,32 US-Dollar. Den Stop Loss kann man auf 5.165,33 setzen.

Gesamtmarktvisualisierung: Bitcoin & Co. mit leichten Verlusten

Nach wie vor hat der Krypto-Markt mit Einbrüchen zu kämpfen. Zwar scheint die Welle von Abverkäufen allmählich abzuklingen. So bewegen sich die Verluste bei den größten Kryptowährungen im Vergleich zum Vortag im niedrigen Prozentbereich. Von einer Erholung kann in der jetzigen Situation jedoch nicht die Rede sein. Zu ungewiss ist die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkung auf die Wirtschaft und Finanzmärkte.

Die Gesamtmarktvisualisierung von coin360

Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Charts am 18.03.2020 mithilfe von TradingView erstellt

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,91 Euro.


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