Trouble in DeFi-Land? Ether in MakerDAO auf Jahrestief

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: Shutterstock

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Die Menge an Ether-Token, die im MakerDAO-Contract gespeichert sind, steht aktuell bei 1,3 Millionen ETH. Damit hat sie einen neuen Jahrestiefststand erreicht. Was bedeutet das für MakerDAO und das Decentalized-Finance-Ökosystem?

Decentralized Finance oder kurz #defi ist einer der großen Trends im Ethereum-Ökosystem. Jüngst haben wir diskutiert, ob und wie Decentralized Finance auch im Bitcoin-Ökosystem realisiert werden kann. Ebenso war MakerDAO und der dazu gehörige Stable Coin Dai des Öfteren ein Thema, welches wir genauer betrachteten.

MakerDAO ist ein dezentrales Lending-Projekt. Nutzer können gegen eine Einlage in Ethereum – die sogenannte Collateralized Debt Position oder kurz CDP – Token des Stable Coins Dai erhalten. Nichts auf Erden ist umsonst, entsprechend müssen Nutzer für diese geliehenen Dai-Token eine Gebühr zahlen.

Bezüglich MakerDAO fällt aktuell eine Unpässlichkeit auf: Die im MakerDAO-Smart-Contract gespeicherten Ether befinden sich, wie man auf Defipulse beobachten kann, auf einem Jahrestief:

Die Ether-Token in Maker


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Seit dem 10. April fiel die Menge an Ether-Token, welche im MakerDAO-Vertrag gespeichert sind, von 2,2 Millionen ETH auf 1,3 Millionen ETH ab. Berücksichtigt man den Ether-Kurs, ist der Wert des Kollaterals, welches hinter MakerDAO liegt, nicht so dramatisch gefallen:

CDP von Maker in US-Dollar

Dennoch: Auch hier fiel die Höhe aller CDPs von 27. Juni aus betrachtet um 40 Prozent.

Woran kann das liegen? Zweifellos spielen die oben erwähnten Gebühren – die sogenannte Stability Fee – eine Rolle. Diese beträgt aktuell 20,5 Prozent. Gerade der dramatische Fall der CDP Mitte Juli fällt mit der jüngsten Gebührenerhöhung zusammen (hier über Maker Tools dargestellt):

Die Stability Fee im Maker-System

Am 14. Juli wurde diese Gebühr von 17,5 Prozent auf über 20 Prozent angehoben. Dabei handelte es sich nicht einfach um einen signifikanten Anstieg von über drei Prozent. Die psychologische Grenze von 20 Prozent wurde geknackt, kein Wunder also, dass diese Entscheidung der Maker-Governance wenig attraktiv für den Decentralized-Lending-Markt ist.

Einfluss von MakerDAO auf den übrigen DeFi-Markt

Auf den ersten Blick könnte man sagen, dass diese Entwicklung nur MakerDAO betrifft und entsprechend das übrige DeFi-Ökosystem nicht betroffen ist. Und tatsächlich: Beim Gros der übrigen Projekte sind die in den jeweiligen Smart Contracts verwahrten Ether-Positionen gestiegen. Compound, Uniswap und dYdXs Kollateral-Positionen sind sogar aktuell auf neuen Allzeithochs. Einzig Dharmas Einlagen zeichnen die Entwicklung der gesamten CDP von MakerDAO nach: Seit Anfang Juli sind die ETH-Einlagen Dharmas um über 40 Prozent gefallen. Dharma kündigten jüngst an, dass sie ihr Lending pausieren, was sicherlich dem aktuellen Trend der Lending-Plattform nicht gut tut.

Auch die aktuell noch gute Position von vielen DeFi-Projekten jenseits von Dharma und MakerDAO sollte man nicht als das letzte Wort betrachten. Der geringe Stand der Einlagen in Makers Smart Contract bedeutet, dass das Interesse an dem Stable Coin DAI ebenfalls sinkt. Für viele ist Maker beziehungsweise Dai der erste Schritt in das DeFi-Ökosystem. Da die genannten Positionen auch durchaus mit DAI arbeiten, kann sich MakerDAOs Flaute auch auf diese Plattformen ausbreiten.


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