Libra & Co. im Visier „Bedeutsames Risiko für Finanzstabilität“ – EZB-Bericht fordert Regulierung von Stable Coins

David Barkhausen

von David Barkhausen

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David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

gebäude der euroäischen zentralbank (ezb) in frankfurt am main

Quelle: Shutterstock

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Die jüngste Studie der Europäischen Zentralbank nennt globale Stable Coins ein „bedeutsames Risiko“ für die weltweite Finanzstabilität. In Anbetracht solcher Gefahren fordert der EZB-Bericht einen soliden Rechtsrahmen für die Digitalwährungen.

Ob Zentralbankwährungen, Facebooks Libra oder der konzerninterne JPM-Coin vom Bankenriesen JPMorgan Chase – Stable Coins waren in den vergangenen Monaten das große Trendthema im Krypto-Space. Im Lichte der anhaltenden Corona-Krise schienen die Token auf den Schreibtischen der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch bisweilen aus dem Blick geraten zu sein. In dieser Woche beweist das oberste europäische Geldhaus jedoch das Gegenteil – und fordert eine entschiedene Regulierung der Token.


An diesem Dienstag, den 05. Mai veröffentlichte die Behörde ihren jüngsten Bericht zu den unterschiedlichen Digitalwährungen, wie diese unter anderem Facebook mit seinem umstrittenen Projekt Libra seit dem vergangenen Jahr vorantreibt.

Darin nennen die Experten neben Vorzügen, wie einem weltweit schnelleren und günstigeren Bezahlverkehr, vor allem drohende Gefahren, die durch die weltweite Nutzung der Token erwachsen würden. Nach Ansicht der EZB könnte sich beispielsweise der Ausfall einzelner Anbieter oder der den Token zugrunde liegenden Währungen zu einer Schockwelle entwickeln, die sich dann durch eine Vielzahl zusammenhängender Wirtschaftsbereiche ziehe. Durch solche Ansteckungseffekte bestünden dann „bedeutsame Risiken“ für die internationale Finanzstabilität

In Anbetracht dessen gelte es nun, bestehende Gesetzeslücken auszuräumen und Sicherheit zu schaffen. Da sich verschiedene Stable Coins jedoch je nach Anbieter unterscheiden könnten, würden derzeit je nach Fall unterschiedliche Vorschriften gelten. In Anbetracht dieser Unklarheit bedürfe es einer zweifelsfreien gesetzlichen Handhabe.  

Um die potenziellen Vorteile globaler Stable Coins nutzen zu können, muss ein solider Rechtsrahmen geschaffen werden, um deren Risiken auszuräumen, bevor diese Arrangements erlaubt werden dürfen,

mahnt der Bericht die Möglichkeit eines regulatorischen Vakuums.


EZB und Corona – kein Platz für eigenen Stable Coin

Nachdem es in den vergangenen Monaten vor allem um Facebooks Währungsprojekt Libra deutlich stiller geworden war, hat die Debatte rund um Zentralbankwährungen und andere Stable-Coins jüngst neu an Fahrt aufgenommen. Mit dem Startschuss ihrer staatlichen Digitalwährung im April etwa sorgte die Volksrepublik China kürzlich international für Aufsehen.

Auch hierzulande wurde daraufhin zuletzt die Forderung ähnlicher europäischer Anstrengungen laut, etwa über die Entwicklung eines digitalen Euros. Bevor man sich in den Frankfurter EZB-Büros jedoch an eine solche Entwicklung wagen wird, gilt es hier größere Hürden für das Wirtschafts- und Finanzsystem aus dem Weg zu räumen. So rechnet die Zentralbank in Anbetracht der Covid-19-Pandemie mit verheerenden Zukunftsaussichten für die europäischen Volkswirtschaften. Platz für Währungsexperimente scheint es hier derzeit wenig zu geben.

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