BaFin: Verbot von binären Optionen für Kleinanleger bestätigt

Quelle: Shutterstock

BaFin: Verbot von binären Optionen für Kleinanleger bestätigt

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verhängt ein Verbot von binären Optionen für Kleinanleger. Die Behörde begründet den Schritt mit erheblichen Bedenken in Bezug auf den Anlegerschutz.

Binäre (auch: digitale) Optionen sind  Termingeschäfte, bei denen Wetten auf den Kurs, Preis oder den Wert eines Basiswerts abgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um eine kurzfristige Anlageform mit Barausgleich, die bereits nach wenigen Minuten auslaufen können. Die Derivate sind darüber hinaus einfach zu handeln und erfreuten sich in den vergangenen Jahren einer wachsender Beliebtheit. Binäre Optionen gelten als hochriskante Anlagen – so riskant, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sie nun verbieten will.

Wie die Behörde am 29. November bekannt machte, betrifft das Verbot die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf binärer Optionen an Kleinanleger. Ausnahmen bilden Derivate, die mindestens 90 Tage laufen und deren Anbieter außer mit den vorher vereinbarten Provisionen keinen Gewinn oder Verlust macht. Als dritte Bedingung muss für eine binäre Option ein Prospekt nach den Wertpapierprospektgesetz vorliegen.

Die Europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA hat bereits im Mai ein vorübergehendes Verbot von binären Optionen verhängt. Das Verbot, das im Juni in Kraft getreten war, wurde unter anderem damit begründet, dass binäre Optionen hinsichtlich ihrer Vermarktung und Ausgestaltung dem Glücksspiel ähneln. Ein Verlängerungsbeschluss vom 2. Oktober dehnte den Zeitraum des Verbotes um weitere drei Monate aus und beinhaltete die oben genannten Ausnahmen legaler binärer Optionen.

Grenzüberschreitendes Risiko

Die Regulierungsbehörden einiger EU-Mitgliedsstaaten hatten bereits vor Inkraftreten des Verbots Maßnahmen ergriffen. So hat etwa die portugiesische Finanzaufsichtsbehörde CMVM Wertpapierfirmen dazu aufgefordert, die Bereitstellung von Wertpapierdienstleistungen im Zusammenhang mit Derivaten, die mit Kryptowährungen verknüpft sind, zu unterlassen.

Da binäre Optionen über das Internet angeboten werden, spielt es keine Rolle, dass es keine in Deutschland ansässigen Anbieter von binären Optionen gibt. Die deutschen (Klein-)Anleger seien durch das grenzüberschreitende Angebot von binären Optionen erheblichen Risiken ausgesetzt.

„Aus diesem Grund ist es auch erforderlich zu verhindern, dass Anbieter binärer Optionen in Länder der Europäischen Union ausweichen, in denen die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf binärer Optionen an Kleinanleger am geringsten oder gar nicht reguliert sind.“

Deshalb empfiehlt die Bundesanstalt, dass auch die Regulierungsbehörden der anderen EU-Staaten ein Verbot von binären Optionen verhängen, wenn das fristverlängerte ESMA-Verbot ausläuft.

BTC-ECHO

Anzeige

Ähnliche Artikel

Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen
Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen
Regulierung

Die Options- und Futures-Kommission der USA fragt sich: Was sind Smart Contracts?

Bitcoin ETF: SEC vertagt Entscheidung erneut
Bitcoin ETF: SEC vertagt Entscheidung erneut
Regulierung

Bitcoin ETF werden vorerst nicht genehmigt. Denn die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC beschloss am 7.

New York: DFS erlaubt Signature Bank Blockchain-Service
New York: DFS erlaubt Signature Bank Blockchain-Service
Regulierung

Die New Yorker Finanzaufsicht gestattet es der Signature Bank, ihren Service durch den Einsatz der Blockchain-Technologie zu verbessern.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen
    Das Regulierungs-ECHO KW49: Balanceakt in den USA – Über das Für und Wider von Kryptowährungen
    Regulierung

    Die Options- und Futures-Kommission der USA fragt sich: Was sind Smart Contracts?

    Altcoin Deep Dive – 0x (ZRX)
    Altcoin Deep Dive – 0x (ZRX)
    New Coins on the Block

    Mt.Gox, Cryptsy oder Bitgrail zeigen, dass zentralisierte Kryptobörsen ein Single Point of Failure beinhalten.

    Advents-Podcast: Cobinhood – die Exchange ohne Gebühren
    Advents-Podcast: Cobinhood – die Exchange ohne Gebühren
    Szene

    Eine Exchange ohne Gebühren? Cobinhood ist die erste Krypto-Börse, die sich nicht durch Trading-Gebühren finanziert.

    Privatsphäre ist kein Verbrechen
    Privatsphäre ist kein Verbrechen
    Kommentar

    Die Privatsphäre im 21. Jahrhundert schwindet zunehmend. Informationen werden überall abgegriffen und ausgewertet, bei Facebook, Google, Amazon und auch Bitcoin.

    Angesagt

    Bitcoin-Scam-Warnung: Betrüger kopieren Binance auf Telegram
    Sicherheit

    Bitcoin-Scam: Aktuell geben sich Betrüger als Vertreter der Bitcoin-Börse Binance aus, um angeblich den Launch ihrer Dezenztralen Exchange zu feiern.

    Entwicklung vom BTC-ECHO-Musterportfolio Konservativ KW49
    Märkte

    Der Bärenmarkt fordert auch vom BTC-ECHO-Musterportfolio Konservativ seinen Tribut. Das Portfolio hat jedoch ungefähr zehn bis 20 Prozent besser performt als die Vergleichsassets Bitcoin, XRP und Ethereum.

    Top-Bitcoin-News der Woche: Wale, Institutionelle Investoren & die Deutsche Bank
    Bitcoin

    Und was ist letzte Woche so passiert? Während Bitcoin und seine Leidensgenossen nach wie vor dunkelrote Zahlen schreiben, sind unsere LeserInnen interessierter denn je.

    5 Gründe, warum Bitcoin besser ist als Gold
    Insights

    Bitcoin mit Gold zu vergleichen liegt nahe. Beide Medien sind eher Wertspeicher als Zahlungsmittel.