Ardor Blockchain: Full Node auf dem Smartphone

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Jelurida ist ein Schweizer Start-up, das allen voran für Blockchain-Implementierungen wie Ardor und Nxt bekannt ist. In Sachen Dezentralisierung bewegt sich das Unternehmen nun voran: Ab sofort sollen Nutzer die Ardor Blockchain auch von Android Smartphones aus verifizieren können.

Der Blockchain-Technologie will der große Durchbruch bisher nicht so recht gelingen. „Blockchain Washing“, also der Ansatz, plötzlich jeden Vorgang dezentral zu gestalten, scheint zwar passé. Trotzdem arbeiten viele Unternehmen nach wie vor intensiv an einer vermeintlich dezentralen Zukunft: IBM lanciert beinahe wöchentlich neue Lizenzen für Blockchain-Anwendungen, Microsoft lässt Entwickler Smart Contracts mit dem .NET Framework schreiben und sogar auf dem Broadway hält die Technologie Einzug. Allein zur Massentauglichkeit hat es bisher keines der Blockchain-Projekte gebracht.

Einen neuen Ansatz wagt daher die Ardor Blockchain von Jelurida. Denn wie das Schweizer Start-up in einer Pressemitteilung bekannt gibt, könnten Nutzer Ardor ab sofort auch auf dem Smartphone synchronisieren. Besitzer eines Android Smartphones können demgemäß eine eigene Full Node auf ihrem mobilen Endgerät aufsetzen, werden so laut Mitteilung zu einem souveränen Teilnehmer des Netzwerks und sorgen obendrein noch für eine „widerstandsfähigere Blockchain“.

Bisher wurde auf mobilen Geräten nur die „Light“-Client-Funktionalität unterstützt. Die Erstellung neuer Blöcke, ein wesentlicher Teil jeder Blockchain, und viele wichtige Ardor-Funktionen – Bündelung, automatisierte Finanzierung, Coin Shuffle – erfordern den Betrieb eines Servers. Mit der Full Node des Android-Pakets kann der Zugriff auf all diese Funktionen nun über moderne Smartphones erfolgen,

heißt es in der Pressemitteilung.


Bei Ardor handelt es sich laut Unternehmensangaben um eine interoperable Proof-of-Stake-Multichain-Blockchain-Plattform. Das heißt, dass alle Blockchains im Ardor-Kosmos mit einer Art Main Chain verknüpft sind, die für die nötige Netzwerkintegrität sorgt. Alle sogenannten Child Chains weisen einen gesonderten Use Case auf und verfügen über eigene native Token. In kurz: Ardor will den großen Wurf.

Proof of Stake ist nicht ohne Risiko

„Blockchain-Technologie kann mehr als einfach Werttransfers leisten“, heißt es auf der Website des Unternehmens – und diesem Motto scheint Ardor mit seiner Multifunktionsblockchain gerecht werden zu wollen. Ob sich das Netzwerk mit PoS allerdings zuverlässig absichern lässt, scheint bei genauerer Betrachtung fraglich.

Denn eine Blockchain ist nur so sicher wie sein Konsensmodell. Bei einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 52 Millionen US-Dollar ist der Ardor Token (ARDR) nicht sonderlich liquide. Das bedeutet, ein potenzieller Angreifer könnte mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand einen nennenswerten Teil der Token akquirieren und so das gesamte Projekt gefährden.

Mit der Idee, einen Blockchain-Knotenpunkt auf dem Smartphone betreiben zu können, ist Ardor unterdessen nicht alleine. Schließlich hat auch HTC angekündigt, dass Besitzer des neuen Exodus s1 eine Bitcoin Full Node installieren können. Wir berichteten.


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