Zentralbank St. Louis liegt falsch: Bitcoin ist BESSER als Bargeld

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

Quelle: Young businessman acting like a super hero and tearing his shirt off with copy space via Shutterstock

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Die Zentralbank der US-amerikanischen Stadt St. Louis äußerte sich jüngst zu Bitcoin verglichen mit Bargeld. In der Analyse wurden drei Charakteristika genannt, die sowohl für Bitcoin als auch für Bargeld (den US-Dollar) gelten sollen: kein intrinsischer Wert, ein limitiertes Angebot und keine Mittelsmänner. 
Kein intrinsischer Wert

Kein intrinsischer Wert

Historisch gesehen entwickelte sich Geld als ein Medium zum Tausch. Das Medium öffnet die Türe von einer direkten Tauschwirtschaft zu einer indirekten Tauschwirtschaft. Besser gesagt: Anstatt Güter gegeneinander zu tauschen, werden Güter für das Medium getauscht und das Medium für Güter. In dieser Funktion entwickelt das Geld seine eigene Nachfrage und einen Preis (Wechselkurs zu allen Gütern in der Wirtschaft).


Ein Preis ist nicht dasselbe wie ein Wert. Während sich Preise im Markt bilden und für einen Beobachter erkenntlich sind, ist die Wertschätzung der gekauften und verkauften Güter subjektiv und damit unsichtbar.

Ein Beispiel hilft zur Verdeutlichung: A geht zum Bäcker und kauft eine Brezel für 1 Euro. Dieser Preis – der Wechselkurs Euro/Brezel – ist objektiv feststellbar. Wie sehr A die Brezel tatsächlich wertschätzt, lässt sich durch diese Transaktion jedoch nicht erkennen. Diese Evaluierung der Brezel ist rein psychisch. Dasselbe gilt für den Euro. Der nächste Käufer könnte beispielsweise gluten-intolerant sein und den einen Euro mehr wertschätzen als die Brezel. Oder A hat gerade erst gegessen und bekommt keinen Bissen mehr runter, dann schätzt er den Euro mehr als die Brezel.

Auf den zweiten Blick wird daher deutlich, dass alle Wertschätzung psychisch und subjektiv ist. Das heißt, es gibt keinen intrinsischen Wert.

Die Aussage der Zentralbank St. Louis ist eine Tautologie. Der Wert aller Güter ist subjektiv – nicht nur der von Bitcoin und dem US-Dollar.

Ein limitiertes Angebot

Die Zentralbank St. Louis gibt an, dass die Federal Reserve (FED) kein physisches Geld druckt. Ebenfalls sei die Geldmenge einer Fiatwährung endlich.

Allerdings verfehlt die Institution damit den kritischen Punkt. Denn die Geldmenge des US-Dollars ist nicht natürlich limitiert. Bei güter-basierten Währungen wie Gold oder Bitcoin gibt es eine natürliche Grenze, die nicht überschritten werden kann. Die Grenze ist erreicht, wenn alles Gold der Welt gefördert wurde, oder alle Bitcoin gemined wurden. Die Geldpolitik der Zentralbanken ist durch keine natürlichen Umstände begrenzt. Die Geldmenge richtet sich nach den Meinungen der „Experten“. Entsprechend ist sie nur zu einem gegebenen Zeitpunkt endlich. Anders ausgedrückt: Würde man eine Momentaufnahme der Wirtschaft machen, wäre eine endliche Geldmenge vorhanden. Kurzum: Über die Zeit hinweg kennt das Geld-Angebot einer Zentralbank keine Grenzen.

Seit 1971, also seit der endgültigen Abschaffung des Goldstandards, kann die FED die Geldmenge nach Belieben verändern. Wird die Geldmenge vergrößert, erfährt die Wirtschaft eine Inflation.

Der Vergleich der Federal Reserve St. Louis ist daher bestenfalls missverständlich formuliert.

Keine Mittelsmänner

In diesem Punkt stimme ich der Zentralbank St. Louis zu: Um eine Transaktion mit Bargeld zu tätigen, muss keine dritte Partei involviert sein. In Bitcoin ist das dank dem Peer-to-Peer-Konstrukt genauso; A kann B Geld schicken, ohne dass C involviert sein muss.

Allerdings ist Bitcoin digital und Bargeld physisch. Das bedeutet, dass man Bargeld-Transaktionen nur eingeschränkt vollziehen kann – beide Parteien müssen am selben Ort sein. Möchte man eine globale Transaktion tätigen, ist bei Bargeld sehr wohl ein Mittelsmann vonnöten.

Mit der Monopolisierung des Münzprozesses führt Fiat-Bargeld erneut einen Mittelsmann ein: den Herausgeber. In Bitcoin kann jeder Miner (Herausgeber) werden.

Schlussfolgerung

Die Begründungen der Zentralbank St. Louis verwirren die eigentliche Quintessenz von Bitcoin. Schließlich erfand Satoshi Nakamoto die Kryptowährung gerade als Antithese zum zentralisierten Geldmonopol der Zentralbanken. Aller Wert ist subjektiv, Bitcoin, Gold, Brezeln und US-Dollar inklusive. Die Geldmenge des US-Dollars ist nicht natürlich begrenzt, sondern nur durch die Willkür ausgewählter Experten. Bitcoin ist digitales Peer-to-Peer-Geld und folglich global. Bargeld fungiert nur auf lokaler Ebene.

Ich schließe, dass das Papier-Bargeld einer Zentralbank in seiner Funktion als Geld dem Bitcoin unterlegen ist. Die Punkte der Federal Reserve St. Louis sind vage und unklar.

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