Wie Chainlink und Basic Attention Token dem Bitcoin-Sturz trotzen konnten

Santiment Team

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Chainlink und Basic Attention Token zeigen wie wichtig das Verfolgen der On-Chain-Metriken ist.

Quelle: Shutterstock

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Im Bitcoin-Kurssturz Ende Oktober fiel das Gros der Kryptowährungen mit in die Tiefe. Chainlink und Basic Attention Token waren zwei der Altcoins, welche sich diesem Abwärtssog entgegenstemmen konnten. Deuteten On-Chain-Aktivitäten diese Entwicklung schon im Vorfeld an?

Jeder kennt das Verhalten: Fällt der Bitcoin-Kurs, fällt der ganze Krypto-Markt. Doch nicht immer ist die Situation so einfach: Manchmal existieren einzelne Kryptowährungen, die sich dem Abverkauf entgegenstemmen können. Im Bitcoin-Crash Ende Oktober gab es zwei derartige Ausnahmen:

  1. Chainlink erreichte neue Höhen und konnte im Wertepaar LINK/ETH ein neues Allzeithoch erreichen
  2. Basic Attention Token erklomm zwar keine neuen Höhen, konnte jedoch dem Sog Bitcoins entkommen.

Zur Übersicht sind hier die Kurse in US-Dollar dargestellt:

Man sieht, dass BAT und LINK den Absturz von BTC gar nicht so dramatisch mitmachten.

Darstellung der Kursentwicklungen mit Sanbase


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Die Kurse von Chainlink sowie vom Basic Attention Token konnten sich schon vorher vom Bitcoin-Kurs entkoppeln. Das mag auch an der zum Teil etwas zelotischen Fangemeinde liegen:

Liebe NoLinker, bereitet euch darauf vor, arm zu bleiben. $LINK wird die Nummer 1 in unserer Lebenszeit, Quark, in weniger als fünf Jahren werden. Nicht einmal die Experten oder Sergey selbst haben eine verdammte Ahnung, was genau er geschaffen hat. Er hat buchstäblich ein planetenfressendes Wesen aus dem Nichts geschaffen. #4IR

Unabhängig vom LINK-Shilling existieren tatsächlich gute Gründe für die positive Kursentwicklung der beiden Assets: Hohe Liquidität, großes Selbstbewusstsein der Trader, die Klassiker Announcements und Partnerschaften und vor allem sehr aktive BTC- und USDT-Märkte sprechen für eine große Unabhängigkeit der beiden Assets.

Wie sieht es jedoch mit On-Chain-Faktoren aus? Können bestimmte netzwerkspezifische Indikatoren herangezogen werden und die genannte Entkopplung erklären? Auf der Suche nach Antworten nutzen wir Sangraph, eine Plattform von Santiment.

In der Ruhe liegt die Kraft: Ruhende Token führen zu Kursanstieg

Darstellung der aktiven Token mithilfe von Santiment Graphs 

Eine interessante On-Chain-Größe ist die Token-Aktivität. Diese misst, wie viele Token in einem bestimmten Zeitraum bewegt wurden. Es gibt gute Gründe für die Annahme einer Antikorrelation zwischen der Anzahl aktiver Token und etwaigen Kursbewegungen. Am Beispiel von Ethereum wurde jüngst festgestellt:

Diese Bedeutung, auf die ich hinweise, ist einfach, es ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage, in diesem Fall Aktivität und Nachfrage. Es ist deutlich zu erkennen, dass seit 9 Monaten die Anzahl an in den letzten 90 Tagen aktiven Token stetig zurückging… Aber ebenso deutlich ist auch der Preisanstieg in den letzten 9 Monaten.

Dies lässt sich auch graphisch darstellen. Die erste Abbildung zeigt, wie die Anzahl der im letzten Jahr aktiven Coins zurückging, die zweite wirft einen Blick auf die im letzten Quartal aktiven Token:

Blick auf aktive Token auf Ethereum

Blick auf aktive Token auf Ethereum

Ein anderes Beispiel für dieses Verhalten lässt sich bei 0x sehen. Der ZRX-Kurs stieg um 13 Prozent in Zeiten, als die Anzahl der in den letzten 90 Tagen aktiven Coins sank:

  ZRX-Kursanstieg fiel mit Minimum der Token-Aktivität zusammen.

Auch bei Chainlink und Basic Attention Token: Schlafende Token führen zu Kursanstieg

Auch für die beiden aktuell diskutierten Fälle – Chainlink und Basic Attention Token – lassen sich derartige Pattern erkennen. Es gilt auch hier: Ein Sinken der in den letzten 9o Tagen aktiven Token fällt mit Kursanstiegen zusammen:

Wieder: ein Sinken der aktiven Token führt zu einem Kursanstieg, auch bei Chainlink und Basic Attention Token

Dass sich kurzfristige Trends bezüglich des On-Chain-Verhaltens in Kursänderungen niederschlagen, ist bekannt. Nun konnte die Antikorrelation zwischen Token-Aktivität und Kurs genauer gezeigt werden. Diese Diskrepanz könnte deshalb ein guter Indikator sein, um eine etwaige Entkopplung eines Assets vom Bitcoin-Kurs frühzeitig zu erkennen.

Token Supply an Börsen – ein Indikator für Kursanstiege

Darstellung der an Börsen gelagerten Token Supplies mithilfe von Santiment Graphs 

Schaut man auf den Supply von Börsenwallets haben Chainlink und Basic Attention ebenfalls etwas gemeinsam. Schauen wir dazu auf zwei Metriken, den absoluten und den relativen Supply an Börsen. Der absolute Supply errechnet sich durch eine Aufaddierung der Token in 250 Börsenwallets, während der relative Supply einfach der Anteil an der gesamten Tokenzahl einer Kryptowährung ist.

Oft zeigte sich folgendes Verhalten: Fällt der relative Token Supply an Börsen, steigt der Preis und umgekehrt. Ein Grund dafür kann der zurückkehrende Verkaufsdruck der Spekulanten an den Krypto-Börsen sein.

On-chain gibt es verschiedene Hinweise für derartige Entwicklungen bezüglich Chainlink und dem Basic Attention Token. Die Withdrawal Addresses im Chainlink-Ökosystem fielen im Sommer 2019 um über 20 Prozent:

Was sich zu LINK an Börsen sagen lässt

Ähnliches lässt sich über den Basic Attention Token sagen. Die Menge der an Börsen gelagerten Token fiel seit Juni um fast 15 Prozent:

Was sich zu BAT an Börsen sagen lässt

Mittelfristig hatte also das Sinken der Supplies an Börsen-Wallets einen positiven Effekt auf den Kurs der beiden Assets und schlug sich in der dem sonstigen Markt trotzenden Performance nieder.

Altcoin-Wale und der Einfluss auf den Kurs

Die Aktivitäten der Wale sind immer wieder interessant, so auch beim jüngsten Verhalten von Chainlink und Basic Attention Token. Das Verhalten der Wale war nämlich antipodal zu dem der Börsen: Wurde der Bestand von Chainlink und Basic Attention Token in den Börsen-Wallets immer kleiner, deckten sich die Wale mit Token der beiden Altcoins ein.

Schauen wir dazu als erstes auf Wallets, die eine bis zehn Millionen Token enthalten. Im Fall von Link stieg die in derartigen Wallets gelagerte Summe seit Ende Juni um 36 Millionen LINK, also um 65 Prozent:

Wie entwickelte sich der Preis für LINK bzgl der Token-Holder-Adressen?

Interessanterweise ist das Verhalten bei Wallets mit mehr als 10 Millionen eingelagerten Token umgekehrt. Ein Grund dafür könnte sein, dass diese Wallets mit Krypto-Börsen assoziiert sind. Seit dem Allzeithoch fiel die Summe an Token von knapp 100 Millionen LINK auf 65 Millionen LINK. Von der Größenordnung her passt das sehr gut zu dem Sinken der an Börsen verfügbaren Supplies:

Tokenholder-Adressen vom Chainlink fielen dramatisch

Und BAT? Für den Basic Attention Token kann dasselbe gesagt werden: Im letzten Quartal akkumulierten die Wallets mit zehn bis hundert Millionen BAT insgesamt über 60 Millionen BAT. Das entspricht einem Zuwachs von ungefähr 20 Prozent an Token:

Wie entwickelte sich der Preis für BAT bzgl der Token-Holder-Adressen?

Und wieder sah man dasselbe Pattern: Die Menge an Token, die in Wallets, die mehr als 100 Millionen Token hielten, gespeichert waren, sank um 7 Prozent. Diese seit Juli 2019 verfolgte Entwicklung fällt auch hier mit dem sinkenden Token Supply an Börsen zusammen:

Tokenholder-Adressen vom Basic Attention Token fielen dramatisch

Token-Aktivität und Akkumulationsverhalten gehen Kursbewegungen voran

Sicherlich sind diese aufgezeigten Entwicklungen nicht die einzigen Gründe für die Entkopplung der beiden Kryptowährungen vom Bitcoin-Kurs. Dennoch werfen die Metriken ein neues Licht auf die zur generellen Marktstimmung eher untypische Rallye. Besonders wichtig sind diese Erkenntnisse für Investoren: Mangelnde Token-Aktivität, fallende Liquidität an Börsen und Akkumulationsverhalten der Wale sind Signale, die man vor einem etwaigen, vom Bitcoin unabhängigen Kursanstieg der Altcoins im Auge behalten sollte.

Santiment ist eine Market-Intelligence-Plattform, die dem Krypto den Kontext hinzufügt. Sie liefern saubere Daten und Werkzeuge für Marktforschung, Verhaltensanalyse, Handel und Risikomanagement sowie Coin/Project Due Diligence.

Das Projekt sammelt On-Chain-, Social-Media-, Preis- und Entwicklungsinformationen über mehr als 800 Coins und ihre Netzwerke und verwendet diese Daten, um benutzerdefinierte Tools, Metriken und einzigartige Marktkenntnisse zu erstellen.

Auf der Website der Firma findet ihr benutzerdefinierte Charts, Signale mit niedriger Latenz, Marktinformationen und mehr.

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