WhatsApp plant Einführung von Digitalzahlungen in Indonesien

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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WhatsApp-Logo auf Smartphone Display

Quelle: Shutterstock

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Facebook-Tochter WhatsApp führt Gespräche mit indonesischen Finanzfirmen und IT-Unternehmen. Dabei geht es um die Lancierung eines digitalen Bezahldienstes im Land. Als größte Volkswirtschaft in Südostasien ist Indonesien für Facebook von großer Bedeutung. Der Dienst sollte eigentlich bereits 2019 starten, verzögert sich aber wegen Lizensierungsschwierigkeiten in Indien.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet am 20. August, dass WhatsApp in Indonesien einen digitalen Bezahlservice für das Mobiltelefon lancieren will. Dem Bericht aus der Hauptstadt Jakarta zufolge führt das Internet-Unternehmen Gespräche mit verschiedenen indonesischen Finanzfirmen. Diesen möchte der Messenger-Dienst offenbar mobile Transaktionsservices anbieten.

Indonesien als Wachstumsmarkt für digitale Finanzservices

Neben Indien ist Indonesien das zweite Land weltweit, welches über solche WhatsApp-Services verfügen wird. Der Vorstoß von Mutterkonzern Facebook Inc. findet indes nicht zufällig in Indonesien statt. Der wachsende E-Commerce-Sektor des südostasiatischen Landes bietet dem IT-Giganten nämlich optimale Bedingungen für die Etablierung einer eigenen Finanzinfrastruktur.

Folglich könnte das indonesische Modell als Blaupause für die Adaption neuer Finanztechnologien in aufstrebenden Märkten fungieren. In wachsenden Volkswirtschaften asiatischer und südamerikanischer Schwellenländer erfreuen sich Social-Media-Dienste wie Facebook und WhatsApp nämlich einer enormen Beliebtheit. Gleichzeitig haben viele Menschen (noch) keinen Zugang zu klassischen Bankenprodukten wie beispielsweise einem Girokonto und Kreditkarten. Diese Lücke hoffen globale Internet-Giganten letztendlich zu füllen.

Im 260-Millionen-Einwohnerland Indonesien nutzen über 100 Millionen Menschen WhatsApp. Die E-Commerce Industrie wird Schätzungen zufolge bis 2025 auf einen Wert von 100 Milliarden US-Dollar anwachsen. Gleichzeitig hat die größte Volkswirtschaft Südostasiens aber die strengsten Vorschriften für Digitalzahlungen in der Region.

Im Gegensatz zu Indien wird WhatsApp in Indonesien deshalb keine direkten Peer-to-Peer-Payments anbieten. Vielmehr fungiert der Messenger lediglich als Plattform für die Bezahlung mit lokalen digitalen Wallets. Diese Entscheidung liegt den Reuters-Recherchen zufolge in den nationalen Lizenzregulierungen begründet.

Verhandlungen mit indonesischen Finanzfirmen laufen

Der Messenger-Dienst führt Verhandlungen mit verschiedenen indonesischen Digital-Payment-Firmen. Unter ihnen befinden sich beispielsweise der Transportation-Buchungsdienst Go-Jek und der Mobile-Payments-Anbieter DANA. Auch das FinTech-Start-up OVO und die staatliche Bank Mandiri sind an den Gesprächen beteiligt. Mandiri operiert sogar bereits mit einem Digital-Wallet-Service.

Eine Sprecherin von Facebook bestätigte die Pläne von WhatsApp. „Wie Mark Anfang diesen Jahres sagte […]planen wir, digitale Payments in mehr Länder zu bringen“, sagte sie gegenüber Reuters. Sie verwies aber auch darauf, dass sich die Gespräche in einem frühen Stadium befinden. Internen Quellen zufolge verzögert sich die Veröffentlichung des Dienstes in Indonesien, weil man den Service nicht vor dem Start in Indien lancieren will.


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