Warum die SegWit-Aktivierung bisher nicht viel verändert hat

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Quelle: http://segwit.co/

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Vor gut einer Woche wurde SegWit auf der Bitcoin-Blockchain aktiviert – und damit das Versprechen gegeben, Transaktionen zukünftig schneller und vor allem günstiger vornehmen zu können. Inzwischen macht sich jedoch erste Ernüchterung breit.

Segregated Witness sollte vor allen Dingen zwei wesentliche Fortschritte auf die Bitcoin-Blockchain bringen: Zum einen wird die Größe der zu minenden Blöcke erhöht, zum anderen der Weg für eine Implementierung des Lightning Network bereitet. Eine Woche nach deren Aktivierung ist jedoch noch keine wirklich bahnbrechende Entwicklung spürbar. Braucht die neue Technologie schlicht Zeit, um seine volle Wirkung zu entfalten?


Die Website SegWit.party, die nachverfolgt, wie viele Transaktionen pro Block mit SegWit abgewickelt werden, kommt zu dem Schluss, dass die Adaption der Technologie noch nicht sehr weit vorangeschritten ist. So habe sich der Anteil an SegWit-Transaktionen im Verlauf der Woche von 0,5 % auf gerade mal 1 % pro Block erhöht, was die bisher geringe Auswirkung erklären würde. Allerdings sagt dieser geringe Prozentsatz auch aus, dass SegWit erst am Anfang steht und es noch viel Luft nach oben gibt.

Eine Begründung für die bisher spärlich ausgefallene Übernahme von SegWit liegt in der Konstruktion der Sache selbst. Die Nutzung von SegWit wird nicht einfach zentral angeordnet, sondern geschieht durch alle Nutzer des Netzwerkes. Da die meisten Bitcoin-Nutzer sich auf eine Software Wallet verlassen, um Transaktionen durchzuführen, müssen diese SegWit zunächst freischalten. Erst dann wird es für Transaktionen nutzbar. Genau darin stockt die Technologie jedoch bisher, vor allem aufgrund von Sicherheitsbedenken seitens der Entwickler. So wollen einige zunächst abwarten und testen, ob die Neuerung den Bitcoin-Nutzern freigegeben werden soll – darunter auch Bitcoin Core, der beliebteste unter den Software-Wallet-Anbietern.

Die volle Implementierung von SegWit scheint jedoch bloß eine Frage der Zeit zu sein. Die Möglichkeiten, jederzeit Transaktionen mit SegWit zu starten, sind vorhanden, Hardware-Wallet-Anbieter wie Ledger und Trezor unterstützen die Technologie bereits.

Bleibt die Frage, wie lange dies noch brauchen wird. Mit der SegWit-Aktivierung sind Transaktionen nun unterschiedlich gewichtet. Dabei ist eine alte Nicht-SegWit-Transaktion mit einem Wert von 4 gewichtet, während SegWit-Transaktionen ein weitaus kleineres Gewicht von 0,25 haben. Dies hat Auswirkung auf die endgültige Größe der Blöcke. Ein Block, der nur aus klassischen Nicht-SegWit-Transaktionen besteht, weist so die maximale Größe von 1 MB auf. Je höher also der Anteil an SegWit-Transaktionen innerhalb eines Blockes ist, desto größer werden die jeweiligen Blöcke.

Ein totaler Umstieg auf SegWit gilt, selbst langfristig, als äußerst unwahrscheinlich. Vielmehr wird ein Block auch in Zukunft aus einem Mix aus SegWit- und Nicht-SegWit-Transaktionen bestehen. Die von den Entwicklern angepeilte durchschnittliche Blockgröße liegt dabei zwischen 1,7 und 2 MB.

 

Englische Originalversion via Coindesk.

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