Ist Bitcoin eine Blase?

Quelle: Bitcoin in a soap bubble against the backdrop of stock quotes. Dangers and risks of investing in bitcoin. speculation via shutterstock

Ist Bitcoin eine Blase?

In unserem Dreiteiler erkunden wir, was Spekulationsblasen ausmacht, ob wir uns momentan in einer Blase befinden und wie die Zukunft aussehen könnte. Heute: Ist Bitcoin eine Blase?

Wie wir in Teil 1 unter anderem gelernt haben, ist die Spekulationsblase eine Marktsituation, in der die Preise von Gütern über ihrem inneren Wert liegen. Wie bei der Tulpenmanie oder der Dotcom-Blase lassen sich Menschen von der Gier nach dem schnellen Geld treiben. Während einige Wenige als Gewinner dastehen, verlieren viele, die in ihrer Verblendung blind investierten. Doch befinden wir uns aktuell auch in einer solchen Situation? Ist Bitcoin eine Blase? Hier stellt sich zunächst die Frage nach dem inneren Wert, dem Fundamentalwert von Bitcoin.

Die Frage nach inneren Werten – des Pudels Kern

Strenggenommen, da sind sich viele Forscher einig, hat Bitcoin keinen fundamentalen Wert. Man kann ihn weder essen noch jemanden damit bewerfen – was soll er schon wert sein? Theoretisch könnte man hier die Betrachtung schon abbrechen. Ist Bitcoin eine Blase? Ja. Doch erinnern wir uns an die Grundidee hinter Bitcoin.

Bitcoin, so die Vision von Satoshi Nakamoto, soll ein digitales Peer-to-Peer-Bezahlsystem darstellen. Ohne Mittelsmänner, ohne Institutionen und damit: ohne Banken. Ohne Zinsen, ohne Vertrauen in etwas außerhalb der Technologie legen zu müssen. Und das ist, im weitesten Sinne, der fundamentale Wert von Kryptowährungen beziehungsweise: der Technologie, also der Blockchain und all ihrer Kinder.

Immer wieder Venezuela – Geld ist Vertrauenssache

Venezuela verdeutlicht auf tragische Weise, welchen Wert Kryptowährungen haben können: Die Inflationsrate stieg in dem südamerikanischen Land irgendwann so stark an, dass das Geld am Abend nur noch einen Bruchteil dessen wert war, was es am Morgen gekostet hatte. Der Staat schaffte die landeseigene Währung ab, die Blase war geplatzt. In der Folge verwendete der Staat Fremdwährungen, doch auch diese stießen bald an ihre Grenzen. Entweder berechneten die Banken viel zu hohe Gebühren oder es war schlicht und einfach kein Geld da, das aus dem Automaten kommen konnte. Und hier kam Bitcoin ins Spiel – die Menschen vertrauten der Technologie viel mehr als den Institutionen. Ist Bitcoin also eine Blase? Das spielt hier keine Rolle. Hat die Kryptowährung fundamentalen Wert? Offenbar schon.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Sollte Bitcoin also eine Blase sein, kann die Kryptowährung wie in Venezuela den größten aller Blasen den Rang streitig machen: dem von Zentralbanken herausgegebenen Fiatgeld. Denn: Fiatgeld ist auch „nur“ eine Blase; der US-Dollar besteht zu 75 Prozent aus Pappe und zu 25 Prozent aus Papier. Der tatsächliche fundamentale Wert ist letztlich Vertrauen. Fiatwährungen sind genau so viel Wert wie das Papier, auf dem sie gedruckt sind.

Welche Blase platzt zuerst?

Und hier kommt es letztlich doch auch darauf an, welche Blase nun zuerst platzt. Man muss gut abwägen. Wird sich das Misstrauen gegenüber Institutionen durchsetzen? Kann es dazu kommen, dass das Vertrauen in die Technologie auf der anderen Seite groß genug ist, um die andere Blase zum Platzen zu bringen?

Noch eine wichtige Frage drängt sich auf: Wie misst man den Wert von Vertrauen? Für manche ist es unbezahlbar, für andere vollkommen überbewertet. Die Marktsituation der Kryptowährungen hat sich inzwischen geändert. Auch wenn der Bitcoin-Kurs bisweilen stark schwankt, scheint der Spekulationsanteil insgesamt weniger hoch. Spätestens mit dem Kapital der institutionellen Investoren sowie einer größeren Verbreitung scheint Bitcoin eine bessere Geldanlage zu sein als noch etwa im Dezember 2017.

Dennoch: Der Markt hat ganz klaren Blasencharakter, streng genommen ist Bitcoin genau so wie Fiatwährungen eine Blase. (Und beide sind schon oft geplatzt!) Doch soll uns das tatsächlich stören?

Ist Bitcoin eine Blase?

Fest steht: Im Kryptoversum werden noch mehrere Blasen platzen – die Spreu wird sich vom Weizen trennen. Denn unsere Situation ist eine ganz ähnliche wie zu Beginn der Dotcom-Blase. Da gibt es diese neue bahnbrechende Technologie auf der einen Seite. Auf der anderen Seite gibt es Trittbrettfahrer, die so viel Kapital wie möglich aus der Blase ziehen wollen, bevor sie platzt. 


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Was wir brauchen, sind weniger Kryptowährungen, dafür solche, die funktionieren. Ob Bitcoin und das Lightning Network es schaffen, die Skalierungsprobleme in den Griff zu bekommen oder ob sich Ethereum mit den Smart Contracts letztlich etablieren wird – das weiß man bisher nicht. 

Eins ist sicher: Die Krypto-Blase wird noch öfter platzen. Doch die Blockchain-Technologie wird sich durchsetzen, in welcher Form auch immer. Ob sich Bitcoin als Währung durchsetzen wird, ist ungewiss. Als klassische Anlageform im Sinne eines Assets oder als digitales Gold hat es viel mehr Chancen. 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Umfrage: Österreich ist bei Bitcoin & Co. die skeptischste Nation Europas
Umfrage: Österreich ist bei Bitcoin & Co. die skeptischste Nation Europas
Bitcoin

Die Bank ING hat in einer Umfrage festgestellt, dass in Europa vor allem die Türkei bullish in Sachen Bitcoin & Co. eingestellt ist. Die Deutschen zeigen sich skeptisch – nur die Österreicher sind noch misstrauischer.

Studie: 72 Prozent der Deutschen schließen Bitcoin-Zahlungen aus
Studie: 72 Prozent der Deutschen schließen Bitcoin-Zahlungen aus
Bitcoin

Laut einer Studie schließt ein Großteil der Deutschen Zahlungen mit Bitcoin, der größten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, aus. Die Herausgeber der Studie vermuten als Grund technischen Hürden.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Von großen Blöcken, Bitcoin SV und einem dezentralen Internet – Interview mit Christoph Bergmann
Von großen Blöcken, Bitcoin SV und einem dezentralen Internet – Interview mit Christoph Bergmann
Interview

Bitcoin SV ist in erster Linie durch Skandale um Chain Reorgs, Calvin Ayre und vor allem Craig Wright bekannt geworden. Ist das alles, was die Bitcoin-Variante mit großen Böcken zu bieten hat? In einem Interview mit Christoph Bergmann gehen wir der Fragestellung auf den Grund.

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin trottet dem Markt hinterher
Märkte

Aktuell bewegt sich der Bitcoin-Kurs gegenläufig zum übrigen Markt. Die Volatilität ist inzwischen unter das Niveau von Öl gefallen. Leider bildet Bitcoin bezüglich der Performance weiterhin das Schlusslicht.

Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Die Top Bitcoin und Blockchain News der Woche
Kolumne

IOTA wird durchsuchbar, während die meisten Deutschen noch nicht mit Bitcoin bezahlen wollen. Der japanische Messaging-Riese startet derweil eine eigene Krypto-Börse. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Bakkt: Die Initialzünding für die Bitcoin-Adaption – Das Meinungs-ECHO
Kolumne

John McAfee feiert und verachtet Bakkt, Charlie Lee will sich als Litecoin-Galionsfigur abschaffen und Binance will Libra bei den Regulatoren, Zentralbanken und Unternehmen dieser Welt überholen. Das Meinungs-ECHO.

Angesagt

Aus dem Crypto Valley: Cryptix will KMU und Blockchain zusammenbringen
Szene

Es ist kein Geheimnis, dass im Krypto-Valley Zug unzählige Blockchain-Unternehmen beheimatet sind. Noch ziemlich unbekannt scheint hier die Cryptix Gruppe zu sein. Worum es geht und welche Rolle hier der Mittelstand spielt.

IOTA Industry Marketplace verbindet Mensch und Maschine
Altcoins

Der IOTA Industry Marketplace soll künftig Menschen und Maschinen miteinander verbinden. Dabei setzt die Foundation auf einen industrieweiten Standard.

Marktkommentar: Stellar, Cardano und Ethereum als Vorboten der Altcoin Season?
Kursanalyse

Während sich der Bitcoin-Kurs weiterhin sehr ruhig verhielt, konnten viele Altcoins sehr gut performen. Insbesondere Stellar konnte einen Pump von 50 Prozent innerhalb von drei Tagen sehen. Auch Cardano kann sich über ein signifikantes Wachstum freuen. Etwas überraschend war, dass Ethereum temporär bei Coinmarketcap auf Platz 1 stand, was jedoch an einem Bug bei Coinmarketcap lag.

Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Unternehmen

Eine weitere Schweizer Bank bietet nun die Verwahrung der beiden großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum an. Die Arab Bank Ltd. gehört damit zu den wenigen Privatbanken Europas, die digitale Assets für ihre vermögenden Kunden anbieten.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: