Vereinte Nationen setzen im Kampf gegen Kinderhandel auf Blockchain

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Mit einem weltweit erstmaligen Pilotprojekt wollen die Vereinten Nationen im Kampf gegen den Kinderhandel künftig auf Blockchain-Software setzen, dies gab die Organisation in der vergangenen Woche auf dem Humanitarian Blockchain Gipfel in New York bekannt. In Kooperation mit dem World Identity Network WIN steht das Projekt im Rahmen der Initiative „Blockchain for Humanity“ (deutsch: Blockchain für Menschlichkeit) des Institute of International Humanitarian Affairs IIHA der New Yorker Fordham University. Ziel der Initiative ist es, Blockchain-Lösungen im Zuge humanitärer Hilfsmaßnahmen zu etablieren.

Das Bewusstsein großer Konzerne, internationaler Organisationen und Staaten für die Blockchain-Technologie wächst: Künftig wollen auch die Vereinten Nationen in ihrer Mission für Frieden und Menschenrechte auf ebenfalls auf blockchain-basierte Software setzen. Ein entsprechendes Pilotprojekt zur Bekämpfung des Kinderhandels stellten die Projekt- und Innovationsabteilungen der Organisation am vergangenen Freitag, den 10.11., vor.


Im Kinderhandel werden häufig gefälschte Pass- und Identifikationspapiere genutzt, um Minderjährige unauffällig durch Grenzkontrollen zu schleusen. Wie unter anderem UNICEF oder Amnesty International berichten, werden diese dann oftmals zur Arbeit gezwungen, als Sexsklaven oder im internationalen Organhandel missbraucht.

Hier will das Pilotprojekt in Kooperation mit WIN ansetzen: Konkret sollen Blockchain-Lösungen dabei helfen, Identitäten zu speichern und zu prüfen. Dadurch, dass dann Sicherheitsdaten überprüft werden könnten, erhöhe sich die Chance, Menschenhändlern und Schleusern auf die Schliche zu kommen, formuliert Dr. Mariana Dahan, Gründerin und Geschäftsführerin vom UN-Partner WIN das Ziel des Projektes. Zudem würden versuchte Grenzübertritte leichter rückzuverfolgen und damit leichter zu verhindern.

Unsichtbaren Kindern ein Gesicht geben

Das Kernproblem dabei seien besonders sogenannte „unsichtbare Kinder“ ohne Geburtsurkunden und sonstige Registrierung ihrer Heimatländer.

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„Unsichtbare Kinder sind besonders in Gefahr. Mehrere Entwicklungsländer suchen derzeit nach effizienten Methoden, Kinderhandel zu bekämpfen.“

Dabei stünden Identifizierungsmaßnahmen im Zentrum möglicher Lösungen und genau hier setze das Projekt an, so Dahan.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen besitzen weniger als die Hälfte aller unter Fünfjährigen eine Geburtsurkunde. Weltweit schätzt die Organisation die Anzahl der nicht-registrierten 14-Jährigen auf mehr als 600 Millionen. Von diesen lebt der Großteil in den ärmsten Ländern der Welt. Diese sind für die jeweiligen Regierungen aber auch ausländische Entwicklungshilfe „unsichtbar“ und somit besonders gefährdet durch Entführungen und Kinderhandel.

Wie BTC-ECHO vergangene Woche berichtete, prüft neben den Vereinten Nationen derzeit auch der Vatikan, welche Rolle Blockchain-Lösungen und Kryptotechnologie im Menschhandel und dessen Bekämpfung spielen. So nimmt der Kirchstaat seiner ehrgeizigen Agenda dem modernen Sklavenhandel ein Ende zu bereiten, nicht nur Kryptowährungen ins Visier. Derzeit prüft die katholische Kirche zudem Potentiale von Blockchain-Lösungen für bargeldlose Entwicklungsländer.

BTC-ECHO

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