Wegen Terrorbekämpfung? US-Armee will Bitcoin-Blockchain ausspähen

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Stilisierter Bitcoin-Spion vor schwarzem Hintergrund

Quelle: Shutterstock

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Die US-Armee sucht nach einem Web Tool, mit dem man verdächtige Transaktionen auf der Bitcoin Blockchain ausspähen kann. Die Meldung zeigt ein steigendes Interesse an Kryptowährungen seitens der US-Regierung.

Die Bitcoin Blockchain ist ein Kompromiss. zugunsten von Dezentralität und der Überprüfbarkeit von Daten gibt Effizienz, Zahlungsgeschwindigkeit sowie eine hinlängliche Anonymität auf. Letzteres kritisieren Befürworter von Privacy Coins wie Monero (XMR) und Zcash (ZEC) bereits seit geraumer Zeit. Das Problem an Bitcoins (BTC) pseudonymer Struktur ist seine, nun ja, eben nur Pseudonymität.

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Denn im Gegensatz zu anonymen Pendants wie XMR lässt sich die Transaktionshistorie von UTXOs sowie von Adressen aufgrund von deren alphanumerischer Struktur zurückverfolgen. Das geht recht einfach, auch per Open-Source-Block-Explorern wie blockstream.info.

Diesen Umstand will sich nun auch die US-Armee zunutze machen. Wie aus einem sogenannten Request for Information (RFI), einer Art Ersuch um Hilfestellung aus der Privatwirtschaft, hervorgeht, sucht der US-Militärstützpunkt in Quantico im US-Bundesstaat Virginia nach einer Web-Applikation, die die Armee beim Kampf gegen Terrorismusfinanzierung sowie Geldwäsche unterstützt.

In dem Schreiben heißt es:

Die US-Armee untersucht den Markt nach potentiellen Auftragnehmern, die in der Lage sind, eine Lizenz für eine webbasierten Cloud-Anwendung bereitzustellen, die in der Lage ist, die Strafverfolgung dabei zu unterstützen, Akteure zu identifizieren und zu stoppen, die Kryptowährungen für illegale Aktivitäten wie Betrug, Erpressung und Geldwäsche nutzen.

Genauer gesagt suchen die Auftraggeber nach einer Web App, die unter anderem folgende Aufgaben bewältigen kann. Dazu zählen:

  • Verdächtige Transaktionsmuster ausspähen
  • Visualisierung der Daten
  • Das Produkt muss bereits entwickelt und getestet sein
  • Ein Helpdesk muss Montag bis Freitag erreichbar sein
  • Der Service enthält ein Trainings-Tool für die Nutzer

Zudem soll die App nicht nur die Bitcoin Blockchain ausspähen können, sondern auch für andere Kryptowährungen geeignet sein.

US-Regierung an Bitcoin-Daten interessiert

Das Gesuch der US-Armee wirft Fragen auf. Dass der militärische Arm der größten Volkswirtschaft der Welt ein Interesse daran hat, der Finanzierung von Terrorismus mittels Kryptowährungen zuvor zu kommen – geschenkt. Man kann allerdings davon ausgehen, dass zivilen US-Behörden derlei Tools bereits seit längerem zur Verfügung stehen. Jüngst erreicht uns etwa die Nachricht, dass die Bitcoin-Börse Coinbase mit dem US Secret Service kooperiert. Die Behörde darf demnach bis 2024 den Chainalysis-Dienst „Coinbase Analytics“ nutzen. Wie die Börse jedoch betont, stehen dem Secret Service dabei lediglich ohnehin öffentlich zugängliche Blockchain-Informationen zur Verfügung. Private Unternehmensdaten geraten dabei nicht in die Hände der Regierung.

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