UNICEF: Krypto-Mining von Gamern für syrische Kinder

UNICEF

Die Hilfsorganisation UNICEF will mittels Krypto-Mining Gelder für die humanitäre Hilfe von syrischen Kindern sammeln. Für die Nutzung der Ethereum-Blockchain hat sich das UN-Kinderhilfswerk entschieden, weil Gamer tendenziell die leistungsstärksten Grafikkarten besitzen und diese sich für das Mining von ETH sehr gut eignen.

Krypto-Mining für wohltätige Zwecke. Diese neue Idee wird seit dem 2. Februar unter dem Namen „Game Chaingers“ vom United Nations Children’s Fund (UNICEF) umgesetzt, die dafür ein ganz neues Fundraising-Konzept aufgestellt haben. Um Geld für lebenswichtige Güter und Medikamente zum Wohl syrischer Kinder zu sammeln, wendet man sich nun an die E-Sport-Community. Diverse populäre Spieler von “Starcraft 2” und “CS:GO” nebst mehreren Softwarehäusern treten als sogenannte Botschafter auf, um das Projekt in den eigenen Reihen bekannt zu machen.



Der hauseigene Mining-Client ist für Windows- und Linux-PCs verfügbar, die über eine moderne Grafikkarte samt Shading-Rechenkerne von AMD oder NVIDIA verfügen. Das karitative Mining muss aber nicht auf Kosten des Spielgenusses gehen. Der Mining-Client von chaingers.io kann jederzeit an- oder abgeschaltet werden. So etwa wenn man beim Spielen eine Pause macht oder den PC über Nacht laufen lässt.

Auf der UNICEF-Webseite wird man gefragt, ob man je von Bitcoin gehört habe. Die Kryptowährung Ethereum sei damit vergleichbar. Nur sei es damit eben sehr viel leichter, auf privaten Computern Coins zu berechnen. Die geschürften Spenden aller Teilnehmer fließen unmittelbar in die UNICEF-Wallet. Reguläre Spenden per Kreditkarte oder PayPal sind nach wie vor möglich. Wer möchte, könne alternativ einem der neun Millionen heimatlosen Kindern in Syrien die Power seiner Grafikkarte und den dabei verbrauchten Strom zur Verfügung stellen.

Dieses Projekt kann nur von Erfolg gekrönt sein, wenn möglichst viele Personen aus der E-Sport-Community mitmachen, heißt es im Video. Offenbar hat sich die Kampagne aber bisher noch nicht sonderlich viel herumgesprochen. Bislang nehmen laut Webseite nur 362 Miner teil, etwas über 911 Euro sind dadurch bisher zusammengetragen worden. Doch die Statistiken zeigen, dass die Beteiligung langsam aber sicher ansteigt. Das Projekt „Game Chaingers“ hat noch ein wenig Zeit, sich zu entwickeln. Es läuft noch bis zum 3. März 2018.

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Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen bei gulli.com als neue Schwerpunkte Netzpolitik und Urheberrecht dazu. Nachdem er bis Oktober 2012 dessen Redaktion leitete, arbeitet er nun bei verschiedenen Online-Magazinen auf freiberuflicher Basis und natürlich für sein eigenes Projekt, Tarnkappe.info. Außerdem bringt Lars Sobiraj an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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