Was ist Lisk (LSK)?

Der Begriff App ist relativ weit gefasst, aber uns allen bekannt. In der Regel denken wir dabei an eine Smartphone-Applikation, die Android-Nutzer aus dem Playstore und iPhone-Nutzer aus dem Appstore herunterladen. Die Bezugsquellen sind also relativ zentralisiert – eine Herausforderung, an der Lisk mit dezentralen Apps, genannt dApps, ansetzen möchte.

Wie ist die Lisk-Blockchain aufgebaut?

Zunächst einmal gibt es bei Lisk eine normale Blockchain – vergleichbar mit Ethereum. Das ist die sogenannte Mainchain (die Haupt-Chain). Entscheidender Unterschied zu bspw. Ethereum ist aber, dass es darüber hinaus auch Sidechains gibt, also – bildlich gesprochen – Sidechains, die neben der normalen Mainchain „herlaufen“.

Diese Sidechains erlauben es, individuelle Änderungen vorzunehmen. So ist es beispielsweise möglich, dass die Sidechain auf einem anderen Konsens-Algorithmus besteht als die Mainchain. Für die Mainchain von Lisk kommt nämlich der sogenannte Delegated Proof-of-Stake Algorithmus (dazu später mehr) zum Einsatz.

Wozu werden Sidechains genutzt?

Generell gibt es zwei Gründe und Folgerungen, die sich aus der Nutzung von Sidechains ergeben:

  1. Die Sidechain kann ein autonomer Zweig der Mainchain sein

Es lassen sich eigene Regeln speziell für die Sidechain definieren. Sie bietet damit mehr Flexibilität für einzelne Applikationen. Dadurch ist nicht immer eine Hard Fork nötig, wenn Entwickler mit anderen Algorithmen arbeiten möchten oder andere Ansichten über bestimmte Spezifikationen haben.

  1. Kapazitäten können ausgelagert werden

Eines der sehr großen Probleme von Bitcoin & Co. Ist bekanntlich die Skalierbarkeit. Das schnelle Wachstum führte dazu, dass das Netzwerk mit neuen Transaktionen oft nicht mehr in kurzer Zeit hinterherkommt. Wenn es nur eine Chain gibt, dann finden zwangsläufig alle Transaktionen darauf statt. Auch wenn sie für andere Nutzer nicht relevant sind, werden sie auf der gemeinsamen, öffentlichen Chain durchgeführt.

Eine Sidechain hingegen ermöglicht es, dApps abgetrennt von der Mainchain auszuführen, um deren Kapazität nicht auszureizen und sie zu verstopfen.

Wie funktioniert der Delegated Proof-of-Stake Algorithmus?

Proof-of-Stake basiert auf der Idee, dass Nutzer mit mehr Token auch mehr Stimmrechte besitzen (mehr über Proof-of-Stake). Die Idee von Lisk war jedoch, darüber ein demokratisches System abzubilden, das aus sogenannten Delegates (deutsch: Abgeordneten) besteht. Tatsächlich kann man sich die Delegates als Abgeordnete im politischen Sinne vorstellen, weil diese vom Netzwerk gewählt werden. Insgesamt 101 Delegates gibt es im Lisk-Netzwerk. Jeder Nutzer kann entsprechend seinem Stake Stimmen für Delegates abgeben – mehr LSK, mehr Stimmrechte. Die Delegates sind anschließend für die Bestätigung von Transaktionen verantwortlich.

Der Ursprung des Delegated PoS-Algorithmus von Daniel Larimer hatte unter anderem den Grund, den enormen Energieverbrauch von Proof-of-Work-Algorithmen zu reduzieren. Gleichzeitig erhöht das auch die Kapazität des Netzwerks, weil Transaktionen mit weniger Rechenaufwand bestätigt werden können.

Durchaus legt man sein Vertrauen bei der Nutzung des Delegated Proof-of-Stake-Verfahrens, wie es auch bei Lisk zum Einsatz kommt, in die Hände von wenigeren Teilnehmern. Das kontinuierliche Voting soll aber zu Ehrlichkeit führen, weil ein Delegate bei Fehlverhalten jederzeit von den Stakeholdern „abgewählt“ werden kann und seine Macht verliert.

Nutzer, die einen Stake in LSK-Token halten, können gegen die Bezahlung von einem LSK 33 Delegates wählen. Nur die 101 am häufigsten gewählten Delegates erhalten anschließend das Recht zum Forging, also der Bestätigung von Transaktionen. Einige Delegates bieten an, ihre Gewinne mit ihren “Wählern” zu teilen, sodass auch diese ein Interesse daran haben, Stimmen abzugeben und dafür LSK zu zahlen.

Ethereum vs. Lisk

Um Lisk zu verstehen, wird das Projekt oft mit Ethereum verglichen, dessen Spezifikationen geläufiger sind. In der Tat gibt es einige entscheidende Unterschiede, die die beiden Netzwerke voneinander abgrenzen.

dApps lassen sich auch auf Ethereum-Basis entwickeln, dort werden sie jedoch auf der EVM (Ethereum Virtual Machine ausgeführt), während bei Lisk Sidechains für die Ausführung zum Einsatz kommen. Die EVM kann man sich als Weltcomputer vorstellen, auf dem alle dApps ausgeführt werden. Bei Lisk hingegen gibt es autonome Sidechains, die die Ausführung abseits der Mainchain erlauben.

Ethereum zählt auf die eigene Programmiersprache Solidity, während Lisk sich auf die seit langer Zeit existierende Skriptsprache Javascript verlässt. Letztere Sprache ist für Webentwickler sehr gängig und existiert seit sehr langer Zeit. Das öffnet vielen gelernten Entwicklern die Möglichkeiten, ohne großen Einarbeitungsaufwand für Lisk zu entwickeln. Solidity erfordert jedoch, neue Sprachkonstrukte zu lernen, um auf Ethereum-Basis programmieren zu können.

Offensichtlich ist der Unterschied auch im Konsens-Algorithmus: Bei Ethereum kommt PoW in Kombination mit PoS zum Einsatz (der Wechsel auf PoS ist geplant), während Lisk den Delegated PoS-Algorithmus vorzieht.

Der Fokus ist letztlich etwas anders: Während Ethereum sich an Smart-Contracts orientiert, liegt der Fokus bei Lisk eher auf dezentralen Applikationen, den dApps.

Video: Was ist Lisk?

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