Tigerstaaten: Singapur verzichtet auf Krypto-Regulierung, Korea auf Öffnung

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Die südost-asiatische Tigerstaaten halten Kryptowährungen fest im Auge, jedoch aus verschiedenen Blickwinkeln, dies beweisen abermals die jüngsten Nachrichten dieser Woche.  Während die oberste Finanzaufsichtsbehörde Singapurs zunächst auf die Regulierung von Kryptowährungen verzichtet, bestätigt Südkorea seinen skeptischen Tenor. Die Zentralbank des Landes will Kryptowährungen nicht als offizielles Zahlungsmittel anerkennen.

Im Zuge des scheinbar stetig steigenden Bitcoin-Kurses und ungeachtet zunehmender staatlicher Regulierung, gewinnen Kryptowährungen besonders im asiatischen Raum täglich an wirtschaftlicher Bedeutung. Der größte Teil der Kapitalmasse wird hier gehandelt und umgesetzt, dies verrät der Blick auf den Markt.

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Dabei entziehen sich die Kryptowährungen jedoch per definitionem staatlicher Kontrolle und Aufsicht – ganz zur Sorge einiger Staaten und etwa des Lokal-Matadors China. Dies fürchtend hatte das Reich der Mitte im vergangenen September harte Bandagen gegenüber Kryptowährungen angelegt, Börsen geschlossen und neue Kryptowährungen, sogenannte ICOs, verboten. Im Gegensatz dazu vertrauen andere Staaten wie etwa Japan ganz auf die Potentiale der digitalen Zahlungsmittel und akzeptieren Bitcoin als offizielle Währung.

Die Bandbreite staatlicher Antworten auf den Krypto-Boom im asiatischen Wirtschaftsraum spiegelt sich mit den Nachrichten dieser Woche – teils optimistischer, teils skeptischer Haltung – stellvertretend in den südost-asiatischen Tigerstaaten Singapur und Korea.

Singapur: Für Regulierung fehlt die Basis

So gibt sich Chinas Nachbar im Süden, der Inselstaat Singapur, in dieser Woche weniger besorgt: Im Interview mit dem amerikanischen Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg betonte der Direktor von Singapurs Zentralbank, Ravi Menon, am Montag, Singapur habe Kryptowährungen zwar fest im Auge, wolle diese dennoch zunächst nicht regulieren.

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„Es ist bekannt, dass Kryptowährungen oft für illegale Finanzzwecke missbraucht werden. Deshalb wollen wir Anti-Geldwäsche-Kontrollen“, erklärte Menon. Der Bedarf finanzpolitischer Regulierung jedoch sei nicht gegeben.

Laut Menon wäre es vielmehr Ziel der Finanzaufsicht Singapurs, gesetzliche Rahmenbedingungen für beispielsweise Mittler und Tauschbörsen einrichten. Damit wolle man digitale Geldwäsche verhindern.

Wie BTC-ECHO berichtet, hatten sich in dieser Woche mehrere Staaten kritisch gegenüber dem Geldwäsche-Potential von Kryptowährungen geäußert. So teilen etwa die US-amerikanische Drogenbehörde DEA und die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate die Sorge Singapurs.

Im Allgemeinen bestätigte Menon im Interview den offenen Kurs des Inselstaates gegenüber Kryptowährungen. Wie Coindesk berichtet, hatte Finanzminister Tharman Shanmugaratnam erst Anfang des Monats deutlich gemacht, Singapur hätte deren Möglichkeiten im Blick, aber keine Absicht, die Digitalwährungen zu regulieren.

Südkorea: Kryptowährungen sind Rohstoffe

Dass ein solch offener Zentralbankkurs jedoch weitaus nicht überall das Bild bestimmt, zeigt der Blick auf Südkorea. So waren in dieser Woche ganz andere Töne aus den Reihen der obersten Finanzbehörden des östlichen Nachbarn Chinas zu vernehmen: Laut dem koreanischen Nachrichtendienst Seoul Yonhap-News und Coindesk unterstrich Koreas Zentralbankdirektor Lee Ju-yeol in einer offiziellen Einschätzung gegenüber dem Landesparlament, man lehne es ab, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Kryptowährungen seien eine Handelsware, keine legale Währung. Damit sei deren weitere Regulierung zulässig, so Lee Ju-yeol gegenüber den Abgeordneten.

Mit dieser Einschätzung bestätigt die Behörde ihren skeptischen Kurs gegenüber Kryptowährungen. In den vergangen Monaten hatte sie ihre Regulierungsbestrebungen deutlich verstärkt und im September etwa wie China Initial Coin Offerings (ICOs) verboten.

In seiner Einschätzung betonte Lee Ju-yeol, es brauche ähnlich wie in Schweden mehr Forschung im Bereich virtueller Währungen. Damit dürfen Krypto-Anleger weiter hoffen. Eine gänzliche Abwendung vom Potential der digitalen Zahlungsmittel scheint die Absage der koreanischen Zentralbank damit offenbar nicht darzustellen.

BTC-ECHO

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