Laut Coinglass-Daten halten Bitcoin-Langzeitinvestoren mehr BTC als je zuvor in der Geschichte des Netzwerks. Historisch fiel dieser Anstieg regelmäßig mit der Bodenbildungsphase zusammen.
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HODL ist ein Begriff aus der Krypto-Gemeinschaft und bezeichnet die Strategie, Kryptowährungen über einen langen Zeitraum zu halten, unabhängig davon, wie der Kurs gerade steht. Wer hodlt, setzt typischerweise auf eine langfristige Wertsteigerung und verzichtet darauf, auf kurzfristige Bewegungen zu reagieren. Der Begriff geht auf einen Tippfehler zurück: Ein Nutzer im BitcoinTalk-Forum schrieb am 18. Dezember 2013 “I AM HODLING” statt “I AM HOLDING”, und das Meme verbreitete sich von dort aus in die gesamte Krypto-Welt.
Der ursprüngliche Post trägt den Titel “I AM HODLING” und stammt vom Nutzer “GameKyuubi”. Er beschrieb darin, warum er trotz eines starken Kursrückgangs nicht verkaufte. Der Text war unzensiert und emotionsgeladen, traf aber offenbar einen Nerv in der Community. Der Tippfehler wurde aufgegriffen, weiterverbreitet und schließlich zum feststehenden Begriff.
Später entstand die rückwirkende Deutung “Hold On for Dear Life”, also “um jeden Preis festhalten”. Das war keine ursprüngliche Bedeutung, sondern eine nachträgliche Reinterpretation, die dem Begriff einen kämpferischen Klang gab.
Wer tradet, versucht, Kursveränderungen aktiv zu nutzen: bei niedrigem Kurs kaufen, bei hohem Kurs verkaufen. Wer hodlt, setzt typischerweise auf eine langfristige Wertsteigerung und verzichtet bewusst darauf, kurzfristige Bewegungen vorherzusagen. Studien aus traditionellen Finanzmärkten zeigen, dass Privatanleger beim aktiven Handel im Schnitt schlechter abschneiden als beim passiven Halten. HODLer führen dieses Argument gerne an.
| Merkmal | HODL | Trading |
|---|---|---|
| Zeithorizont | Langfristig (Monate bis Jahre) | Kurzfristig bis mittelfristig |
| Ziel | Langfristiger Wertzuwachs | Kurzfristige Kursgewinne |
| Zeitaufwand | Gering | Hoch |
| Typisches Risiko | Buchverluste über lange Zeiträume | Fehlentscheidungen, Transaktionskosten |
| Gängige Ergänzung | DCA (Dollar Cost Averaging) | Stop-Loss, Take-Profit |
Ob es sich auf Kryptowährungen mit ihrer strukturell anderen Volatilität und dem Totalverlustrisiko übertragen lässt, ist eine offene Frage.
Viele HODLer ergänzen ihre Strategie durch Dollar Cost Averaging, auf Deutsch Durchschnittskostenmethode: Sie kaufen regelmäßig einen festen Betrag, etwa 50 Euro monatlich, unabhängig vom aktuellen Kurs. Bei niedrigen Kursen kaufen sie damit mehr Einheiten, bei hohen weniger. Der durchschnittliche Einstandspreis verteilt sich über verschiedene Kursniveaus, sodass man nicht auf den “richtigen” Einstiegszeitpunkt angewiesen ist. DCA und HODL werden häufig kombiniert von Anlegern eingesetzt, die Krypto langfristig halten möchten, ohne den Markt täglich zu beobachten.
HODL ist keine risikofreie Strategie. Wer eine Kryptowährung hält, die an Relevanz verliert oder technisch scheitert, verliert sein eingesetztes Kapital. Das maximale Risiko beim Kauf ist der Totalverlust. Bitcoin verlor zwischen dem Allzeithoch im November 2021 und dem Tief im November 2022 mehr als 70 Prozent an Wert.
Wer in dieser Phase verkaufte, realisierte erhebliche Verluste; wer hodlte, musste tiefe Buchverluste über mehr als ein Jahr aushalten. HODL setzt voraus, dass man psychologisch und finanziell in der Lage ist, solche Phasen auszusitzen, ohne auf das investierte Kapital angewiesen zu sein.