Streit um Telegram-Währung SEC will Konteneinsicht erzwingen

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die US-amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde SEC fordert die sofortige Einsicht in die Bankverbindungen und Konten von Telegram. Die SEC wirft Telegram mit dem Verkauf des Gram-Token vor, gegen das US-amerikanische Wertpapiergesetz verstoßen zu haben.

Im Streit um die geplante Kryptowährung des Messaging-Dienstes Telegram hat die US-Börsenaufsicht SEC nun Einsicht in Konten des Unternehmens gefordert. Das geht aus einem Eilantrag der SEC an das zuständige New Yorker Gericht hervor, der auf den 2. Januar datiert ist.


Die SEC möchte unter anderem Informationen darüber einholen, wofür Telegram die Investorengelder für das geplante Telegram Open Network (TON) verwendet. Im Jahr 2018 sammelte Telegram mit dem Verkauf von Gram Token insgesamt knapp 1,7 Milliarden US-Dollar ein. Der Gram Token soll die native Kryptowährung des Telegram Open Network werden.

Gram Token, eine Telegram-Aktie?

Die SEC unterstellt dem Messaging-Dienst, mit dem Gram-Verkauf gegen das Wertpapiergesetz verstoßen zu haben. Die Behörde stuft den Gram als Wertpapier ein – entsprechend hätte Telegram den Token Sale bei der Behörde registrieren lassen müssen.

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Telegram argumentiert dagegen, dass es sich bei Gram um eine Handelsware (Commodity) handelt. Ferner, so Telegram in einer früheren Stellungnahme, könnten Grams keine Wertpapiere sein, da diese de facto erst mit dem Launch des TON erschaffen würden.

Zur Beantwortung der Frage „Wertpapier oder nicht“ bemüht die SEC den sogenannten Howey-Test. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob bei einer Investition eine Gewinnerwartung vorliegt und ob diese auf den wirtschaftlichen Erfolg des Herausgebers des Wertpapiers spekuliert.

Blick in Finanzen soll Klarheit schaffen

Bezogen auf einen Token kann eine begründete Gewinnerwartung vorliegen, wenn:

  • ein Token dem Inhaber das Recht gibt, sich an den Erträgen oder Gewinnen des Unternehmens zu beteiligen bzw. um Gewinne aus der Wertsteigerung des digitalen Assets zu realisieren
  • übertragbar ist oder über einen Sekundärmarkt gehandelt wird oder das für die Zukunft erwartet wird
  • es offenbar wenig Korrelation zwischen dem Kauf- und dem Angebotskurs des Token und dem Marktpreis der einzelnen Waren und Dienstleistungen, die mit dem Token erworben werden können, gibt
  • der Herausgeber des Asset/Token deutlich mehr Kapital einsammeln konnte, als für die Einrichtung eines funktionierenden Netzwerks benötigt wären
  • der Token direkt oder indirekt so vermarktet wird, dass die „Expertise“ des Herausgebers für ein Wachstum des Assets bzw. des Netzwerks sorgen wird
  • die Übertragbarkeit des Token eines der prominentesten Kaufargumente ist

Mit dem Blick in die Bücher von Telegram will die SEC herausfinden, ob und wie der Erfolg des Gram Token mit dem des Unternehmens verknüpft ist – ein entscheidendes Kriterium für den Howey-Test. Der Messaging-Anbieter weigert sich bislang beharrlich, der Behörde Einsicht in seine Finanzen zu gewähren. Die SEC wählte nun die Form des Eilantrags, um die Herausgabe der Dokumente zu erzwingen – noch vor kommendem Dienstag, dem 7. Januar. Dann steht die Vernehmung des Telegram-Chefs Pavel Durov auf der Prozessordnung.

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