Tatort klärt über Bitcoin und das Darknet auf – mit Erfolg?

Diesen Sonntag ist der öffentliche Rundfunk wieder vollumfänglich seinem Bildungsauftrag nachgekommen und hat, wenn auch teilweise etwas naiv, auf sehr anschauliche Art und Weise erklärt wie das Darknet funktioniert und was Bitcoin damit zu tun hat.

Wenn Bitcoin in den Medien aufgegriffen wird, dann oftmals von seiner “dunklen Seite” als Zahlungsmittel im Darknet, um Waffen, Koks oder Kinderpornos zu erwerben. Auch beim Tatort am Sonntag musste Bitcoin wieder als vermeintlich anonyme Währung zur Bezahlung eines Auftragsmörders herhalten.

An dieser Stelle sei gewarnt: Bitcoin ist nicht anonym, sondern lediglich nur pseudoanonym. Solltet ihr also weniger legale Geschäfte in nächster Zeit planen, dann weicht beispielsweise auf wirklich anonyme Kryptowährungen wie Monero und Zcash aus, die aufgrund ihrer herausragenden Privatsphäreeigenschaften sehr gerne von den meisten Darknet-Geschäftsleuten, insbesondere Auftragskillern, akzeptiert werden.

Um nun den Auftragskiller zu finden, suchen die beiden Ermittler, gespielt von Axel Milberg und Sibel Kekilli, Hilfe bei der Cybercrime-Sondereinheit der Polizei, die aus zwei maximal klischeehaften Supernerds besteht – seht selbst:

Der subtile T-Shirt Aufdruck und die Nerdbrillen lassen jedenfalls keine Zweifel, dass es sich um absolute IT-Spezialisten handeln muss. Und ja, zugegebenermaßen folgt eine wirklich gute und differenzierte Erklärung über das Deep Web, Darknet und den Tor-Browser – ganz ohne Ironie.

Nach der eher naiven und klischeehaften Vorstellungen von Bitcoin war ich positiv überrascht. Nicht nur waren die Erklärungen sehr anschaulich und verständlich, sondern es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Tiefen des Internets auch von politisch Verfolgten und Journalisten genutzt werden, es also zwei Seiten der Medaille gibt. Eine Tatsache, die in den Medien oft zu kurz kommt. Wer sich die Erklärszene nochmal anschauen möchte, kann das gerne in der ARD-Mediathek tun (Minute: 25:10).

Für Schmunzeln sorgte unter anderem die Thematisierung eines Darknet-Marktplatzes bei dem man ALLES mit Bitcoin kaufen könnte bzw. konnte. Der Marktplatz wurde auf den Namen “Karawane” getauft, dessen Ähnlichkeit allerdings stark an den Darknet-Marktplatz Silk Road erinnerte.

Warum ein Zettel mit einem Passwort zu einem Bitcoin-Wallet als wichtiges Beweisstück in einem der Mordfälle herhalten muss, könnt ihr selbst herausfinden – Ich kann den Tatort guten Gewissens weiterempfehlen.

BTC-ECHO


Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat er Politik und Wirtschaft in Münster studiert und verschiedene berufliche Stationen, etwa in einer der führenden Unternehmensberatungen und im Bundeswirtschaftsministerium, absolviert. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Als Speaker, zuletzt etwa auf dem St. Petersburg International Economic Forum 2017, referiert er über das makroökonomische Potential der Blockchain.

Bildquellen

  • tatort bitcoin: http://www.ardmediathek.de