6 gute Gründe für Bitcoin

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

Quelle: Shutterstock.com

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In persönlichen Krisenzeiten stellt man sich die wirklich wichtigen, die grundlegenden Fragen. Was im Privaten gilt, kann auch auf Bitcoin übertragen werden. Warum also eigentlich Bitcoin? Wozu der ganze Hype um Kryptowährungen? Haben wir uns da in etwas verrannt? Dies soll als kleine Erinnerung dienen, wo einige Stärken des Bitcoin liegen und warum er für uns noch wichtig sein kann. Treten wir also einen Schritt zurück und erinnern uns an einige der Basics.

Ein BTC-Kurs im Krebsgang lädt dazu ein, sich die unvergleichlichen Vorzüge der Kryptowährung Nr. 1 in Erinnerung zu rufen – jenseits des Investmentaspekts.

1. Ausschluss von Drittparteien


Oft genannt, aber teilweise immer noch unterschätzt ist der Aspekt der Dezentralität. Zurzeit fluten keine großen Bankenskandale unsere Medien. Seit der Finanzkrise von 2008 scheinen sich die Finanzinstitute als einigermaßen vertrauenswürdige Drittparteien gefestigt zu haben. Doch vergessen wir nicht, was 2013 auf Zypern geschah, als die Banken 30 Prozent aller ersparten Guthaben kurzerhand einzogen. Und das, ohne die Bürger. vorher zu warnen, geschweige denn zu fragen. Das Vertrauen der Zyprioten in die Regierung und Banken hat sich nicht ausgezahlt. Bei einer Bitcoin-Wallet kann dies nicht passieren. Im Idealfall hat niemand außer dem Besitzer der Private Keys Zugriff darauf, da Drittparteien von vornherein ausgeschlossen werden.

2. Geld ohne Schuldgeldschöpfung

In der Natur gibt es keine Minus-Äpfel oder Minus-Birnen. Da ein Großteil der im Umlauf befindlichen Euros durch Kredite geschöpft wurden, gibt es jedoch für (fast) jeden Euro auch einen „Minus-Euro“. Des einen Guthaben sind somit des anderen Schulden. Wenn ich also 1.000 Euro auf dem Konto habe, begleitet mich stets das mulmige Gefühl, zu wissen, dass dieses Geld anderswo als Schulden existiert. Selbst wenn der Staat diese stellvertretend übernimmt, so wird er sie letztendlich doch wieder umleiten müssen auf seine Bürgen: die Bürger. Weshalb sonst sollten sie so heißen. Beim Bitcoin gibt es das nicht. Wenn ich einen Bitcoin auf meiner Wallet habe, bedeutet das nicht automatisch einen Minus-Bitcoin für jemand anders. Denn diese werden nicht durch Kredite geschöpft, sondern durch Mining.

3. Menschen ohne Konto können am Geldsystem teilhaben

Wie können die Ärmsten der Armen aus der Mittellosigkeit entfliehen? In einigen Regionen der Erde ist es für die Bewohner unmöglich, an der Weltwirtschaft teilzuhaben, da sie schlichtweg kein Konto eröffnen können. Keine Bank würde dieses Risiko eingehen. Somit können diese nicht etwa einen Online-Shop eröffnen und selbstgefertigte Waren nach Europa verkaufen. Wie sollte das Geld bei ihnen ohne Konto ankommen ? Bitcoin könnte dieses Problem lösen: Jeder kann eine Wallet eröffnen und Transaktionen in alle Regionen der Welt verschicken und empfangen.

4. Weltweite Transaktionen mit gleichbleibender Geschwindigkeit und Gebühren

Zugegeben: Transaktionsgebühren und die -geschwindigkeit sind nicht unbedingt das glorreichste Kapitel der Bitcoin-Geschichte. Spätestens Ende 2017 wurde dies klar, als man beim Versenden von Bitcoin die Wahl zwischen tage- oder sogar wochenlangem Warten oder übermäßigen Transaktionskosten von bis zu 100 Euro hatte. Dennoch gilt in „normalen“ Zeiten: Das Geld kann ohne zusätzlichen Zeitverlust oder weitere Kosten ins Ausland überwiesen werden. Dies kann man von Auslandsüberweisungen nicht behaupten, auf die teilweise bis zu einer Woche gewartet werden muss.

5. Schutz vor ausufernder Geldschöpfung

Die künstliche Begrenzung auf 21 Millionen Bitcoin schützt vor Inflation, da hierdurch Bitcoin tendenziell immer wertvoller wird. Einer willkürlichen Aufblähung der Geldmenge und der damit verbundenen Geldentwertung kann somit vorgebeugt werden.

6. Bitcoin bringt einen Diskurs um das Geldsystem mit sich

Last but not least bringt der Bitcoin entscheidende Fragen über die Natur unseres Geldes direkt in unser Wohnzimmer. Dies scheint ein Novum in der jüngeren Geschichte zu sein, in der traditionell viel über Wirtschaft und Politik diskutiert wurde, das Geldsystem jedoch oftmals als undurchschaubar und beinahe gottgegeben hingenommen wurde. Doch langsam lichtet sich der Nebel um das Geld und Fragen nach der Geldschöpfung, den Vor- und Nachteilen von inflationärer oder deflationärer Währung oder von Zinseszins und Negativzins werden diskutiert. Dies ist auch ein Verdienst des Bitcoin und der Kryptowährungen, der uns vor die Wahl stellt: Welche Währung ist uns lieber? Digitale Kryptowährungen oder Fiatwährungen? Wie soll die ideale Währung aussehen? Alleine die vielen Kryptowährungen stellen ein großes Spielfeld für Finanztheoretiker dar, die in einem kreativen Wettlauf das Geld von morgen entwerfen möchten.

Behalten wir die Stärken des Bitcoin im Hinterkopf

Diese wichtigen Eigenschaften sollten wir auch in schwierigen Marktphasen und bei jeder berechtigten Kritik am Bitcoin im Hinterkopf behalten. Denn hinter diesem steckt die Vision eines besseren Geldsystems, nicht das Versprechen auf schnelle Gewinne. Wer Bitcoin also als reines Spekulationsmittel nutzt und nur anhand seines Kurses bewertet, tut der Vision Satoshi Nakamotos unrecht. Niemand behauptet, Bitcoin sei perfekt. Aber er läutete definitiv den Aufbruch zu einer neuen Art des Geldes ein, von der wir hoffentlich noch auf nicht nur finanzieller Ebene profitieren werden.

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