Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro

Quelle: Bitcoin vs euro coins concept on silver futuristic hands via Shutterstock

Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro

In der Kryptoszene ist das Wissen darum, wie der Bitcoin entsteht, relativ weit verbreitet. Doch wie sieht es mit dem Euro aus? Wie genau wird unser gesetzliches Zahlungsmittel geschöpft und welche Auswirkungen hat dies? Diese Materie wird in der Welt der Kryptowährungen nur relativ selten angefasst. Deshalb soll hier die Kryptogeldschöpfung – das Mining – der Entstehungsweise des Euro gegenübergestellt werden.

Wer sich mit dem Bitcoin beschäftigt, wird sich relativ früh auch mit dem Thema der Entstehung der Digitalwährung befassen: Durch das Minen neuer Blöcke entstehen Bitcoin, die als Block-Reward an denjenigen Miner gehen, der als erster den neuen Block errechnen konnte. Weit weniger bekannt ist jedoch, wie genau der Euro entsteht.

In unserem Alltag macht es keinen großen Unterschied, ob wir einen Euro in bar oder auf dem Konto lagern. Für die Banken und den Staat jedoch ist ein Euro nicht gleich ein Euro: Es gibt drei verschiedene Weisen, wie ein Euro entsteht.

Für Staat und Banken ist ein Euro nicht gleich ein Euro

Unsere Währung wird auf drei unterschiedlichen Wegen erzeugt.


Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Das Münzgeld ist rein staatliches Geld: Es wird von staatlichen Münzprägeanstalten geprägt und in den Umlauf gebracht. Den Gewinn zwischen Prägekosten und dem nominellen Wert der Münzen fließt in die Staatskassen.

Papiergeld, also Geldscheine, werden von der Zentralbank gedruckt. Diese verleiht das Geld dann an die Geschäftsbanken, welche es über die uns bekannten Bankautomaten in den Umlauf bringen.

Die dritte Form der Geldschöpfung ist ein Sonderfall: das Giralgeld. Dies sind die digitalen Euros auf unseren Konten. Giralgeld macht mit etwa 86 Prozent der umlaufenden Geldmenge in der Eurozone den größten Teil des Zahlungsverkehrs aus.

Die Giralgeldschöpfung: Aus 2,50 Euro können Geschäftsbanken 100 Euro kreieren

Dieses Geld wird nicht von einer staatlichen oder öffentlichen Institution erzeugt, sondern von den Geschäftsbanken in Form von Krediten in den Umlauf gebracht. Jedes Mal wenn also ein Kredit aufgenommen wird, erschafft die Bank neues Geld. Dabei kann sie zwar nicht endlos viele Finanzmittel schöpfen, aber um 100 Euro an Giralgeld zu erzeugen, benötigen sie nur etwa 2,50 Euro an„Zentralbankgeld“.

(Die Zentralbank kann Geld entweder in Form von Geldscheinen oder als digitales „Zentralbankgeld“ – welches eine Sonderform des Geldes darstellt – an Banken verleihen).

Über die potentiellen Auswirkungen einer weltweiten Bitcoin-Nutzung als Zahlungsmittel kann natürlich nur spekuliert werden. Trotzdem soll das Gedankenexperiment hier gewagt werden und mögliche Vor- und Nachteile von Bitcoin und Euro, die bereits in deren Geldschöpfung verankert sind, gegenübergestellt werden.

Begrenzte Geldmenge vs. unendliche Geldmenge: Keine Bankenrettung mehr wegen Bitcoin?

Durch die Art der Geldschöpfung des Bitcoin ist dessen maximale Geldmenge von vornherein auf 21 Millionen Bitcoin festgelegt. Das zieht natürlich Stabilität nach sich und es besteht keine Gefahr eines Verlustes der Kaufkraft durch eine Ausweitung der Geldmenge. Allerdings können auch keine großen Geldmengen aus dem Nichts erschaffen werden. Sollte es zu Engpässen bei der Geldversorgung kommen, könnte die Wirtschaft nicht durch das Schöpfen neuer Finanzmitteln gestützt werden. Banken- und Eurorettungen wären wohl keine Option mehr. Da diese Art der Geldversorgung jedoch meistens auf Schulden beruht, könnte massive Verschuldung durch die Geldschöpfung, wie sie beim Bitcoin angewandt werden, verhindert werden.

Nullsummenspiel vs. Plus-Summenspiel: Kann Bitcoin die Staatsschuldenkrise beenden?

Insbesondere die Giralgeldschöpfung stellt sich als problematisch dar: Wenn man einen Großteil der Euro-Geldmenge durch Kredite in den Umlauf bringt, beruhen beinahe alle im Umlauf befindlichen Euros auf Schulden. Diese muss man früher oder später wieder zurückgezahlen. Sobald dies jedoch passieren würde, gäbe es praktisch keine Euros mehr im Umlauf. Die Summe des gesamten Geldes entspricht also in etwa der Summe der Schulden. Daher spricht man hier auch von einem Nullsummenspiel: Verrechnet man alle Euros mit allen Schulden im Euro-Währungsraum, kommt man auf die Summe Null.

In der Praxis sieht es jedoch etwas anders aus: Da alle Kredite mit Zins- und Zinseszins verliehen werden, gibt es sogar mehr Schulden als Geld im Umlauf. Die Schulden können also niemals zurückgezahlt werden – außer durch das Aufnehmen neuer Schulden mit wiederum neuen Zinsen. Dies kann verheerende Folgen haben, da es die Wirtschaft unter stetigen Wachstumszwang setzt, um die ständig wachsenden Zinsen zu bedienen.

Der Bitcoin entsteht nicht durch Schulden, daher kann man ihn als Plus-Summenspiel bezeichnen. Das angesprochene Problem entsteht folglich beim Bitcoin nicht. Im Gegenteil: Sollte der Bitcoin weltweite Akzeptanz finden, könnte er sogar dazu beitragen, die weltweite Staatsschuldenkrise zu beenden. Es könnte man etwa die Schulden, die man sonst durch die Entstehungsweise des Euro niemals zurückzahlen könnte, nun in Form von Bitcoins bedienen.

Deflationäres Geld vs. inflationäres Geld: Hemmt Bitcoin die Wirtschaft?

Der Einzelanleger freut sich natürlich über Geld, das immer wertvoller wird, wie es beim Bitcoin aufgrund von seiner künstlichen Verknappung auf 21 Millionen Einheiten tendenziell der Fall ist. Ob dies als gesamtwirtschaftliche Währung jedoch förderlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn Geld, das immer mehr wert wird, wird weniger ausgegeben und mehr gehortet. Und die Wirtschaft ist natürlich auf einen stetigen Fluss der Finanzmittel angewiesen. Der Euro mit seiner leicht inflationären Tendenz lädt eher dazu ein, ausgegeben zu werden und könnte daher gesamtwirtschaftlich als Zahlungsmittel sinnvoller sein.

Es macht es auch für Zentralbanken Sinn, sich die Vorteile von Kryptowährungen genauer anzusehen, um mögliche Vorteile in einer Reform des Geldsystems zu übernehmen. Nicht umsonst gibt es immer wieder Ideen, wie staatliches Kryptogeld umgesetzt werden könnte.

Möglicherweise können diese einen wertvollen Beitrag leisten, die Vorteile beider Systeme in Kryptogeld miteinander zu vereinen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
Bitcoin & Co.: Die Zeichen stehen auf Sturm
Kolumne

Das Bitcoin-Ökosystem ist in Aufruhr. Die Kurse am Krypto-Markt überschlagen sich, IOTA kämpft mit Sicherheitsproblemen und Kryptowährungen bahnen sich ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft. Die Lage am Mittwoch. 

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
IOTA, DASH und Bitcoin im Kreuzfeuer der Kritik
Kolumne

Ist Dash wirklich die Kryptowährung Nummer eins in Venezuela? Podcaster Peter McCormack bezweifelt das stark. Unterdessen schlug vor allem der Angriff auf IOTA hohe Wellen im Meer der Kryptowährungen, die – wenn es nach dem US-amerikanischen Ökonom Prof. Steve Hanke geht –noch einen langen Reifeprozess vor sich haben. Das Meinungs-ECHO.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
Blockchain beschleunigt den Handel von Emissionszertifikaten
Unternehmen

Klimaschutz ist im Jahr 2020 in aller Munde. Sowohl Staaten als auch Vertreter der Privatwirtschaft sehen sich zunehmend in die Pflicht genommen, dem voranschreitenden Klimawandel entgegenzuwirken.

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
Warum brauchen wir Währungen?
Wissen

Im ersten Teil der Artikelserie „Die Zukunft des Geldes“ gehen wir dem Ursprung von Geld auf den Grund und erklären, wie Währungen funktionieren, warum wir sie brauchen und woher sie ihren Wert bekommen. Ein Gastbeitrag von Pascal Hügli.

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
Ripple schwächelt bei DeFi: Kann Ethereum helfen?
Insights

XRP in der Höhle des Löwen: Auf der Ethereum-Konferenz ETHDenver versucht Ripple, Ethereum-Entwickler für den Brückenbau zu engagieren. Die fehlende Smart-Contract-Unterstützung macht das XRP Ledger für den DeFi-Sektor bislang uninteressant. Kann Ethereum Ripple die Tür zur Decentralized Finance öffnen?

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro
Rüstungsindustrie wehrt Cyber-Angriffe mit Blockchain ab
Unternehmen

Der größte Rüstungskonzern der Welt, Lockheed Martin, hat die Zusammenarbeit mit Guardtime Federal angekündigt. Der Rüstungshersteller nutzt die Blockchain-Lösung des Software-Unternehmens künftig, um das Lieferketten-System vor Cyber-Angriffen zu schützen.

Angesagt

Bitcoin-Blockbuster auf der Berlinale
Szene

Die Stars und Sternchen der Filmbranche tummeln sich derzeit auf den roten Teppichen der diesjährigen Berlinale. Für Krypto-Enthusiasten dürfte dabei vor allem das neue Filmprojekt von Torsten Hoffmann im Rahmenprogramm hervorstechen.

Wurde der Bitcoin-Kurs manipuliert?
Kursanalyse

Wurde der Bitcoin-Kurs kürzlich manipuliert? Die Bitwala-Marktbetrachtung legt das nahe.

Mit Kryptowährungen über den Wolken
Unternehmen

Die norwegische Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle führt ein Ticketsystem ein, dass Reisenden künftig den Erwerb von Tickets mit Kryptowährungen ermöglicht. Die Abwicklung der Bezahlfunktion übernimmt die Krypto-Börse Norwegian Block Exchange (NBX).

Ethereum, Ripple und Iota – Schafft IOTA das Comeback?
Kursanalyse

Die Kurs-Rallye bei allen drei analysierten Altcoins pausiert vorerst und lässt die Kurse von Ripple (XRP) und Iota (IOTA) in Richtung des EMA200 zurückkommen. Ethereum (ETH) stemmt sich weiterhin gegen die Kurskorrektur am Gesamtmarkt und wirkt weiter bullish.

Geldschöpfung, Im Vergleich: Die Geldschöpfung von Bitcoin und Euro

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: