Schwere Vorwürfe: Betrügt Paxful seine afrikanischen Kunden?

Selim Baykara

von Selim Baykara

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Selim Baykara

Selim Baykara ist seit 2015 im Tech-Journalismus unterwegs. Davor hat er Englisch an der Universität Mainz studiert und war mehrere Jahre als freiberuflicher Autor und Übersetzer tätig.

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Quelle: Shutterstock

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Schwere Vorwürfe gegen die P2P-Handelsplattform Paxful. Angeblich hat das Unternehmen tausende Accounts von nigerianischen Nutzern unrechtmäßig stillgelegt. Folge: Die Kunden können nicht mehr auf ihre Wallets und Devisen zugreifen. Insgesamt soll Paxful seine Nutzer um Ersparnisse im Wert von mehreren Millionen US-Dollar aus dem Handel mit Kryptowährungen gebracht haben.

Die Vorwürfe stammen von der Nichtregierungsorganisation United Global Resolve for Peace (UGRP). Die NGO reichte am 2. April eine Petition bei der nigerianischen Strafverfolgungsbehörde Economic and Financial Crimes Commission ein. Darin erklärte der UGRP-Chef Shalom Olaseni, dass Paxful die Accounts unberechtigt stillgelegt habe, obwohl deren Nutzer nachweislich nicht in illegale Aktionen verwickelt waren.

Paxful: Wallets von nigerianischen Nutzern deaktiviert, alle Ersparnisse weg

In der Petition heißt es: „Vor einigen Tagen kamen etliche nigerianische Kunden auf uns zu und berichteten empört, dass die Krypto-Handelsbörse und P2P-Plattform Paxful sie um ihre gesamten Ersparnisse an Kryptowährungen gebracht habe. Die Accounts wurden stillgelegt, die Wallets wurden deaktiviert und Paxful weigerte sich, den Gegenwert der Devisen auszuzahlen, selbst als klar war, dass die Nutzer sich nichts zu Schulden haben kommen lassen.“

Der Petition zufolge generierte Paxful 2018 Umsätze über 20 Millionen US-Dollar aus dem Handel mit Kryptowährungen. Rund 40 Prozent davon sollen allein von nigerianischen Kunden stammen.

Das Magazin Punch berichtet, dass eines der Opfer BTC im Wert von 60.000 US-Dollar verlor, weil seine Wallet plötzlich nicht mehr zugänglich war. Paxful beschuldigt den Mann, ein falsches Online-Profil erstellt zu haben, was dieser bestreitet. Generell soll sich Paxful im Umgang mit nigerianischen Nutzern äußerst unkooperativ gezeigt haben und diese wiederholt als „Betrüger“ oder „Scammer“ unter Generalverdacht gestellt haben.

Wie sauber ist der Handel auf Paxful wirklich?

Dazu kommt, dass die Börse angeblich selbst alles andere als ethisch agiert haben soll. „Paxful ließ regelmäßig illegalen Handel auf seiner Plattform zu, weil das Unternehmen daran verdiente. Sie erlaubten Nigerianern beispielsweise, auf der Plattform iTunes- und Walmart-Karten zu verkaufen, obwohl man diese in Nigeria nicht einlösen kann“, so einer der Geprellten.

Das Unternehmen selbst streitet bislang alle Vorwürfe ab. Man habe nur solche Accounts und Wallets stillgelegt, die unter dem Verdacht stehen, für illegale Aktivitäten missbraucht zu werden. „Bei allen Accounts, die [wir] deaktiviert haben, geschah das aus einem bestimmten Grund. Wir legen keine Accounts still, die nicht gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen.“

Die Economic and Financial Crimes Commission hat angekündigt, die Vorwürfe gegen Paxful weiter zu untersuchen. Man möchte prüfen, ob das Unternehmen tatsächlich mit betrügerischen Absichten gehandelt hat.

Paxful ist eine der erfolgreichsten Handelsplattformen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Firma verzeichnet vor allem in Südafrika, Nigeria und Ghana Rekordgewinne; 2018 stiegen die Nutzerzahlen in Gesamt-Afrika um 225 Prozent. „Afrika ist Weltmarktführer in der Peer-to-Peer-Finanzrevolution“, heißt es vonseiten Ray Youssef, CEO von Paxful.

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