Schweizer Zentralbank-Vertreter: Interesse an staatlichen Kryptowährungen schwindet

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Thomas Moser von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sieht ein abnehmendes Interesse von Nationalstaaten an eigenen Kryptowährungen. So hätten viele ursprünglichen Interessenten Abstand von der Idee genommen, da sie zu viele Risiken bürge. Währenddessen bewegen sich auf den Bahamas Staat und Zentralbank in die Richtung eines Pilotprojekts.

Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, als ob Staaten und Zentralbanken auf der ganzen Welt darüber nachdenken, eigene, zentralisierte Kryptowährungen herauszugeben. Neben Venezuela, das mit dem Launch des kontroversen Petro eine Vorreiterrolle in diesem Gebiet einnimmt, spielten auch Russland, die Türkei, der Iran und sogar Großbritannien mit diesem Gedanken. Wie nun von einem Vertreter der Schweizer Zentralbank zu vernehmen ist, scheint das Interesse an staatlichen Kryptowährungen jedoch abzunehmen.

Interesse nimmt ab, Risiken zu hoch

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In einem Gespräch mit dem Magazin „Business Insider“ im Zuger „Crypto Valley“ sagte das stellvertretende Direktoriumsmitglied der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Moser, dass Zentralbanken weltweit skeptisch geworden seien. Elektronische Abbildungen von Banknoten bringen zwar Vorteile, die Risiken dafür seien jedoch vergleichsweise hoch.

„Am Anfang gab es viel Interesse und Enthusiasmus an der Ausgabe einer eigenen nationalen Kryptowährung. Ich denke jedoch, dass sich dieser Enthusiasmus aufgrund der Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität inzwischen wieder verlangsamt hat“,

so Moser gegenüber dem Magazin.

Seiner Meinung nach überwiegt im Moment die Angst, Fehler zu machen, gegenüber dem Mut, das Interesse an der Technologie in die Praxis umzusetzen und Innovation zu wagen. Derzeit würde jede Zentralbank nur überlegen, experimentieren und darauf warten, dass ein Vertreter der Branche sich traut und vorangeht. Er ist allerdings optimistisch, dass es auf lange Sicht nationale Kryptowährungen geben wird.

Bahamas: Mit gutem Beispiel voran?

Ein mögliches Beispiel könnte der Inselstaat der Bahamas sein. Die Zentralbank des als Steuerparadies bekannten Landes hat jüngst konkrete Pläne für eine eigene Kryptowährung angekündigt. In einem Pilotprojekt soll eine nationale digitale Währung für die Bahamas getestet werden. Hat die Kryptowährung der Bahamas Erfolg, könnte sie – im Gegensatz zum viel gescholtenen Petro Venezuelas – zu einer Initialzündung für andere Zentralbanken werden. Jedoch ist der Inselstaat nur schwer mit größeren Volkswirtschaften vergleichbar.

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