Russland hält an der Einführung des digitalen Rubels fest. Nach Angaben der Gouverneurin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, ist das Land bereit, seine digitale Zentralbankwährung (CBDC) am 1. September einzuführen. Für die vollständige Umsetzung ist eine Übergangsfrist bis Juli 2027 vorgesehen. Der digitale Rubel soll den klassischen Rubel ergänzen und zunächst von Banken sowie anderen Finanz- und Kreditinstituten akzeptiert werden.
Die Entwicklung begann bereits im Jahr 2021. Laut Nabiullina soll die neue Digitalwährung sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen attraktiv und einfach nutzbar sein. Die Zentralbank arbeite deshalb kontinuierlich an neuen Funktionen, um die Akzeptanz der CBDC zu erhöhen.
Digitaler Rubel und Stablecoins
Auch über den Einsatz von Stablecoins für internationale Zahlungen wird in Russland diskutiert. Nach den Plänen der Zentralbank sollen Stablecoins den digitalen Rubel ergänzen, innerhalb Russlands aber vorerst keine größere Rolle spielen.
Die Einführung ist bereits Gegenstand europäischer Sanktionen. Die EU kündigte im April Beschränkungen für die russische Zentralbankwährung an und begründete diesen Schritt mit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Sanktionen sollen verhindern, dass die CBDC zur Umgehung bestehender Finanzbeschränkungen genutzt wird.
Sollte die Einführung scheitern, könnte Russland laut dem Analysten Jack Jarmon verstärkt auf Bitcoin und andere Proof-of-Work-Kryptowährungen setzen, um internationale Sanktionen zu umgehen. Allerdings sieht er dabei erhebliche strukturelle Probleme.
Nach Einschätzung Jarmons verfügt Russland zwar über große Öl- und Gasreserven, die übrige Energieinfrastruktur sei jedoch nicht auf einen deutlichen Anstieg des Bitcoin-Minings ausgelegt. Zudem erschwerten die westlichen Sanktionen den Zugang zu moderner Technologie und Halbleitern, sodass Russland bei wichtigen Komponenten weiterhin auf Importe, insbesondere aus China, angewiesen sei.
