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Definitionsfrage Nicht überall wo Bitcoin ETF drauf steht, ist auch Bitcoin ETF drin

Die News zu Bitcoin ETFs überschlagen sich, doch es gibt einige Unterschiede, von denen man sich nicht in die Irre leiten lassen sollte.

Marlene Müller
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Bitcoin-ETF

Beitragsbild: Shutterstock

Nachdem die US-amerikanische Börsenaufsicht nun dem Druck der Anleger:innen nachgegeben hat und am 19. Oktober um 15:30 MEZ erstmal ein Bitcoin ETF an der Wertpapierbörse zugelassen hat, überschlagen sich die Nachrichten zu Bitcoin ETFs im Netz. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds. Dabei handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds. Das heißt, dass die Zusammensetzung des Fonds dem zugrunde liegenden Index entspricht. Ein Index wiederum beschreibt die Kursveränderung beispielsweise einer Aktie, von mehreren ausgewählten Aktien oder eines ganzen Aktienmarktes. 

BTC FP

Bei Betrachtung der unterschiedlichen News im Netz fällt auf, dass der Begriff Bitcoin ETF für unterschiedliche börsengehandelte Indexfonds verwendet wird. Da ist zum einen der kanadische Bitcoin (BTCC) und der amerikanische Bitcoin ETF (BTFD). Diese beiden haben als zugrundeliegenden Index ausschließlich den Basiswert von Bitcoin.

Zum anderen gibt es den BTC FP, einen ETF der Investmentfirma Melanion Capital aus Paris. Der CEO erklärte, dass dieser Exchanged Traded Funds seit Augst 2021 von Frankreichs Hauptbörse Euronext Paris zugelassen sei. Dabei handelt es sich jedoch um ein Produkt, dessen Index sich auf die Kursveränderungen mehrerer Unternehmen bezieht, die etwas mit Krypto zu tun haben. Im Falle des Melanion Capital Exposure Indexes handelt es sich um Unternehmen wie Argo Blockchain, seines Zeichens ein Krypto-Mining-Unternehmen. Ein anderes Unternehmen des Indexes ist Mike Novogratz’ Digital Asset Merchant Bank Galaxy Digital. Auch Michael Saylors Software Unternehmen MicroStrategy wird in dem Index gelistet. Die Verbindung der Unternehmen mit dem Krypto-Bereich ist also unterschiedlich stark ausgeprägt, die beiden CEOs Novogratz und Saylor sind aber dafür bekannt, die Aktiva ihrer Bilanzen mit Kryptowährungen wie Bitcoin zu füllen.

Die ETF-Unterschiede liegen im Detail

Der Punkt ist, dass ein “Bitcoin ETF” im europäischen Raum gar nicht anders funktioniert. ETFs sind in Europa hoch regulierte Produkte, die unter den Bereich des Sondervermögens fallen und hier auf mehreren diversifizierten Basiswerten beruhen müssen. Einen Bitcoin-ETF mit nur einem Basiswert, wie es in Kanada oder den USA der Fall ist, ist kraft der hier aktiven Regulierungen aktuell nicht denkbar. Wer also dieser Tage in der Europäischen Union einen Bitcoin ETF an die unterschiedlichen Börsen bringt, der bringt in Wahrheit lediglich einen Indexfonds Krypto-verbundener Unternehmen heraus – einen echten Bitcoin ETF kann es derzeit nur in den Märkten geben, die ETFs mit lediglich einem Basiswert erlauben.

Falls du mehr über den amerikanischen Bitcoin ETF erfahren möchtest, warum er weniger sinnvoll als der amerikanische ist und warum diese Entwicklung in Zukunft dazu führen wird, dass man mehr für einen “echten” Bitcoin bezahlen muss, erfährst du in unserem Podcast:

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