Die US-Börsenaufsicht SEC geht gegen den Gründer von Privvy Investments vor. Nathan Fuller soll laut der Behörde rund 12,3 Millionen US-Dollar von etwa 150 Anlegern eingesammelt haben. Investoren wurde dabei versprochen, dass angeblich KI-gestützte Handelsbots automatisch profitable Arbitragegeschäfte mit Kryptowährungen durchführen würden. Teilweise stellte Fuller Renditen von bis zu 50 Prozent innerhalb weniger Wochen in Aussicht. In einigen Fällen soll sogar mit garantierten Gewinnen von mehr als 100 Prozent geworben worden sein.
Nach Angaben der SEC entsprach das Geschäftsmodell jedoch nicht den Aussagen gegenüber den Anlegern. Lediglich rund drei Prozent der eingesammelten Gelder seien überhaupt in Kryptowährungen investiert worden. Die angeblichen KI-Bots hätten weder über die beworbenen Funktionen verfügt noch nennenswerte Gewinne erzielt. Stattdessen soll ein großer Teil der Kundengelder für private Ausgaben verwendet worden sein.
SEC zweifelt an KI-Bots
Laut der Klage soll Fuller mindestens 6,2 Millionen US-Dollar für persönliche Zwecke ausgegeben haben. Dazu zählen nach Angaben der SEC unter anderem ein Haus im Wert von rund einer Million US-Dollar, Reisen, Glücksspiel sowie weitere private Anschaffungen. Weitere 5,5 Millionen US-Dollar seien genutzt worden, um frühere Investoren auszuzahlen. Die Behörde spricht von Zahlungen mit Ponzi-ähnlicher Struktur.
Um Zweifel von Anlegern zu zerstreuen, soll Fuller zudem falsche Angaben zu Versicherungen und regulatorischen Genehmigungen gemacht haben. Nach Darstellung der SEC erfand er sogar Unternehmen und Dokumente, um den Eindruck eines abgesicherten Geschäftsmodells zu vermitteln.
Als Investoren Auszahlungen beantragten, soll Fuller die Scheinfirma “Blockchain Audit Solutions“ gegründet haben. Mithilfe von ChatGPT verfasste er demnach ein Schreiben, in dem Anlegern mitgeteilt wurde, dass ihre Konten verschoben worden seien und vor einer Auszahlung zunächst eine KYC-Verifizierung erforderlich sei.
