Ethereum könnte schon in weniger als einem Jahr vor einem ernsthaften Finanzierungsproblem stehen. Davor warnt der ehemalige Ethereum-Foundation-Mitarbeiter namens Trent VanEpps. Seiner Einschätzung nach reichen die derzeit verfügbaren Mittel möglicherweise nicht aus, um die Entwicklung des Netzwerks langfristig in der bisherigen Form aufrechtzuerhalten.
VanEpps koordinierte von Mai 2021 bis April 2025 die Kernentwicklung bei der ETH-Foundation. Seine Warnung richtet sich insbesondere auf das Auslaufen des vierjährigen Client Incentive Program (CIP), das zentrale Entwicklungsteams über stakingbasierte Erträge finanzierte. Das Programm endete im April 2026, ein direkter Nachfolger ist bislang nicht vorgesehen. Hinzu kommt die fortlaufende Reduzierung der ETH-Bestände der Foundation.
Finanzierungslücke bei Ethereum?
VanEpps zufolge könnten die Mittel für zentrale Entwicklungsarbeiten bereits innerhalb der kommenden drei bis neun Monate knapp werden. Nach seiner Einschätzung benötigt das Kernentwicklungsökosystem von Ethereum jährlich rund 30 Millionen US-Dollar, um die Infrastruktur des Netzwerks zu pflegen und weiterzuentwickeln. Ohne eine nachhaltige Finanzierung könnten wichtige Arbeiten verzögert werden oder ganz ausbleiben.
Zudem verweist er dabei auch auf langfristige Herausforderungen. Dazu zählen etwa zukünftige Sicherheitsanforderungen oder die Vorbereitung auf mögliche Risiken durch Quantencomputer. Für diese Aufgaben seien ausreichend finanzierte Entwicklerteams und langfristige Planung notwendig.
Nach Ansicht von VanEpps folgt die Ethereum Foundation seit Jahren dem Ansatz, ihren Einfluss auf das Netzwerk schrittweise zurückzufahren. Dieser habe aus seiner Sicht grundsätzlich funktioniert. Weniger klar sei jedoch kommuniziert worden, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten künftig von anderen Akteuren innerhalb des Ethereum-Ökosystems übernommen werden sollen.
