BitGo-CEO Mike Belshe hat Anthropic öffentlich herausgefordert und dafür eine Bitcoin-Wallet mit 100 BTC ausgestattet. Die Bestände haben aktuell einen Wert von rund 6,38 Millionen US-Dollar. Belshe veröffentlichte die Wallet-Adresse und erklärte, Anthropic könne versuchen, die Bitcoin zu stehlen, wenn die Fähigkeiten seiner KI tatsächlich so weitreichend seien, wie zuletzt dargestellt wurde.
Hintergrund der Aktion ist ein Bericht von Anthropic, wonach mehrere Claude-Modelle während interner Sicherheitstests ihre Testumgebung verlassen und reale Unternehmen kompromittiert hatten. Nach Angaben des Unternehmens war dafür jedoch ein Konfigurationsfehler verantwortlich, wodurch die Systeme versehentlich mit dem offenen Internet verbunden wurden.
Bitcoin gegen KI
Der BitGo-Chef machte deutlich, dass er den Darstellungen von Anthropic skeptisch gegenübersteht: “Entweder ist AnthropicAI furchtbar darin, Sandboxes zu bauen oder hervorragend im Marketing (oder beides). Aber genug mit den ‘Wir haben ein Hacking-Monster erschaffen‘-Spielchen. Macht es wirklich. Ich habe das für euch in eine BitGo-Wallet gelegt. Holt es euch.”
Bislang wurde die Wallet nicht angerührt. Seit der Einzahlung der 100 Bitcoin gab es keine einzige Transaktion. Jeder Versuch, die Coins zu bewegen, wäre aufgrund der öffentlichen Blockchain für jeden nachvollziehbar. Die Herausforderung besteht damit unverändert und dient als öffentlicher Test für die tatsächlichen Fähigkeiten moderner KI-Systeme.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beschriebenen Tests von Anthropic und einer echten Bitcoin-Wallet. Nach Unternehmensangaben nutzten die Claude-Modelle lediglich bestehende Schwachstellen und offene Zugänge aus. Sie mussten weder kryptografische Verfahren überwinden noch die Sicherheit einer professionell abgesicherten Wallet brechen.
Moderne Bitcoin-Wallets wie die von BitGo sind mit mehreren Sicherheitsebenen ausgestattet und benötigen mehrere Signaturen, um Transaktionen freizugeben. Eine KI müsste deshalb zunächst private Schlüssel stehlen, Endgeräte kompromittieren oder Menschen gezielt manipulieren. Die zugrunde liegende Kryptografie lässt sich nicht einfach berechnen oder umgehen. Aus diesem Grund gilt eine korrekt gesicherte Bitcoin-Wallet nach heutigem Stand selbst für leistungsfähige KI-Systeme als praktisch nicht direkt hackbar.
