Der Hackerangriff auf Hardware-Wallets des Herstellers Coldcard weitet sich offenbar aus. Nach aktuellen Daten von Galaxy Research wurden inzwischen rund 1.367 Bitcoin im Wert von knapp 90 Millionen US-Dollar aus mehr als 4.500 Wallet-Adressen gestohlen. Der Vorfall beschäftigt die Krypto-Branche seit mehreren Tagen. Betroffenen Nutzern wird geraten, ihre Bitcoin vorsorglich auf neue Wallets zu übertragen.
Auslöser des Angriffs war nach bisherigen Erkenntnissen ein Fehler in der Firmware bestimmter Coldcard-Wallets. Dieser führte dazu, dass einige Geräte vorhersehbare Seed-Phrasen erzeugten. Angreifer konnten daraus die privaten Schlüssel ableiten und die Bitcoin der betroffenen Nutzer auf eigene Wallets übertragen. Nach Einschätzung der Sicherheitsforscher könnten weitere Coldcard-Wallets gefährdet sein.
Debatte über Bitcoin-Verwahrung nimmt Fahrt auf
Der Vorfall hat zu großer Verunsicherung geführt. Nach Daten von CryptoQuant wurden am Freitag rund 39.600 Bitcoin in Transaktionen mit weniger als einem Bitcoin transferiert – so viele wie seit dem Zusammenbruch der Krypto-Börse FTX im November 2022 nicht mehr. “Die Bitcoin-Kleinanleger haben seit dem FTX-Kollaps nicht mehr so viele Bitcoin an einem Tag bewegt”, schrieb CryptoQuant-Researchchef Julio Moreno auf X. “Es freut mich zu sehen, dass die Leute offenbar etwas unternehmen”.
Der Coldcard-Hack hat erneut eine Grundsatzdebatte über die Selbstverwahrung von Bitcoin ausgelöst. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas schrieb auf X, der Vorfall liefere Anlegern Argumente für die Spot Bitcoin ETFs. Nick Neuman, Chef des Bitcoin-Sicherheitsunternehmens Casa, widersprach auf X und betonte, der Angriff zeige nicht das Scheitern der Selbstverwahrung, sondern die Folge eines Fehlers bei einem einzelnen Wallet-Hersteller.
