Ein Firmwarefehler in Hardware Wallets des Herstellers Coldcard hat zum Diebstahl von mehr als 1.000 Bitcoin geführt. Nach einer Analyse von Galaxy Research wurden am 30. Juli innerhalb von 41 Minuten insgesamt 1.082,65 Bitcoin im Wert von rund 70 Millionen US-Dollar aus 1.196 Wallets abgezogen. Der Schaden fällt deutlich höher aus als zunächst angenommen.
Auslöser war nach bisherigen Erkenntnissen ein Fehler bei der Erstellung neuer Wallet-Seeds. Betroffene Geräte haben unter bestimmten Umständen vorhersehbare Seed-Phrasen erzeugt. Die Angreifer waren dadurch in der Lage, die zugehörigen privaten Schlüssel zu berechnen und die Bitcoin aus den Wallets zu übertragen – ohne Zugriff auf die Geräte selbst gehabt zu haben.
Weitere betroffene Wallets nicht ausgeschlossen
Laut Galaxy Research könnten Angreifer die Seed-Kombinationen systematisch berechnet und mit öffentlich einsehbaren Bitcoin-Adressen abgeglichen haben. Die gestohlenen Bitcoin befinden sich derzeit auf vier Wallet-Adressen. Da sich die Schwachstelle auch auf weitere Wallets auswirken könnte, warnen die Analysten vor weiteren Angriffen.
Der Hersteller Coinkite hat den Firmwarefehler inzwischen bestätigt und Notfall-Updates für betroffene Geräte veröffentlicht. Nutzer sollten ihre Firmware aktualisieren, eine neue Seed-Phrase erstellen und ihre Bitcoin auf eine neu erzeugte Wallet übertragen.
