Sberbank Geldautomaten mit Blockchain-Unterstützung – trotz drohenden Krypto-Verboten

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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In Russland droht ein Krypto-Verbot und die größte Bank des Landes will Blockchain-kompatible Geldautomaten aufstellen – was ist da los?

Die Russische Sberbank will 4,917 neue Geldautomaten (ATMs) aufstellen. Soweit, so naheliegend. Was indes stutzig macht, ist eine Stelle in der Beschreibung der technischen Spezifikationen des ATM-Modells. So soll die Programmierschnittstelle CUDA des Grafikkartenherstellers Nvidia die ATMs auch für den Einsatz in Blockchains befähigen.

Eine leistungsfähige Grafikkarte mit Nvidia CUDA-Unterstützung für Bilderkennungs-Software und Blockchain-Operationen

Die API CUDA kommt unter anderem beim (längst unrentabel gewordenen) Mining von Bitcoin mit dem heimischen Computer zum Einsatz. Dass die Sberbank die ATMs zum Mining von bereits existierenden Kryptowährungen einsetzen will, ist jedoch unwahrscheinlich. Zwar gilt ihr Vorstandvorsitzender Herman Oskarowitsch Gref als Krypto-freundlich. Doch das gilt nicht für die russische Zentralbank.

Diese hatte sich bereits mehrfach für ein Verbot von Bitcoin ausgesprochen. Die Notenbank argumentiert dabei mit den bekannten regulatorischen Bedenken: Kryptowährungen gefährdeten die Finanzstabilität, beförderten Geldwäsche und brächten Risiken für den Verbraucherschutz mit sich.

Der eiserne Krypto-Vorhang


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Die Forderung nach einem Bitcoin-Verbot hat mittlerweile auch in der Staatsduma Einzug gehalten: Ein aktuelle Gesetzesnovelle will den Handel und Besitz von Kryptowährungen streng regulieren. Für Zuwiderhandlungen seien hohe Geld- sowie Haftstrafen vorgesehen, berichtet die russische Nachrichtenplattform RBC. So soll unter anderem jede gewerbliche Tätigkeit im Bereich von Kryptowährungen unter Strafe stehen. Der Besitz von Krypto-Assets muss bei der Steuerbehörde gemeldet werden und Banken dürfen keine Gelder akzeptieren, die aus dem Verkauf von Kryptowährungen stammen. Sollte das Gesetz in seiner jetzigen Form verabschiedet werden, könnte das den Todesstoß für den russischen Krypto-Sektor bedeuten.

Bereitet die Sberbank dem E-Rubel die Manege?

Die steife Brise, die Bitcoin und Co. aus dem russischen Unterhaus entgegen weht, spricht gegen die Spekulation, dass die Sberbank mit ihren rund 5.000 neuen Geldautomaten ins Mining von Kryptowährungen einsteigen will.

Vielmehr könnten die in der Ausschreibung erwähnten Blockchain-Operationen auch auf einen etwaigen E-Rubel abzielen. Wie die meisten Notenbanken untersucht auch die russische Zentralbank das Potenzial der Blockchain-Technologie, um eine rein digitale Staatswährung zu erschaffen.

Dabei zeigte sich die Sberbank Kryptowährungen gegenüber mehr als aufgeschlossen: Neben der Gründung einer eigenen Blockchain-Abteilung verfolgte die Bank auch Pläne, Konten für digitale Währungen anzubieten. Im vergangenen Jahr verabschiedete sich die Sberbank jedoch wieder von dem Vorhaben und verwies dabei auf regulatorische Unklarheiten. Ob die Bestrafung jeglicher Krypto-Aktivität die Art von Klarheit wäre, die der Sberbank dabei vorschwebte, daran darf man getrost zweifeln.

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