„Ripple to the moon!“ Beschäftigt das Unternehmen eine private XRP-Bot-Armee?

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„Ripple to the moon!“ Beschäftigt das Unternehmen eine private XRP-Bot-Armee?

Ripple beschäftigt offenbar – ob bewusst oder unbewusst – eine ganz besondere kleine Armee. Diese besteht aus Bots, die eigens dazu dienen, den XRP-Token zu bewerben und damit den Ripple-Kurs künstlich in die Höhe zu treiben. Das legt eine aktuelle Analyse von Trustnodes und einem Twitter-Nutzer namens Geoff Golberg nahe. 

Disclaimer: Die hier dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen überprüft. Dennoch kann BTC-ECHO an dieser Stelle keine Verantwortung für die Richtigkeit der dargestellten Inhalte geben. Wir verfolgen lediglich wie gewohnt das Ziel, unsere LeserInnen über Neuigkeiten im Bereich von Kryptowährungen und Blockchain zu informieren.

Dass sich im Bitcoin-Ökosystem mit samt seinen Altcoins und Unternehmen immer wieder schwarze Schafe tummeln, ist keine Neuigkeit. Erst kürzlich berichteten wir etwa darüber, dass die Wohltätigkeitsorganisation von Binance eine sehr dunkle Seite hat. Auch die Verfehlungen des Mark Karpelès rund um die berüchtigte Bitcoin-Börse Mt.Gox sprechen eine Sprache, die nicht das beste Licht auf den Krypto-Space wirft. Neueste Enthüllungen legen nun nahe, dass es auch im Umfeld von Ripple nicht komplett seriös zugeht.

Die XRP-Twitter-Army

Denn aktuellen Berichten zufolge gibt es eine Gruppe von Ripple-Anhängern, die den XRP-Token im Internet propagieren. Soweit eigentlich nichts Besonderes. Ob Bitcoin, Ether, IOTA oder eben Ripple – jede Kryptowährung hat ihre Fanbase. Wie ein Bericht nun jedoch nahelegt, besteht die Fanbase von Ripple offenbar zu einem großen Teil aus Bots. Nichts weiter also als programmierbare Computerprogramme, sofern die Behauptungen der Wahrheit entsprechen.

Wie das Krypto-Magazin Trustnodes berichtet, folgen die Ripple-Bots größtenteils dem Twitter-Account GiantGox. Betrachtet man dessen Twitter-Account, wird sehr schnell klar, dass ihm nichts ferner läge, als Negatives über Ripple zu verlieren:

Das Titelbild des Twitter-Accounts GiantGox ist voller „Ripple-Raketen“ mit der Überschrift „Ripple to the moon“.

Nun hat Geoff Golberg, laut Trustnodes ein „unabhängiger Forscher, der sich auf Twitter-Manipulation“ spezialisiert hat, festgestellt, dass sich die Ripple-Follower des benannten Accounts mit den Followern von Emi Yoshikawa überschneiden. Letztere ist bei Ripple für die globale Business-Expansion zuständig. Letztlich kommt Golberg auf insgesamt 8.000 Accounts, die unter starkem Verdacht stehen, Bots zu sein, die einzig dem Ziel dienten, die Kryptowährung XRP zu bewerben.

Die große Löschaktion auf Twitter und der amerikanische XRP-Traum

Nach einer Bot- und Scam-Entfernungs-Aktion auf Twitter sei ein Großteil dieser Bots entfernt worden, Ripple verlor im Zuge dessen offenbar rund zwei Millionen Follower auf Twitter.

Ferner habe Ripple Labs bis Oktober 2018 XRP im Wert von 400 Millionen US-Dollar verkauft. Die Analyse legt nun nahe, dass ein nicht unerheblicher Teil der Erlöse des Verkaufs in den Einkauf solcher Fake-Accounts geflossen sei. Ferner verweist Trustnodes auf ein Video mit dem Namen „Traded the American Dream for the XRP Dream“ [etwa: Ich habe den Amerikanischen Traum für den XRP Traum getauscht]. Die Analyse legt nahe, dass es sich bei diesem Video um einen Cartoon-Charakter handelt, der nur dafür geschaffen wurde, Ripple zu bewerben:

Darin berichtet der YouTube-Nutzer mit dem Namen XRP Euphoria davon, sämtliche Ersparnisse und Habseligkeiten aufgelöst und in XRP investiert zu haben. Mit exorbitanten Lobeshymnen auf XRP spart der YouTuber dabei nicht:

Ich werde die Entscheidung, die ich getroffen habe, niemals bereuen. Ich denke oft darüber nach, dass mein Zukunfts-Ich zurückkommt und mir auf die Schulter klopft. Weil ich bereit war, etwas so Aufopferndes und Dramatisches zu tun, und zwar für einen noblen Grund. Für uns geht es nicht darum, einen großen Palast zu kaufen und es mit materiellen Dingen zu füllen. Wir sind keine materielle Familie. Wir sind frei, seit wir unseren ganzen Besitz auflösten. Und wir fühlen uns leicht und frei, während wir durch die Welt reisen. Meine Kinder lieben [dieses Leben]. […] Wir leben das Abenteuer. Wir werden diese Entscheidung nie bereuen. Die Erlöse, die wir von unserem Investment bekommen, wird uns dieses Leben weiterhin finanzieren.

Letztlich soll dahinter das Unternehmen Camart stehen, die sich laut eigenen Angaben auf Video-Manipulations-Software spezialisiert hat:

Unsere [Mission] ist die Produktion komplexer und robuster Desktop-Anwendungen, einschließlich Dienstprogrammen für die Rundfunkindustrie und unserer eigenen Videomanipulationssoftware. Wir fördern seit einigen Jahren webbasierte Frontends, noch bevor sie verbreitet wurden, da sie die Möglichkeiten und den ROI [Return on Investment, Kapitalrendite] unserer Kunden erheblich verbessern.

Trustnodes stützt die Vermutung unter anderem darauf, dass ein Video mit lediglich 542 Aufrufen bereits 26 Kommentare habe [Stand 18.03.2019, 11:37].  Darunter vermeintliche Bots mit Namen wie „XTRA_HRDCOIR_XRP“, „Plan B XRP“ oder „NotoriousXRP“. Hieb- und stichfeste Beweise liefert das Magazin bisher allerdings nicht.

XRPeuphoria: Angeblicher Bot bestreitet Vorwürfe

XRPeuphoria verteidigt sich jedoch auf Twitter und bestreitet die Vorwürfe:

Wow, ich habe soeben über diesen Artikel herausgefunden, dass mein Twitter-Account ein Fake ist! Demzufolge bin ich nicht real. Ich habe nie an meiner Existenz gezweifelt bis zu diesem Moment!! […] Ich habe mich schon gewundert, woher all die Hater kommen, aber nun weiß ich es!

Verdachtsmomente bestanden bereits früher

Die Analyse von Golberg geht wiederum auf einen Medium-Beitrag vom 28. August 2018 zurück. Bereits damals fand Goldberg über 100 Twitter-Accounts, die „XRP“ oder „Ripple“ in ihrem Namen trugen. Auf seine Vermutung hin, es handele sich dabei um Bots, sei er direkt von insgesamt über 6.000 Mitgliedern der „XRP-Army“ bombardiert worden. Schließlich stellte er fest, dass die Accounts GiantGox und emy-wng, die zu den aktivsten Twitter-Accounts gehören, aus Bots bestehen:

Diese Community […] besteht hauptsächlich aus (japanisch sprachigen, auf Krypto fokussierten) Fake-Accounts. Dazu gehören hauptsächlich auf Krypto fokussierte Fake-Accounts, die sich jedoch nicht spezifisch auf XRP/Ripple […] beziehen.

Jedenfalls verlor einer der mit Ripple assoziierten Accounts im Zuge der Bot-Entfernungs-Aktion von Twitter im Juli 2018 über zwei Millionen Follower.

XRP-Bot-Armee wahrscheinlich

Dass die Twitter-XRP-Bot-Armee existiert, scheint also nahezuliegen. Nicht nur der Abgleich der Daten durch Trustnodes und Golberg spricht hier für sich. Auch die massive Entfernung von Followern im Zuge der Bot-Entfernungs-Aktion durch Twitter legt dies nahe. Ob Ripple Labs diese nun selbst beschäftigt oder ob es sich um eine „private Armee“ handelt, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit feststellen.

Auf Anfragen von BTC-ECHO haben bisher weder Ripple noch Golberg reagiert.

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