Ripple-CEO Garlinghouse fordert sinnvolle Krypto-Gesetze

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Ripple-CEO Garlinghouse fordert sinnvolle Krypto-Gesetze

In einem offenen Brief an den US-Kongress fordert Ripple-CEO Brad Garlinghouse regulatorische Klarheit und differenzierte Vorschriften für Krypto- und Blockchain-Unternehmen. Ohne solche würden Innovationen verdrängt und US-Unternehmen ins Ausland abwandern. Um künftige Vorschriften vorzubereiten, findet in dieser Woche eine Anhörung im US-Senat statt. Vor allem mit Blick auf Facebooks umstrittenes Währungsprojekt Libra könnten die Abgeordneten schon bald an der Gesetzesschraube drehen.

Gesetze und regulatorische Vorschriften bedeuten für die Wirtschaft nicht nur Einschränkungen und Verbote. Gerade in noch jungen Industriezweigen leiten sie Innovation, schaffen klare Verhältnisse und sorgen so für nachhaltiges Wachstum. Einer, der solch regulatorische Klarheit für die Krypto-Branche seit Jahren immer wieder fordert, ist Ripple-CEO Brad Garlinghouse.

Nun, da gerade Facebooks Währungsprojekt Libra neue Vorschriften und Regeln mit sich bringen könnte, unterstreicht er die Forderung erneut.

Gemeinsam mit dem Ripple-Vorsitzenden Chris Larsen warnt er den US-Kongress in einem offenen Brief, sämtliche Blockchain- und Krypto-Unternehmen in einen Topf zu werfen.

Klare Regeln hingegen wären ein essentieller Wachstumsfaktor für die Branche. Ohne diese bestünden jedoch deutliche Risiken nicht nur für weitere Innovation. Zudem wären die Arbeitsplätze der Unternehmen sowie letztlich die dort erwirtschafteten Steuererträge gefährdet. Hier dürften die USA nicht den Anschluss verpassen:

Zweifellos werden Blockchain und digitale Währungen für eine größere finanzielle Teilhabe und ein stärkeres Wirtschaftswachstum sorgen. Wie schon beim Internet haben die USA die Chance, eine Vorreiterrolle zu übernehmen, diese wirtschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen und gleichzeitig die Privatsphäre und die [finanzielle] Stabilität weiter zu schützen.

Nun gehe es darum, verantwortungsvolle und innovative Gesetze zu verhandeln, die Unternehmen nicht benachteilige, mahnen die Ripple-Chefs. Ohne differenzierte Regeln liefen die US-Behörden Gefahr, dass Firmen ins Ausland abwanderten.

Vor allem mit Blick auf Kryptowährungen und wohl besonders Facebooks Libra drängen sie die Abgeordneten darauf, die „fundamentalen Unterschiede“ zwischen den verschiedenen Währungen in den Blick zu nehmen. Künftige Gesetze dürften unterschiedliche Token nicht über einen Kamm scheren.

Garlinghouse: Kryptowährungen können US-Dollar „nicht ersetzen“

Dabei betonen Garlinghouse und Larsen, dass es sich bei den meisten Blockchain- und Krypto-Unternehmen, um verantwortliche Wirtschaftsakteure handele. Diese würden sich an die geltenden Gesetze halten und wollten Regeln nicht unterwandern.

Unternehmen wie wir in den USA und andere im Ausland setzen die Innovationen [des Krypto-Sektors] in Partnerschaft mit den regulierten Finanzinstituten um […]. Aus unserer Sicht können digitale Währungen bestehende Währungen wie den US-Dollar ergänzen – nicht aber ersetzen,

versuchen Garlinghouse und Larsen die Skepsis gegenüber der Branche zu mildern.

Ebensolches Misstrauen schlägt Krypto-Unternehmen in der öffentlichen Diskussion immer wieder entgegen. Mit Blick auf Bitcoin, Ethereum, Ripple & Co. hatten in der Vergangenheit auch die US-Abgeordneten ihren Argwohn immer wieder deutlich bewiesen. Besonders Facebooks Stable Coin Libra muss sich dieser Tage gegen hartnäckige Skepsis und zuletzt sogar Verbotsforderungen behaupten.

Um kommende Regulierung für Blockchain- und Krypto-Unternehmen vorzubereiten, steht am morgigen Dienstag, dem 30. Juli, nun die nächste Anhörung im Bankenausschuss des US-Senats an. Als Vertreter der Branche soll den Senatoren dann Circle-CEO Jeremy Allaire stellvertretend Rede und Antwort stehen. Auch Allaire hatte sich zuvor immer wieder öffentlich für eine regulatorische Sicherheit im Krypto-Space stark gemacht.

Interessierte können die Anhörung am Dienstag hier live mitverfolgen.

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