QuadrigaCX: Witwe des Gründers beschwört ihre Unschuld

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Kunden der kanadischen Bitcoin-Börse QuadrigaCX müssen weiter um ihre Einlagen bangen. Die Suche nach den Private Keys des verstorbenen Börsengründers Gerald Cotten dauert an. Dessen Witwe, Jennifer Robinson, versicherte nun an Eides statt, keinen Zugriff auf die Cold Wallet zu haben, auf der die Kundengelder liegen sollen. Ferner wehrt die Quadriga-Direktorin sich gegen den Vorwurf, Kundengelder veruntreut zu haben.

Das Drama um die Krypto-Börse QuadrigaCX geht weiter. Am 25. Februar hat der oberste Gerichtshof in Halifax die zweite Eidesstattliche Erklärung von Jennifer Robertson, der Witwe des im Dezember 2018 verstorbenen Börsengründers Gerald Cotten, veröffentlicht. Darin bittet Robertson, ihrerseits Direktorin von QuadrigaCX, das Gericht unter anderem eine Verlängerung der Aussetzung des Verfahrens.

Am 5. Februar stellte Robertson einen erfolgreichen Antrag auf Gläubigerschutz, um mehr Zeit für die Suche nach den verlorenen Kundengeldern zu schinden. Dabei ist nach wie vor unklar, wie viele dieser Gelder tatsächlich auf den Cold Wallets, auf die nur Börsenchef Cotten Zugriff gehabt haben soll, liegen. Da dieser im Dezember in Indien krankheitsbedingt verstorben ist, steht zu befürchten, dass er die Private Keys für die Cold Wallets der Bitcoin-Börse mit ins Grab genommen hat.

Am 6. Februar stellte sich heraus, dass QuadrigaCX-Angestellte „aus Versehen“ 103 Bitcoin an besagte Cold Wallets überwiesen haben wollen. Das ist nicht der einzige Aspekt, der in der Causa Quadriga für Stirnrunzeln gesorgt hat. Seitdem wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) mit der Aufgabe betraut, das Aufspüren der verlorenen Kundengelder zu überwachen.

Direktoren von QuadrigaCX: Kaum Erfahrung im Krypto-Sektor


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Wie aus der Erklärung weiter hervorgeht, hat einer der drei Direktoren der Bitcoin-Börse bereits Anfang Februar seinen Hut genommen. Damit bleiben nur noch Robertson selbst sowie ihr Stiefvater, Tom Beazley, übrig. Das Problem: Anscheinend kennt sich keiner der beiden mit Kryptowährungen aus:

Die verbleibenden beiden Direktoren, ich und Tom Beazley, haben keine signifikante Erfahrung in der Kryptowährungsbranche und keine Erfahrung mit einem insolventen Unternehmen.

Auf Anraten ihrer Anwälte bittet Robertson das Gericht, einen Chief Restructuring Officer (CRO) zu berufen. Einen Wunschkandidaten liefert sie gleich mit: den erfahrenen Insolvenzverwalter Peter Wedlake von Grant Thornton.

Robertson nutzte die Gelegenheit ihrer Erklärung außerdem, um zu beteuern, dass sie stets im Sinne der Anleger gehandelt habe:

Darüber hinaus ist die öffentliche Aufmerksamkeit, die meine Rolle als Direktorin erregt hat, unerwünscht, und die von mir geprüften Online-Kommentare haben behauptet, dass ich versuche, Vermögenswerte zu verstecken oder wider den Interessen des Unternehmens zu handeln, was nicht wahr ist,

so Robertson an Eides statt. Die von ihr angesprochene Kritik kam indes nicht von ungefähr. So haben nicht nur die unklaren Todesumstände (inklusive „Last-Minute-Testament“) von Börsen-Gründer Gerry Cotten, sondern auch eine mangelhafte Dokumentation der Geschäftsprozesse dazu geführt, dass es sich bei QuadrigaCX um ein groß angelegtes Schneeballsystem handelt. Die Suche nach dem dreistelligen Millionenbetrag dauert an.


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