Neues von QuadrigaCX: Verlust von Private Keys nur vorgetäuscht?

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Quelle: Shutterstock

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Bis die Krypto-Szene erwachsen wird, dürfte es noch ein langer Weg sein. Nachrichten, wie jene über den Verlust der Private Keys der kanadischen Bitcoin-Börse QuadrigaCX, sind demnach für das Vertrauen in die Branche nicht förderlich. Neueste Erkenntnisse über den Vorfall legen jetzt sogar einen spektakulären Exit Scam nahe.

Die Krypto-Welt schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Die neueste Episode erhält das Prädikat „besonders kurios“. In den Rollen: die kanadische Krypto-Exchange QuadrigaCX, ihr Chef Gerald Cotten, dessen Frau Jennifer Robertson und ein ratloser Aufsichtsrat.


Was war passiert? Wie BTC-ECHO berichtete, können Nutzer von QuadrigaCX seit geraumer Zeit keine Funds mehr von der Börse abziehen. Ein Hack? Mitnichten. Auf ihrer Website erklärt der Aufsichtsrat des Unternehmens die Hintergründe des Missgeschicks: Man habe die Private Keys zum Cold Storage verloren. Dahingehend ist die Bitcoin-Kryptographie bekanntermaßen gnadenlos. Sollten die Schlüssel weiter fernbleiben, darf man vom Totalverlust der Coins im Wert von etwa 250 Millionen Kanadischen Dollar ausgehen.

Doch es wird noch kurioser.


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Denn besagte Cold Wallet verwaltete Gerald Cotten – genau wie das operative Geschäft der Firma – von seinem Laptop aus. Nun begab es sich aber allen Anschein nach, dass Cotten auf einer Indien-Reise das Zeitliche segnete. Der Quadriga-Boss litt offenbar seit geraumer Zeit unter Morbus Crohn. Mit dem Tod des Geschäftsführers sind sodann auch die Private Keys abhanden gekommen. So liest sich jedenfalls die offizielle Zeugenaussage seiner Witwe Jennifer Robertson vor einem kanadischen Gericht.

Eine Cold Wallet hat es wohl nie gegeben

Nun mehren sich allerdings Zweifel an der offiziellen Version von Quadriga. Das Team von Zero Research Proof schickte sich an, ebendiese Cold Wallets ausfindig zu machen. Das Ergebnis: Laut Bericht hat es eine solche Cold Wallet nie gegeben. Vielmehr hätten die Betreiber Auszahlungen immer nur vom Zufluss neuer Liquidität finanziert. Blieben Einzahlungen aus, konnten Kunden demnach keine Abbuchungen durchführen.

Basierend auf der Analyse von Dutzenden von aggregierten Wallet-Adressen und Transaktions-IDs für Bitcoin-Auszahlungen und Einlagen an der Börse gibt es keine Hinweise darauf, dass derzeit eine Cold Wallet für QuadrigaCX existiert,

schreiben die Autoren des Berichts.

Tod nur vorgetäuscht?

Wo sind also all die Coins abgeblieben? Darüber kann man mit dem bisherigen Kenntnisstand nur mutmaßen. Die Autoren des Berichts halten einen Exit Scam des Geschäftsführers für möglich. Demnach seien die BTC im Besitz des Unternehmens bereits liquidiert und auf Wallets überführt worden, die im Besitz von Cotten seien könnten.

Die Chain-Analyse zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Bestände in den Wallets und Adressen, die QuadrigaCX besitzt, bereits liquidiert […] wurde.

Im Netz spekuliert man seither über die Hintergründe der Geschehnisse. Ob Cotten seinen Tod nur vortäuschte, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt indes nicht zweifelsfrei feststellen.

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