Streitgespräch Proof of Stake: Die Vor- und Nachteile des Konsensverfahrens

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Proof of Work oder Proof of Stake: Die unterschiedlichen Konsensverfahren spalten die Gemüter. Ein Streitgespräch.

Der Artikel ist zuerst in der Novemberausgabe des Kryptokompass von BTC-ECHO erschienen. Mehr Informationen zum Monatsmagazin mit den Themenschwerpunkten digitale Assets und Blockchain-Technologie finden sich im Kryptokompass-Shop.

Pro Proof of Stake 


Ohne Konsens kein dezentrales Netzwerk. Dies ist der Preis, den dezentrale Protokolle zahlen und auch schon der einzig herrschende Konsens im Blockchain-Universum. Die schlagenden Argumente liegen im Glaubenskrieg zwischen Proof of Work (PoW) und Proof of Stake (PoS) aber aufseiten der PoS-Gefolgschaft.

Proof-of-Stake-Netzwerke sichern sich durch zuverlässige Validatoren ab, die per Zufallsverfahren zum Signieren neuer Blöcke ausgewählt werden. Je nach hinterlegtem Kapital (Stake) erhöhen sich die Chancen, das glückliche Los zu ziehen. Für die gewissenhafte Arbeit sorgen Zuckerbrot und Peitsche: Arbeiten Validatoren sauber, erhalten sie nicht nur die Transaktionsgebühren, sondern erhöhen auch ihre Reputation und damit die Wahrscheinlichkeit, weitere Blöcke zu signieren. Bei Schabernack werden sie hingegen vom Algorithmus abgestraft und vom Netzwerk ausgeschlossen.

Validatoren setzen somit ihren Stake aufs Spiel. Der Anreiz, nicht zu betrügen, ist entsprechend groß. Zwar mag die Zentrierung auf Validatoren augenscheinlich ein Widerspruch zum Dezentralisierungsideal darstellen, ist aber ein notwendiges, und vergleichsweise geringes Übel, wenn es um die Sicherheit von Netzwerken geht. Diese Zentrierung findet zudem auch in PoW-Netzwerken durch Miner statt.

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Im Gegensatz zu energieverschwenderischen PoW-Verfahren, sind Miner oder eben Validatoren aber nicht auf die Anschaffung teurer Mining-Hardware angewiesen. Dass PoS-Verfahren zudem das Blockchain-Trilemma aus Sicherheit, Skalierbarkeit und Dezentralisierung lösen, können selbst die erbittertsten PoW-Anhänger nicht leugnen.

Contra Proof of Stake

Natürlich kann man eine Plutokratie digital nachbauen. Man darf sich dabei nur nicht der Illusion hingegeben, dass man es dann noch mit einer Kryptowährung zu hat. Das Mantra „dont trust, verify“ wird durch ein Netzwerk, in dem ein paar Hände voll Nodes darüber entscheiden, welche Transaktionen durchgehen und ob alle Kontostände korrekt sind, ad absurdum geführt.

Nachgerade verlogen sind daher die von der PoS-Fraktion gestellten Behauptungen, das Blockchain-Trilemma gelöst zu haben. Je größer das Krypto-Vermögen, das man zum Staking entbehren kann, desto größer die Chance, einen Block zu produzieren und den Staking Reward einzustreichen. Das gilt für alle Staking-Plattformen gleichermaßen.

Auch bei Entscheidungen über die Weiterentwicklung des zugrunde liegenden Protokolls gilt: Wer viel hat, hat viel zu sagen. Welche Stilblüten das treiben kann, hat man beispielsweise im Fall von Steem gesehen. Aus der Abstimmung über eine Soft Fork wurde ein Drama, weil eine „feindliche Übernahme“ der Steemit Blockchain durch Tron befürchtet wurde.

Tron CEO Justin Sun hatte mit Unterstützung der Bitcoin-Börsen Binance, Huobi und Poloniex gegen den Vorschlag aus der Community gestimmt, der ihre Stimmrechte entwertet hätte. Es kam zur Hard Fork. Betrachtet man, wie fleißig Binance, Bitfinex und Co. bereits beim Staking mitmischen, mag man sich nicht ausmalen, welchen Einfluss sie erst haben, wenn ein Proof-of-Stake-Netzwerk die Mainstream-Adaption erreicht. 


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