Coinbase, Privatsphärebedenken: Bitcoin-Börse Coinbase äußert sich zu Zusammenarbeit mit Neutrino

Privatsphärebedenken: Bitcoin-Börse Coinbase äußert sich zu Zusammenarbeit mit Neutrino

Die Bitcoin-Börse Coinbase hat sich einen umstrittenen Partner ins Boot geholt. Die Blockchain-Sicherheitsfirma Neutrino fiel in der Vergangenheit unter anderem damit auf, mit ihrer Software autoritäre Regime zu unterstützen. Nun meldet sich Christine Sandler zur Zusammenarbeit zu Wort.

Der Zusammenschluss von Coinbase und Neutrino förderte nicht nur positives Feedback zu Tage. Zwar soll die Software des Unternehmens dabei helfen, die technologische Infrastruktur der Bitcoin-Börse zu verbessern. Doch das Personal von Neutrino hinterlässt bei Anhängern von Kryptowährungen mitunter ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend.

Eine Bitcoin-Börse und ein Sicherheitsunternehmen: Kann das gut gehen?

Das Problem an der Zusammenarbeit: Die Technologie Neutrinos hilft Coinbase dabei, Datenströme und Kundenaktivitäten zu überwachen. Neutrino zählt zu seinen Services die Analyse von Dark Markets, von gestohlenen Kryptowährungen sowie die Überwachung von ICOs und Smart Contracts. In Kombination mit KYC (Know Your Customer, Kenne deinen Kunden) und AML (Anti-Money-Laundering-Service, Antigeldwäsche) kann Coinbase auch Zahlungen nachvollziehen, die vor und nach dem Kontakt mit Coinbase stattfanden.

Wie wir hier außerdem berichten, gibt es auch personale Verstrickungen, die bei Datenschützern einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen dürften. Denn diese zählen im Bereich CEO, CTO und CRO Personal des HackingTeams zu ihren Mitarbeitern. Mit ihrer Überwachungssoftware unterstützten sie autoritäre Regime in Saudi-Arabien, Sudan und Äthiopien bei der Überwachung von Journalisten. Dieser Zusammenschluss sorgt in einer Community, die (zum Teil) viel auf Privatsphäre hält, für Aufruhr. Nun meldete sich Coinbase zu Wort.

Christine Sandler meldet sich zu Wort

So sagte Christine Sandler, Director of Institutional Sales, gegenüber dem Magazin Cheddar:

Wir sind uns über die Hintergründe einiger Mitarbeiter [von Neutrino] im Klaren. Und wir sehen uns das genau an. Ich denke, der zwingende Grund für eine Aufnahme von Neutrino war, dass Neutrino […] [eine] marktführende Technologie besitzt. Es war für uns außerdem sehr wichtig, uns von unserem aktuellen Karten-Anbieter zu entfernen. Unser aktueller Kartenanbieter hat Kundendaten verkauft. Es war wirklich wichtig für uns, darüber die Kontrolle zu bekommen.

Christine Sandler, Director of Institutional Sales

Bedenken bleiben


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Nun scheint es bei pseudonymen Kryptowährungen wie Bitcoin nicht weiter bedenklich, dass man diese nachverfolgen kann. Allerdings gibt HackingTeam vor, selbst Privacy Coins wie Monero – zumindest ansatzweise – nachverfolgen zu können. Denn wie das Vice Magazin berichtet, konnte Neutrino nachweisen, dass nordkoreanische Hacker ihre erbeuteten Bitcoin in Monero getauscht haben. Dass hartgesottene Privatsphäre-Vertreter künftig weiterhin auf Coinbase verweilen, bleibt in diesem Zusammenhang fraglich.

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