Poloniex schließt Türen für Deutschland
Poloniex, Poloniex schließt Türen für Deutschland

Poloniex schließt Türen für Deutschland

Die bekannte Krypto-Börse Poloniex stellt neue Nutzervereinbarungen vor. In diesen hat das Unternehmen festgeschrieben, dass ihr Dienst in verschiedenen Ländern eingestellt wird. Auch deutsche Nutzer werden von Poloniex ausgeschlossen. 

Vor knapp einer Woche hat Poloniex neue Nutzervereinbarungen veröffentlicht. Für unsere Leser am brisantesten ist der dritte Absatz:

„Die Websites und die von Poloniex (wie unten definiert) angebotenen Dienstleistungen richten sich nicht an Personen, die ihren Sitz oder Wohnsitz in China, Deutschland, Pakistan, den US-Bundesstaaten New Hampshire, New York oder Washington, Vietnam oder anderen in Abschnitt 37 definierten Gebieten haben.“

Im Abschnitt 37 der neuen Nutzervereinbarungen führt Poloniex noch an, dass auch Menschen aus „Restricted Territories“ und anderen Staaten, gegen die die Vereinigten Staaten, Großbritannien oder die EU Sanktionen erlassen haben, von einer weiteren Nutzung der Krypto-Börse ausgeschlossen sind.

Die neuen Nutzervereinbarungen sind seit dem 18. Oktober bindend. Für noch nicht registrierte Interessierte bedeutet das, dass ab diesem Datum die oben beschriebenen Einschränkungen gelten. Für schon bestehende Accounts besteht eine Gnadenfrist bis zum 18. November. Nutzer aus im oben zitierten Absatz erwähnten Ländern, und damit auch aus Deutschland, sollten also bis dahin ihre Funds von der Börse ziehen.



Poloniex schließt Türen für Deutschland

Mit diesen neuen Nutzervereinbarungen geht Poloniex einen weiteren Schritt in Richtung regulatory Compliance. Um die behördlichen Vorschriften der Vereinigten Staaten einzuhalten, hat die Krypto-Börse erst Ende Mai nicht verifizierte Kundenkonten ohne Angabe einer Deadline gesperrt. Wer an seine Funds kommen wollte, musste sich den KYC-Regulationen vollumfänglich beugen.

Poloniex: Es war einmal …

Wie viele Nutzer in Deutschland diese Regelung konkret trifft, kann man nicht sagen. Vor noch wenigen Jahren war Poloniex eine der bekanntesten Krypto-Börsen. Nach den Hacks von Mt.Gox und Cryptsy dominierte sie mit anderen Börsen wie Kraken, Bittrex und Bitfinex den Markt. Nach der Übernahme von Circle dachten manche, dass dieser Höhenflug weitergehen würde. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Gemäß Cryptocoincharts belegt Poloniex aktuell lediglich den 22. Platz hinsichtlich Handelsvolumen. Mit ungefähr zehn Millionen US-Dollar Volumen steht sie weit hinter Krypto-Börsen wie Bitfinex (77 Millionen US-Dollar) und Binance (326 Millionen US-Dollar).



Schuld an diesem Verlust an Relevanz ist zweifelsohne auch, dass jüngst die Margin-Trading-Funktion sowie das Verleihen von Kryptowährungen eingestellt wurden. Margin Trading, also das Handeln von Kryptowährungen mit einem Hebel, und das Verleihen derselben waren zwei beliebte Features: ersteres, weil man mit der Nutzung eines Hebels bei einem gelungenen Trade deutlich mehr Geld machen konnte, letzteres als eine Art passive Einkommensquelle. Mit dem Ausschluss von Kunden aus verschiedenen Ländern wird die von Circle übernommene Exchange wohl noch weiter in der Versenkung verschwinden.

UPDATE vom 28.10.2018: Im Zuge der geänderten Nutzungsbedingungen haben verschiedene Nutzer bei Poloniex nachgehakt. Die Antwort ist für deutsche Kunden erleichternd: Nach dieser Äußerung wird Poloniex deutsche Nutzer nicht von den Services ausschließen. Jedoch betont Poloniex noch einmal den Grund für den Passus über Deutschland: bestimmte Anwendungsfälle von Kryptowährungen sind in Deutschland untersagt oder zumindest regulatorisch kompliziert. Die Äußerung zeigt, dass deutschen Nutzern zumindest eine gewisse Gnadenzeit eingeräumt wird. Dennoch gilt bei dem offensichtlichen Widerspruch zwischen den Nutzervereinbarungen und dieser Aussage für Poloniex-Kunden: seid wachsam!

BTC-ECHO

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